Kornmotte (Nemapogon granella, Familie Echte Motten)

Kornmotte

Nemapogon granella (L.), Synonym N. granellus
Familie: Echte Motten

Beschreibung der Nahrungsmittelmotte

Die Motten werden 6 bis 7 Millimeter lang und haben eine Flügelspannweite von 9 bis14 Millimeter. Die kleinen, mit der Kleidermotte verwandten Motten unterscheiden sich von anderen Arten besonders durch die unregelmäßige grauweiß und dunkelbraun gefleckte Zeichnung der Vorderflügel. Am hinteren Rand finden sich kurze graubraune Fransen, die nach oben und hinten hin abstehen. Die in Ruheposition verdeckten Hinterflügel sind deutlich schmaler als die Vorderflügel und haben längere "Fransen". Der Kopf trägt einen für die Familie der Echten Motten typischen "Haarschopf".

Die Larven sind weißlich gelb und haben eine markante Kopfkapsel, die blaßgelb, gelbbraun, bis dunkelbraun sein kann. Sie erreichen eine Länge von etwa 7 bis 10 Millimeter. 

Ähnliche Schädlinge

Auch die Roggenmotte (Nemapogon variatella, syn. N. personella, N. personellus) tritt als Vorratsschädling auf, die Korkmotte (Nemapogon cloacella) ist ein Schädling in Forsten und Weinkellern. Die verschiedenen Nemapogon Arten sind nur von Spezialisten auseinanderzuhalten.

Schadbild und Schadwirkung in der Lagerung

Die Kornmotte befällt jede Getreideart, Hülsenfrüchte, Trockenfrüchte, Nüsse, Pilze und Pressrückstände der Ölgewinnung, aber auch Weinkorken, Knoblauch, Holz sowie tierische Textilfasern. Die Larven können sich dabei tunnelartig in ihre Nahrung einbohren und so, wie auch die verwandte Korkmotte, zum Beispiel Korken undicht machen. Des Weiteren überspinnen die Larven das Vorratsgut, sodass Verklumpungen aus meist etwa 20 bis 30 Getreidekörnern, gelblich grünen Kotkrümeln, Larven und Puppen entstehen. Befallene Getreidevorräte riechen unangenehm. 

Die Larven halten sich meist fünf bis sechs Zentimeter unter der Oberfläche der Getreidevorräte auf. Ihr Fraß beschädigt den Keimling von Getreidekörnern und vermindert die Keimfähigkeit. Das dabei entstehende Fraßmehl und der Kot der Insekten macht die Getreidevorrräte unbrauchbar.

Biologie und Lebensraum

Die Motten sind vor Allem im Sommerhalbjahr (April bis September) aktiv, den Winter überdauern sie als Larven. Ein Weibchen der Kornmotte legt im Durchschnitt 100 Eier in kleineren Gruppen in das Entwicklungssubstrat der Larven ab. Die Larve verpuppt sich für 2 bis 3 Wochen in einem Gespinst entweder direkt am Entwicklungssubstrat oder in Ritzen und Fugen in der Nähe. Die ausgewachsenen Falter leben nur zwei bis drei Wochen lang. Die komplette Entwicklung dauert etwa zwei bis fünf Monate, so dass sich in einem Jahr einschließlich Winterruhe ein bis zwei Generationen entwickeln. Pheromonfallen die im Bereich des Forstschutzes gegen Korkmotten eingesetzt werden ziehen auch Kornmotten an.

Die Kornmotte, insbesondere ihre Larve, ist sehr kälteresistent und tritt weltweit hauptsächlich im gemäßigten Klima auf. Sie entwickelt sich bei Temperaturen von 7 bis 27 Grad Celsius und lebt sowohl in Innenräumen als auch im Freiland. Die Kornmotte ist feuchteliebend und benötigt für ihre Entwicklung eine Kornfeuchte von mindesten 14 Prozent und eine Luftfeuchtigkeit von 65 bis 95 Prozent.

Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen

Da die Kornmotte besonders in feuchten Lagern und bei Schimmelbefall auftritt, sind insbesondere vorbeugende Maßnahmen zur Verbesserung der Lagerbedingungen zu ergreifen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung
  • Absenken der Lagertemperaturen auf unter 7 Grad Celsius
  • Trocknen der Getreidevorräte auf unter 15 Prozent Kornfeuchte

Biologische Maßnahmen: Nützlingseinsatz

Direkte Bekämpfung mit physikalischen und chemischen Maßnahmen

  • Begasung mit Kohlenstoffdioxid oder Stickstoff
  • Kohlenstoffdioxid unter Hochdruck
  • Wärmebehandlung, die Kornmotte reagiert darauf aber weniger sensibel als zum Beispiel die Dörrobstmotte

Bitte informieren Sie sich unbedingt über die aktuelle Zulassungssituation und Anwendungsbestimmungen, z. B. für Pflanzenschutzmittel unter www.pflanzenschutz-information.de (für pflanzliche Vorräte) oder für Biozidprodukte unter www.baua.de (für verarbeitete Produkte).

Letzte Aktualisierung 20.09.2016

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