Chinesischer Bohnenkäfer, Vierfleckiger Bohnenkäfer (Gattung Callosobruchus)

Vierfleckige und Chinesische Bohnenkäfer

Callosobruchus maculatus (F.), Callosobruchus chinensis (L.)
Familie: Samenkäfer

Beschreibung der subtropischen Bohnenkäfer

Samenkäfer zeichnen sich durch einen kurzen, gedrungenen Körper aus, dessen Hinterleibsende abrupt, fast eckig abfällt und nicht vollständig von den Flügeldecken bedeckt ist. Die Körperform der subtropischen Callosobruchus-Arten ist stärker birnenförmig, mit einem nach vorne zulaufenden Halsschild, als die der ovaleren Bruchus-Arten. Sie sind rotbraun gezeichnet, mit einem mehr oder weniger hellen Fleck in der unteren Mitte des Halsschildes. Eine mikroskopisch feine Behaarung verleiht ihnen einen leichten Schimmer. Das unbedeckte Hinterleibsende ist weiß mit zwei braunen Flecken, so dass von oben der Eindruck eines hellen Längsstreifens entsteht.

Beim 3 bis 4 Millimeter langen Vierfleckigen Bohnenkäfer sind die Flügeldecken mit abwechselnd je drei schwarz – grauweiß – schwarzen Flecken leicht gezeichnet. Der Chinesische Bohnenkäfer ist 2 bis 4 Millimeter lang und fällt durch die verzweigten Fühler der Männchen auf. Die Deckflügel der Männchen können leicht gezeichnet sein, während die Weibchen einheitlich nussbraun sind.

Die Larve ist weißlich, leicht gekrümmt mit einem kleinen Kopf. Sie verbleibt über das Puppenstadium und bis zur Entwicklung ausgereifter Käfer im Samen. Die Eier werden einzeln an die lagernden Samen geklebt.

Ähnliche Schädlinge

  • Die Erbsen- Linsen- und Ackerbohnenkäfer aus der Gattung Bruchushaben eine ovale Körperform und vermehren sich nur im Freiland
  • Beim Speisebohnenkäfer sind die Flügeldecken und das bräunliche Hinterleibsende nur schwach gezeichnet, er befällt nur Speisebohnen (Phaseolus spp.)
  • Auch Speckkäfer der Gattung Trogodermakönnen an Leguminosensamen fressen, der Khaprakäfer hat ein ebenfalls unbedecktes Hinterleibsende, doch dieses ist dunkel gefärbt. Fraßschäden an den Samen von außen sind hier typisch.

Schadbild und Schadwirkung an Körnerleguminosen

Befallene Leguminosensamen weisen zunächst nur mit der Lupe erkennbare Eintrittslöcher auf. Vor dem Schlupf ist gegen Licht ein durchscheinendes Fenster zum Fraßgang erkennbar. Später zeigen sich die kreisrunden Schlupflöcher der Käfer von circa 2,5 Millimeter Durchmesser. Dabei können mehrere Schlupflöcher an einem Samen gefunden werden. Der Vierfleckige Bohnenkäfer befällt verschiedene Bohnenarten und der Chinesische Bohnenkäfer befällt Ackerbohnen, Linsen, Sojabohnen und viele andere Hülsenfrüchte im Lager, aber keine Erbsen oder Speisebohnen (Phaseolus spp.).

Befallene Samen sind für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet, da die Schädlinge und ihre Ausscheidungen gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Die Keimfähigkeit und Keimkraft der Samen wird durch Beschädigung des Keimlings beeinträchtigt.

Biologie und Lebensraum

Die in den Tropen und Subtropen verbreiteten Vierfleckigen und Chinesischen Bohnenkäfer sind wärmeliebend und können durch Importe eingeführt werden. Sie können sich in Vorräten, insb. in beheizten Räumen, etablieren. Geschlüpfte Käfer haben eine kurze Lebensdauer von 2 bis 4 Wochen, in der sie keine Nahrung oder Flüssigkeiten benötigen. Sie legen ihre Eier direkt an die lagernden Samen. Nach ca. vier Wochen schlüpfen die Larven, dringen in die Bohnen ein und legen dort eine Höhle sowie einen Schlupfgang bis an die Samenhaut mit einem durchscheinenden "Fenster" an. Die Entwicklung im Samen dauert je nach Temperaturen 1 bis 4 Monate.

Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen

Vorbeugende Maßnahmen

  • Gründliche Lagerhygiene und Wareninspektion
  • Leerraumbehandlungen durch Pyrethrum oder Kieselgur
  • Kieselgur in oder auf den Vorräten hindert die weitere Verbreitung der Schädlinge

Biologische Maßnahme: Nützlingseinsatz

Direkte physikalische und chemische Bekämpfung

  • Hochdruckbehandlung
  • Thermische Verfahren: Hitze- oder Kältebehandlung
  • Begasung mit Kohlendioxid oder Stickstoff

Bitte informieren Sie sich unbedingt über die aktuelle Zulassungssituation und Anwendungsbestimmungen, z. B. für Pflanzenschutzmittel unter www.pflanzenschutz-information.de (für pflanzliche Vorräte) oder für Biozidprodukte unter www.baua.de (für verarbeitete Produkte).

Letzte Aktualisierung 20.09.2016

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