Soja aus der Heimat

Soja aus der Heimat

Sojamilch, -joghurt, -schnetzel oder Tofu: Immer mehr Menschen steigen auf die pflanzliche Alternative um. Weil sie Kuhmilchprodukte nicht vertragen, sich vegan ern├Ąhren oder einfach, weil es ihnen schmeckt. Auch als Tierfutter sind die H├╝lsenfr├╝chte ├Ąu├čerst beliebt. Kein Wunder, denn Sojabohnen enthalten vergleichsweise viel Eiwei├č, und das in einer f├╝r die menschliche Ern├Ąhrung und die Tierf├╝tterung sehr g├╝nstigen Zusammensetzung. Die Nachfrage nach Sojabohnen ist bei uns entsprechend hoch. Der weit ├╝berwiegende Teil des in Deutschland verwendeten Sojas stammt aus ├ťberseeimporten, vorwiegend aus den USA und S├╝damerika. Die Hauptanbaul├Ąnder setzen voll auf Gentechnik: Laut internationalen Agrarstatistiken sind 78 Prozent der weltweit angebauten Sojabohen gentechnisch ver├Ąndert. Wer GVO (gentechnisch ver├Ąnderte Organismen) vermeiden will, hat es immer schwerer. Selbst bei Bioware besteht die Gefahr von Verunreinigungen, beispielsweise durch Auskreuzung von Gentechnikpflanzen oder beim Transport und der Lagerung. Weite Transportwege und die Regenwald-Abholzung f├Ârdern zudem den Ruf nach Alternativen.

Qualit├Ąt und Quantit├Ąt m├╝ssen stimmen

Diese Alternative hei├čt heimischer Anbau. Besonders im ├Âkologischen Landbau ist die Nachfrage gro├č. Soja ist eine w├Ąrmeliebende Pflanze. Daher befindet sich ein Gro├čteil der derzeit rund 16.000 Hektar Anbaufl├Ąche im S├╝den Deutschlands, in Bayern und Baden-W├╝rttemberg. Das Problem im etwas k├╝hleren Norden ist gar nicht unbedingt, dass die Sojapflanzen dort nicht ordentlich wachsen, sondern dass manche Sorten nicht rechtzeitig reif werden, bevor der k├╝hl-feuchte Herbst kommt. Die Forscher versuchen deshalb Sojasorten zu z├╝chten, die auch in einem etwas k├╝hleren Klima m├Âglichst fr├╝h reifen. Weitere Zuchtziele sind ein lohnender Ertrag und ern├Ąhrungsphysiologische Qualit├Ąten, die f├╝r die Herstellung von Lebens- und Futtermitteln geeignet sind.

N├Ąhrstoffe f├╝r den Boden

Viele Landwirtinnen und Landwirte wollen die von ihnen angebauten Sojabohnen auf ihrem eigenen Hof verf├╝ttern. Das ist aber nicht ohne weiteres m├Âglich. Die Sojabohnen m├╝ssen hitzebehandelt werden, damit die Nutztiere sie optimal verdauen k├Ânnen. Bisher gibt es nur wenige Anlagen zur Aufbereitung von Sojabohnen. Einer der Schl├╝sselfaktoren f├╝r mehr heimischen Sojaanbau ist deshalb die M├Âglichkeit zur Verarbeitung auf dem eigenen Hof. Mobile oder hofeigene Aufbereitungsanlagen werden deshalb derzeit erprobt.

Neben den Fr├╝chten sind auch die Wurzeln der Sojabohne ein Gewinn. Genau wie Klee, Ackerbohne und andere H├╝lsenfr├╝chte bindet die Sojabohne in Symbiose mit den sogenannten Kn├Âllchenbakterien in ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft. Einen Teil dieses wertvollen Pflanzenn├Ąhrstoffs l├Ąsst die Sojapflanze nach der Ernte ├╝ber Wurzel- und Pflanzenreste im Boden zur├╝ck. Dort steht er f├╝r die nachfolgenden Kulturen als D├╝nger zur Verf├╝gung. Diesen Effekt nutzen die Biob├Ąuerinnen und Biobauern bei der Wahl der Fruchtfolge. Wenn nach der Sojabohnenernte auf dem Acker zum Beispiel Mais, Kartoffeln, Getreide oder Gem├╝se angebaut werden, k├Ânnen diese Pflanzen einen Teil ihres Bedarfs an Stickstoff f├╝r ihr Pflanzenwachstum aus den Hinterlassenschaften der Soja decken.


Letzte Aktualisierung 03.12.2019

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