Rauhaarige Wicke (Vicia hirsuta), Acker-Wicke

Rauhaarige Wicke

auch Behaarte Wicke, Acker-Wicke,  Vicia hirsuta L., Familie Hülsenfrüchtler (Leguminosae)

Schadwirkung der Wicke im ökologischen Ackerbau

Auf einigen ökologisch wirtschaftenden Betrieben ist die Rauhaarige Wicke in den letzten Jahren zu einem Problembeikraut geworden. Sie tritt vorwiegend nach einem feuchten Frühjahr massenhaft im Getreide aber auch in allen anderen Kulturen auf. Es kommt zu Ertragseinbußen und Erntebehinderungen.

Merkmale des kletternden Beikrautes

Die Rauhaarige Wicke ist ein einjähriges Samenbeikraut. Die zarten, vierkantigen Stängel klettern und sind verzweigend und zerstreut behaart. Die Laubblätter sind meist sechspaarig gefiedert und besitzen am Ende eine Ranke. Die Fiederblättchen sind linealisch, vorn gestutzt mit einer eingelassenen Spitze.

Die Wicke blüht vom Spätfrühling bis zum Sommer in Form von drei- bis sechsblütigen Trauben mit kleinen, lang gestielten weißen Blüten. Ihre Krone ist bläulich-weiß, die Fahne an der Spitze meist violett. Die Früchte sind weich behaarte Hülsen mit jeweils zwei bis vier beigefarbenen Samen. Reife Hülsen platzen auf und die Hälften rollen sich spiralig auf.

Vermehrung und Verbreitung:

Die Samen bleiben in kultiviertem Boden ca. 6 Jahre lang keimfähig und können die Verdauung durch Rinder überstehen. Sie keimen im Herbst und im Vorfrühling. Die Keimblätter befinden sich unter der Bodenoberfläche, daher erscheinen zuerst die gefiederten und berankten Laubblätter.

Standort: Die Rauhaarige Wicke bevorzugt leichte, sandige, nährstoffarme und schwach saure Böden.

Spezifische Regulierungsstrategien: vorbeugen und mechanisch bekämpfen

Vorbeugung

  • Die Wahl langstrohiger Getreidesorten kann die Konkurrenzkraft gegenüber dem kletternden Unkraut erhöhen und seine Samenbildung verringern.
  • Erhöhung des Anteils an Sommerungen in der Fruchtfolge
  • Jauche- oder Gülledüngung im Frühjahr, unter Beachtung weiterer vorkommender Beikrautarten, da stickstoffliebende Beikräuter wie Kletten-Labkraut stark gefördert werden
  • Früher Saatzeitpunkt bei Sommerweizen! So treffen Bearbeitungsmaßnahmen und Striegeln auf noch empfindliche, junge Wickenpflanzen.

Bekämpfung

  • Junge Pflanzen können im Keimblattstadium durch Striegeln, bis zum 3-Blatt-Stadium durch Hacken, und als junge Pflanze durch Fräsen bekämpft werden.
  • Striegeln des Getreides ab Schossen bis nach dem Ährenschieben ("herauskämmen")- stört das Wachstum und reduziert Samenbildung.
    In Weizen schon bei einfacher Anwendung wirksam, besonders in konkurrenzstarken Beständen. Roggen erreicht schon früh eine für das Striegeln ungeeignete Höhe.
  • Hacken im Sommerweizen bei BBCH 30/ 31

Weblink

Forschungsbericht Regulierung der Rauhaarigen Wicke: Ein Forschungsprojekt zeigte die Wirksamkeit des Herauskämmens und testete gezielte thermische Behandlung in Befallsnestern (als wirkungsvoll befunden) sowie den Einsatz von Staubkainit (bedarf vor praktischer Anwendung weiterer Entwicklung).

Letzte Aktualisierung 24.04.2018

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