Kletten-Labkraut, Klebkraut (Galium aparine)

Kletten-Labkraut, Klebkraut

Galium aparine L., Familie Rötegewächse (Rubiaceae)

Schadwirkung

Kletten-Labkraut kommt in vielen Kulturen im Ackerbau, bevorzugt im Wintergetreide aber auch im Sommergetreide, seltener in Obstanlagen vor. Bei hoher Stickstoffnachlieferung in den Beständen wird die Verzweigung und damit Samenbildung gefördert. Als Stickstoffzeiger zählt es im ökologischen Landbau daher nicht zu den Hauptbeikrautarten.

Merkmale des Samenbeikrauts

Kletten-Labkraut ist ein sommereinjähriges bis einjährig-überwinterndes, kletterndes Beikraut. An den Blättern, Stängeln und Früchten befinden sich Hakenborsten mit denen das Beikraut an anderen Pflanzen hochklimmen kann.

Die verzweigten Stängel sind vierkantig, und werden bis 120 Zentimeter hoch. Die lanzettlichen, klebrigen Laubblätter sind am Blattgrund verschmälert und zu ca. sechsblättrigen Quirlen angeordnet. Die Blütezeit reicht vom Vorsommer bis in den Herbst. Zwei bis fünf kleine Blüten mit weißen Kronblättern stehen jeweils in den Blattachseln.

Vermehrung und Verbreitung

Die Keimung erfolgt von Herbst bis Frühjahr aus ein bis zehn Zentimeter Tiefe. Die fleischigen Keimblätter sind lang-oval, blau-grün und besitzen eine eingezogene Spitze. Sie sind etwa 15 Millimeter lang, gestielt, deutlich geadert und am Ende des Mittelnervs eingekerbt.

Durch die namensgebende Klebkraft der Samen wird das Beikraut leicht mit Stroh und Grünfutter über Dung in den Flächen verteilt. Minimalbodenbearbeitung begünstigt die Samenkeimung.

Standort: Kletten-Labkraut bevorzugt fruchtbare, nährstoffreiche Humusböden, ist aber auch auf Lehm- und Tonböden zu finden. Es ist schattentolerant und gilt als Zeigerpflanze auf nahezu allen Böden für eine gute Stickstoffversorgung.

Spezifische Regulierungsstrategien

Vorbeugung:

  • Zertifiziertes Saatgut verwenden
  • Dung kompostieren um eine Verschleppung damit zu vermeiden
  • Ansaat von Blühstreifen neben Hecken um ein Einwachsen von der Hecke ins Feld zu vermeiden
  • Vermeidung einer Spätdüngung mit Gülle oder insbesondere Jauche.

Bekämpfung:

  • Abflammen bis ins 4-Blattstadium
  • wiederholte flache Bodenbearbeitung im frühen Stadium
  • Einsatz der Federzahnhackegge (Federzinkenstriegel) ab BBCH 25 bis BBCH 39/45 mit acht Kilometer pro Stunde im Weizen, frühes und spätes Striegeln (nur zweimalig!) verbessert zusätzlich die Wirkung
  • Hacken und Häufeln zur Bekämpfung im späteren Stadium
  • späteres Striegeln mit Knicken der Triebe führt zu Wachstumsverzögerung bis -stillstand
  • Mulchen
  • mehrere Sommerungen in Folge anbauen

Letzte Aktualisierung 24.04.2018

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