Acker-Fuchsschwanz (Alopecurus myosuroides)

Acker-Fuchsschwanz

Alopecurus myosuroides, syn. A. agrestis, Familie: Süßgräser (Poaceae)

Schadwirkung des Grases

Der Acker-Fuchsschwanz kommt in vielen Kulturen im Ackerbau vor, insbesondere bei hohem Wintergetreideanteil. Da er schon im Herbst keimt und besonders auf schweren Böden auftritt, wird er durch das im Wintergetreide übliche Striegeln im Frühjahr nicht erfasst. Bei massenhaftem Auftreten ist er ein starker Konkurrent.

Das Gras kann von Feldrainen her ins Feld einwandern. Als Wirt des Mutterkorns kann er diese Pilzinfektionen in Weizen begünstigen.

Merkmale des Ackerfuchsschwanzgrases

Acker-Fuchsschwanz ist ein sommereinjähriges und einjährig-überwinterndes, horstbildendes Ährengras. Die schmalen, scharfrandigen und unbehaarten Laubblätter besitzen keine Blattöhrchen. Die langen, oft rötlichen Blatthäutchen sind gezähnt.

Die Blüte erfolgt bevorzugt im Frühsommer, ist jedoch bis Oktober möglich. Einblütige Ährchen befinden sich in schlanken, bis acht Zentimeter langen, an beiden Enden verschmälerten Blütenständen. Diese sind oft rötlich überlaufen. Die Ährchen weisen bis zur Mitte verwachsene Hüllspelzen auf. Die Granne geht fast am Grund der Deckspelze ab und ragt weit aus den Ährchen hervor.

Vermehrung und Verbreitung

Die Keimung erfolgt von Herbst (hauptsächlich) bis ins Frühjahr aus 0 bis zehn Zentimeter Tiefe. Das zarte, korkenzieherartig gewundene Keimblatt weist eine unbehaarte, schmale Blattspreite auf und ist am Grunde häufig rötlich.

Die meisten Samen keimen oder verlieren ihre Keimfähigkeit innerhalb von vier Jahren, einige, z.B. durch den Pflug tief vergrabene, bleiben aber mehr als 11 Jahre lang keimfähig. Sie treten als Besatz in Getreide-, Gras- und Kleesaatgut auf, werden sonst aber kaum im Feld und nicht durch Tiere verteilt; sie keimen nicht mehr nach Verdauung durch Vögel oder Nutztiere. Daher verbleiben Ackerfuchsschwanznester stabil an Ort und Stelle im Feld, sind von dort aber schwer zu beseitigen.

Standort: Acker-Fuchsschwanz bevorzugt mittlere bis schwere, kalkhaltige Böden.

Spezifische Regulierungsstrategien im ökologischen Landbau

Vorbeugung:

  • Anteil Wintergetreide in der Fruchfolge verringern
  • Getreideanteil in der Fruchtfolge auf 40% reduzieren
  • Bodenverdichtungen vermeiden
  • Bei reduzierter Bodenbearbeitung mindestens alle 5 Jahre pflügen
  • Wintergetreide spät und mit engem Reihenabstand sähen Sommergetreide eher später sähen

Bekämpfung:

Die Hauptquelle des Befalls sind Unkrautsamen des direkt vorangegangenen Anbaujahres!

  • Bei relativ neuem Befall des Feldes mit Ackerfuchsschwanz (wenig Samen im Boden vorhanden): tief pflügen und in Folgejahren den Boden flacher bearbeiten. Dies ist besonders nach einem feuchten Sommer ratsam, da dieser die Keimung der Fuchsschwanzsamen verlangsamt und zu langfristiger Keimfähigkeit führt. Bei langfristigem Befall werden durch Pflügen nur früher vergrabene Samen an die Oberfläche gebracht.
  • Nach heißen Sommern keimen Fuchsschwanzsamen großteils sofort, und werden durch intensive Stoppelbearbeitung gut bekämpft.
  • Flaches Pflügen und andere mechanische Regulierungsmaßnahmen wiederholt durchführen, Getreide bei Trockenheit Striegeln
  • Getreide in weiter Reihe anbauen und hacken. Erst nach dem Hacken Gülle oder Jauche düngen.
  • Felder für die Produktion von Grassaatgut im ersten Anbaujahr mähen oder beweiden 

Weblink

Merkblatt: Ackerfuchschwanz in Wintergetreide durch Hacken regulieren

Letzte Aktualisierung 24.04.2018

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