Johannisbeer-Blasenlaus (Cryptomyzus ribis)

Johannisbeerblasenlaus

Cryptomyzus ribis (L.), Familie: Röhrenläuse

Beschreibung und Schadbild

Im Frühjahr verursachen die Tiere durch Saugtätigkeit an der Blattunterseite nach oben gewölbte Blasen an den Blättern. An der Roten Johannisbeere sind diese rötlich, an der Weißen gelblich und an der Schwarzen gelbgrün gefärbt. Die Früchte und Blätter weisen meist Honigtaubelag auf, woraufhin sich später Rußtaupilze entwickeln.

Die bis zu 2,3 Millimeter langen Blattläuse besiedeln die Blattunterseite unter den blasigen Aufwölbungen. Jungtiere sind fast weiß, ausgewachsene zunehmend blassgrün gefärbt. Sie haben lange, schmale und ebenfalls blassgrüne Hinterleibsröhren und Fühler.

Schadwirkung im ökologischen Obstbau

Meist ist der Befall durch die Johannisbeerblasenlaus unschädlich. Ein früher Befall stört die Blatt- und Triebentwicklung. Die Blasenlaus wird als Virusüberträger der Adernbänderung (Gooseberry vein-banding) mit angesehen.       

Biologie

Die Eier der Blattlaus überwintern an den Ruten der Pflanze. Im Frühjahr schlüpft sie und verursacht durch ihre Saugtätigkeit die Blattblasen, unter deren Schutz sie sich zu großen Kolonien vermehrt. Die wirtswechselnde Blattlausart wandert im Juni auf krautige Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler über. Im Herbst kehrt sie zur Eiablage auf Johannisbeeren zurück.

Regulierungsstrategien

Befallsfeststellung

Winter:

  • Bestandskontrolle der mehrjährigen Ruten auf Eier
  • bei 10 Probestellen jeweils 20 Stücke von 10 cm Länge
  • Schadschwelle: 25 Blattlauseier je Meter Rute

Während des Austriebs bis Juli:

  • 10 Probestellen und je 10 Büschel und Triebspitzen von 20 cm Länge
  • Schadschwelle: Befall an 10 % der Ruten

Vorbeugende Maßnahmen

  • zurückhaltende Anwendung stickstoffreicher Dünger
  • Nützlingsförderung
  • stark befallene Äste entfernen
  • Die Beschreibende Sortenliste Strauchbeerenobst des Bundessortenamtes (Stand 2002) benotet die Anfälligkeit von Johannisbeersorten gegenüber der Blasenlaus. Robiste Sorten sind demnach:
    Rote Johannisbeere: Heinamnns Rote Spätlese, Red Lake, Rose Hollander
    Weiße Johannisbeere: Primus, Weiße Holländische, Weiße Langtraubige, Zitavia

Direkte Bekämpfung

  • Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kali-Seife
  • Im Anbau von Johannis- oder Stachelbeeren oder ihren krautigen Sommerwirten unter Glas können Schlupfwespen der Gattung Aphidius eingesetzt werden

Weblink

natuurvideos: Lebendgeburt einer Johannisbeerblasenlaus, Film auf www.youtube.com (ab Minute 14)

Letzte Aktualisierung 21.01.2019

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