Apfelrostmilbe

Apfelrostmilbe

Auculus schlechtendali (Nalepa), Familie: Gall- und Rostmilben

Schadbildbeschreibung

Die nur bis 0,2 mm große Apfelrostmilbe ist nur mit einer Lupe erkennbar. Ihr Körper ist spindelförmig und gelblich-braun mit vier Vorderbeinen, ihre Hinterbeine sind nur in Ansätzen vorhanden. Ihre Saugtätigkeit führt zu Verfärbungen der Blätter: zunächst verfärben sich die Blattunterseiten gelblich, später rostig braun, und die Blattoberseite bekommt eine matte Oberfläche. Die Blätter können silbrig-braun welken und sich nach unten krümmen.  Bei starkem Befall kommt es besonders an empfindlichen Sorten zu Berostung und schlechter Ausfärbung der Früchte.

Schadwirkung

Der Schaden entsteht durch die Saugtätigkeit an Blatt- und Fruchtzellen. Empfindliche Sorten sind Jonagold, Elstar, Gala und Braeburn.

Biologie in Kürze

Die weiblichen Rostmilben überwintern hinter Knospenschuppen und Rindenrissen. Schon vor der Blüte beginnen sie, sich über Eiablage an den Knospen zu vermehren. Die Generationsfolge beträgt bei hohen Temperaturen nur 7 bis 14 Tage. Im Juni vermehren sie sich besonders stark und erreichen im Juli und August den Höhepunkt des Befalls. Ab Ende August suchen die Rostmilben ihr Winterversteck auf.

Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen

Befallsüberwachung

  • Kontrolle der Blattunterseiten mit einer mindestens 15-fach vergrößernden Lupe. Ab 200-300 Milben pro Blatt nach der Blüte sind ertragsrelevante Schäden zu erwarten.

Vorbeugende Maßnahmen

Da die Raubmilben Typhlodromus pyri, Hypoaspis spp., Phytoseiulus persimilis und Amblyseius andersoni eine stärkere Vermehrung des Schädlings verhindern können, ist Raubmilbenförderung eine wichtige, vorbeugende Maßnahme.

  • raubmilbenschonende Spritzfolge. Besonders Schwefelspritzungen schädigen Raubmilben.
  • Pflanzen von Hecken (zum Beispiel Brombeeren, Roter Hartriegel, Haselnuss, Rote Heckenkirsche)
  • Gewährleistung eines ständigen Pollenagebotes, zum Beispiel durch alternierendes Mulchen
  • Um Raubmilben in einer Anlage zu integrieren, können Umsiedlungsverfahren angewendet werden. Dabei werden Tiere aus besiedelten Anlagen mittels Pflanzenmaterial oder Filzstreifen in raubmilbenfreie Anlagen umgesiedelt.
  • Weitere natürliche Gegenspieler von Milben sind die Larven von Schwebfliegen und Florfliegen, die Raubwanze Macrolophus pygmaeus und räuberische Blumenwanzen. Sie gilt es durch geeignete Saumstrukturen zu fördern.

Direkte Bekämpfung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln

Im Allgemeinen wird die Rostmilbe im Öko-Obstbau durch die Spritzungen mit Schwefelpräparaten gegen Schorf unter Kontrolle gehalten.

Derzeit sind keine Pflanzenschutzmittel in Deutschland gegen Apfelrostmilben zugelassen.


Letzte Aktualisierung 12.12.2019

Nach oben