Mosaikviren an Hopfen

Mosaikviren

Hopfenmosaikvirus (Hop mosaic virus, HpMV) und Apfelmosaikvirus (Apple mosaic virus, ApMV)

Schadbild

An den Blättern treten mosaikartige Aufhellungen auf. Blätter verhärten und drehen sich ein. Das Wachstum ist teilweise gestaucht und verlangsamt. Beim Apfelmosaikvirus können sich zudem ring- und bänderförmige Aufhellungen bilden. Während kühler Witterung oder starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht treten die Symptome stärker in Erscheinung. Auch latente Infektion ohne Symptome kann vorliegen.

Ähnliche Schaderreger

Das Latente Hopfenvirus (HpLV), das Amerikanische Latente Hopfenvirus (AHpLV) und das Latente Hopfenviroid (HpLVd) führen meist zu keinen sichtbaren Symptomen. Schäden entstehen bei Mischinfektionen mit weiteren Viren.

Das Arabismosaikvirus (ArMV) führt zu gekräuselten Triebspitzen (Kräuselkopf), tritt aber bisher in Deutschland nicht auf. Das Hopfenstaucheviroid (HpSVd) und das Zitrusviroid IV (CVd IV oder CBCVd) treten ebenfalls noch nicht regelmäßig in Deutschland auf, stellen aber eine echte Gefahr dar. CBCVd wurde 2019 erstmals im bayerischen Hopfenbau nachgewiesen. Sie führen zu starken Wachstumsstauchungen und Ertrags- und Qualitätseinbußen.

Eine sichere Bestimmung der jeweiligen Viren- oder Viroidart ist nur durch Laboruntersuchung möglich.

Schadwirkung

Mosaikviren treten in allen Hopfenbaugebieten auf. Ertrag und Alphasäuregehalt werden durch Virenbefall vermindert. Besonders hoch ist das Schadpotential des Apfelmosaikvirus.

Biologie

Das Hopfenmosaikvirus wird durch Blattläuse übertragen, die den Erreger schon bei Probestichen an infizierten Pflanzen aufnehmen können. Für einen begrenzten Zeitraum können sie gesunde Pflanzen infizieren (nicht-persistente Übertragung).

Das Apfelmosaikvirus wird dagegen mechanisch übertragen, zum Beispiel durch Pflegemaßnahmen oder die direkte Berührung benachbarter Pflanzen.

Regulierungsstrategien

Vorbeugung

  • Virusfreies Pflanzmaterial mit Zertifikat verwenden. Dieses wird durch Meristemkultur im Labor erzeugt oder von durch Wärmebehandlung virusfrei gemachten Mutterpflanzen gewonnen.

Zudem muss die Einschleppung noch nicht auftretender Virenarten verhindert werden:

  • Geräte gründlich desinfizieren bevor sie auf anderen Betrieben eingesetzt werden
  • In ausländischen Hopfengärten Schuhüberzieher tragen
  • kein Einsatz von Komposten welche Material von Zitrusfrüchten (Früchte, Schalen oder Holz) enthalten können
  • kein Einsatz von Rebhäcksel aus potentiell befallenen Gärten oder mit unklarer Herkunft
  • aus dem Ausland eingeführtes Pflanzmaterial auf Virusfreiheit testen

Direkte Bekämpfung

  • Werden befallene Hopfengärten gerodet, müssen lebende Pflanzenreste sorgfältig entfernt und die Fläche ein Jahr frei von Hopfen gehalten werden.

Weblink

LfL Bayern: Viroid- und Virusinfektionen an Hopfen

Letzte Aktualisierung 16.09.2019

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