Hopfenerdfloh an Hopfen

Hopfenerdfloh

AuchHanferdfloh, Psylliodes attenuatus (Koch), Familie: Blattkäfer

Beschreibung

Der Hopfenerdfloh ist ein schwarzer, metallisch grün bis bronzefarben glänzender Käfer. Sein Körper ist rundlich oval und 2 bis 2,8 Millimeter lang. Die schmalen Fühler und die Beine sind gelbrot. Die langen, kräftigen Hinterbeine mit den verdickten Schenkeln ermöglichen die namensgebende springende Fortbewegung mit Sprüngen von bis zu 60 Zentimetern weit. Er hält sich in Bodennähe bis zu 1,50 Meter Höhe auf. Die weiße Larve lebt im Boden.

Der Hopfenerdfloh ist im Frühjahr der erste Schädling an den frischen Hopfentrieben nach dem Schneiden. Die Käfer fressen im März und April Löcher in das Blattgewebe. Bei stärkerem Befall wirken die Blätter wie von Schrotkugeln durchlöchert oder fast skelettiert.

Ab Ende Juli verursacht die neue Käfergeneration Lochfraß an Blüten und Doldenspindeln sowie Doldenblättchen. Aus angebissenen Blüten entwickeln sich missgebildete, kleine bräunliche Dolden.

Ähnliche Schädlinge

Ein Teil des Erdflohbefalls an Hopfen wird durch den Nordeuropäischen Rübenerdfloh Chaetocnema concinna verursacht. Stark durch Erdflöhe geschädigte Dolden ähneln dem Schadbild des Peronospora-Befalls.

Schadwirkung

Der Hopfen-Erdfloh befällt Hopfen und Hanf sowie Brennnesseln. Er wird im Ökologischen Hopfenbau in zunehmendem Maße zu einem gravierenden Problem. Der Schädlingsdruck hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Bei starkem Befall der Triebe im Frühjahr kann es zu Verzögerungen beim Pflanzenwachstum und in seltenen Extremfällen sogar zu einem Absterben der Triebe kommen. Ab einer Pflanzenhöhe von etwa einem Meter ist dieser Blattfraß der Tiere allerdings nicht mehr von Bedeutung. Bei stärkerem Blütenbefall enstehen missgebildete Dolden die keinen Wert mehr besitzen.

Biologie

Der Hopfenerdfloh überwintert als ausgewachsener Käfer im Boden, Laub oder in Ritzen der Hopfensäulen. Im Frühjahr schlüpft er ab Temperaturen von fünf Grad aus dem Boden. Zur Zeit des Austriebs wird er aktiv und frisst während des Heranreifens der Eier an den frischen Hopfentrieben (Reifungsfraß). Nach der Paarung werden im Mai und Juni Eier in den Boden abgelegt und die adulten Käfer sterben ab. Die Larven schlüpfen, entwickeln und verpuppen sich im Boden.

Die ab Ende Juli aus dem Boden schlüpfende neue Käfergeneration befällt dann vorwiegend die jüngsten Pflanzenteile des Hopfens, nämlich die Bereiche um die Blüten und die sich entwickelnden jungen Dolden. In Versuchen entwickelten sich bis zu 3000 Käfer je Hopfenpflanze, also sechs Millionen Käfer je Hektar. Im Spätherbst verkriechen sich die Tiere wieder zur Überwinterung.

Regulierungsstrategien

Im Öko-Hopfenbau gibt es derzeit keine wirksame Praxismethode der Erdflohregulierung und die entstehenden Schäden werden gezwungenermaßen hingenommen. Ein gewisser Schutz ist durch eine Behandlung des Hopfenaustriebs mit Gesteinsmehlen zu erreichen.  

Letzte Aktualisierung 16.09.2019

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