Zwiebelblattlaus

Zwiebelblattlaus

Neotoxoptera formosana (Takahashi), Familie: Röhrenblattläuse

Schadbildbeschreibung

Vor allem im Gewächshaus, im Sommer vereinzelt auch im Freiland, treten die Zwiebelblattläuse an Allium-Arten und anderen Kulturpflanzen auf. Sie sind vor allem am Stängel- und Blattgrund zu finden und sorgen durch ihre Saugtätigkeit für Verfärbungen sowie Verdrehungen und Kräuselungen der Blattstiele und Blätter. Sie sind auch an geernteten und lagernden Zwiebeln zu finden.

Alle Stadien der Zwiebelblattlaus sind rötlich- bis braun-schwarz gefärbt. Sie sind etwa 1,5 bis 2,5 Millimeter groß. Bei den Geflügelten sind die Flügeladern breit dunkel gesäumt und erscheinen dadurch netzartig gezeichnet. Die Hinterleibsröhren sind nur wenig heller als der Körper.

Schadwirkung im Zwiebelanbau

Die aus Asien eingeschleppte Blattlausart verursacht große Schäden an Zwiebeln, Schnittlauch und anderen Zwiebelgewächsen. Außerdem besteht die Gefahr der Virusübertragung: die Zwiebelblattlaus überträgt unter anderem das Gelbstreifigkeitsvirus der Zwiebel (IYSV), das Gurkenmosaikvirus (CMV), das Löwenzahngelbmosaikvirus (DaYMV) und das Nekrotische Rübenvergilbungsvirus (BYV).

Biologie in Kürze

Die Zwiebelblattlaus ist nicht wirtswechselnd und überwintert an Zwiebelgewächsen sowie Lagerzwiebeln. Es treten nur lebend gebärende Weibchen auf. Wie und wann die Besiedlung im Frühjahr erfolgt, ist nicht genau bekannt. Die Tiere verstecken sich gerne in Erdrissen.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • frühe Aussaat,
  • Fruchtwechsel beachten,
  • Kulturschutznetze (Maschenweite bis 0,5 mm),
  • Anlegen von Blühstreifen zum Anlocken von Schwebfliegen und Saumstrukturen für die Überwinterung und Förderung vielfältiger Blattlausgegenspieler

Biologische Bekämpfung durch Nützlinge

Im Gewächshaus kann der Einsatz von Nützlingen, zum Beispiel Blattlausschlupfwespen, Räuberischen Gallmücken, Florfliegen, Schwebfliegen und Marienkäfern, erfolgen.

Direkte Bekämpfung durch zugelassene Pflanzenschutzmittel

Derzeit sind in verschiedenen Gemüsen Pflanzenschutzmittel auf Basis folgender Wirkstoffe zugelassen:

  • Kaliseife
  • Rapsöl
  • Pyrethrine mit Rapsöl haben gleichzeitig einen schädigenden Nebeneffekt auf Nützlinge, ihre Anwendung sollte daher möglichst vermieden werden.

Zusätzlich können in Zwiebelgemüsen eingesetzt werden:

  • Pflanzenschutzmittel auf Basis von Niem (Wirkstoff Azadirachtin) wirken als Fraßgift spezifisch und schonen Nützlinge.

Bitte überprüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, z. B. unter www.pflanzenschutz-information.de!

Letzte Aktualisierung 09.12.2019

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