Salatwurzellaus

Salatwurzellaus

Pemphigus bursarius (L.), Familie: Blasenläuse

Schadbildbeschreibung

Der Schaden tritt im Hoch- und Spätsommer, besonders bei trocken-warmem Wetter, an Kopfsalat, Chicorée und Endivien auf. Die Pflanzen welken. Die Salatköpfe werden nur mangelhaft ausgebildet. An den Wurzeln, insbesondere im Bereich des Wurzelhalses finden sich weißliche Wachsflocken. Dazwischen sind gelbe, wachsbestäubte Läuse zu finden.

Die Pflanzenläuse selbst sind 2,4 Millimeter groß und besitzen keine Hinterleibsröhren. Sie haben Wachsdrüsen, aus denen Wachswolle ausgeschieden wird. Die ab Mai einwandernden und ab August abwandernden geflügelten Formen sind grau und leicht wachsig bepudert, ohne Hinterleibsröhren und mit kurzen, kräftigen Fühlern.

Schadwirkung

Die Salatwurzellaus befällt im Sommer Korbblütler wie Salat, Chicorée, Endivien, aber auch Löwenzahn und Gänsedistel. Sie ist Überträger von Virosen und bakteriellen Erkrankungen.

Biologie in Kürze

Die Salatwurzellaus überwintert als Ei an Schwarzpappeln. Dort schlüpft im Frühjahr die Stammmutter, die sogenannte Blattstielgallen bildet, und darin mehr als einhundert geflügelte Nachkommen ungeschlechtlich zur Welt bringt. Ab Mai öffnen sich die Gallen, und die geflügelten Tiere fliegen aus um die Wurzeln ihrer Sommerwirtspflanzen zu besiedeln. Die geöffneten Gallen werden aber auch durch räuberische Blumenwanzen und Florfliegenlarven angegriffen.

Am Sommerwirt vermehren sich die Wurzelläuse in mehreren Generationen ungeschlechtlich. Sie sind in dieser Zeit Beute für Kurzflügel- und Laufkäfer sowie Halmfliegen. Ab August entstehen erneut geflügelte Formen, die den Stängelgrund an der Bodenoberfläche besiedeln. Im Frühherbst kehren die geflügelten Tiere wieder auf den Winterwirt zurück. Dort produzieren sie geschlechtliche Nachkommen, die sich paaren und überwinternde Eier hervorbringen.

Ein Teil der Salatwurzelläuse kann auch an ihrem Sommerwirt überwintern, selbst wenn dieser abstirbt. So stellen Wilde Wirte wie Löwenzahn und Gänsedistel eine weitere Schädlingsquelle im Frühjahr dar.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Resistente Sorten sind verfügbar und können bei Anbietern erfragt werden. Teilweise ist die Resistenz mit der gegen Salatblattläuse verknüpft, es handelt sich jedoch um unabhängig voneinander bestehende Resistenzen.
  • spätere Pflanztermine: zwischen Mitte April und Ende Mai gepflanzte Salate sind besonders gefährdet.
  • befallsfreies Pflanzgut
  • ausreichende Bewässerung
  • Nützlingsförderung, insbesondere Laufkäfer, Kurzflügler, Halmfliegen, Hundertfüßler, Spinnen und weitere Räuber
  • oberflächliches Lockern des Bodens, um den Nützlingen ein Vordringen zum Wurzelbereich zu ermöglichen
  • Ausbringen von Kulturschutznetzen zur Flugzeit

Direkte Bekämpfung durch zugelassene Pflanzenschutzmittel

  • Im Freiland und unter Glas sind in Beständen zur Saatguterzeugung Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Azadirachtin zugelassen. Das Mittel wird in geringem Umfang in der Pflanze transportiert.
  • Zugelassene Präparate auf der Basis von Kaliseife, Rapsöl und Pyrethrinen sollten gegen die Salatwurzellaus nicht eingesetzt werden, da sie nur als Kontaktmittel Wirkung zeigen und die Läuse nicht durch Spritzungen zu erreichen sind.

Bitte überprüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, z. B. unter www.pflanzenschutz-information.de!

Letzte Aktualisierung 09.12.2019

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