Phoma-Fäule des Feldsalates

Phoma-Fäule des Feldsalates

Auch Blattflecken, Stagonosporopsis valerianellae (Gindrat, Semecnik & Bolay), Synonym Phoma valerianellae, Abteilung: Schlauchpilze

Schadbildbeschreibung

Infiziertes Saatgut ist dunkel gefärbt. Keimlinge können kurz nach der Keimung absterben. Es kann frühzeitig zur Bildung von roten Strichen auf Wurzeln, Stängeln und Blättern kommen. Diesen folgen braune oder schwarze Blattflecken.

An älteren Pflanzen sterben die unteren Blätter unter Fäulnisbildung ab. Auf den Befallsstellen sind die kugeligen, hellbraunen bis schwarzen Sporenbehälter des Pilzes zu finden. Nach der Ernte kann es an befallenen Pflanzen zu einer Fäulnis kommen.

Schadwirkung

Die Wirtspflanze ist der Feldsalat. Der Saatgutbefall mit Phoma hat keinen Einfluss auf die Keimrate, führt aber zu verstärkten Ausfallstellen im Bestand. Blattflecken können direkt durch den Erreger verursacht werden oder aufgrund einer allgemeinen Schwächung der Pflanzen durch begünstigten Befall mit Grauschimmel, Schwarzfäule und anderen Erregern.

Biologie in Kürze

Phoma kann als dauerhaftes Pilzgeflecht (Dauermyzel) unter der Samenschale überdauern. Auch bei tiefen Temperaturen (bis -20 Grad) ist der Pilz bis zu 20 Jahre lebensfähig. Der Pilz kann zudem an infizierten Pflanzenresten im Boden oder an Ausrüstungsgegenständen überdauern. Unter feuchten Bedingungen werden die Sporen (Konidien) durch Regenspritzer verbreitet und der Pilz kann durch gesundes Gewebe in die Pflanzen eindringen. Bei Bildung der Hauptfruchtform erfolgt die Verbreitung der Schlauchporen zudem durch den Wind von Feld zu Feld.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Gesundes oder behandeltes Saatgut verwenden
  • Gute Auflaufbedingungen ermöglichen (keine Staunässe, keine zu dichte Aussaat, gute Bodenstruktur, gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit)
  • Saubere Anzuchtgefäße und Kisten verwenden
  • Optimale Saatbettbereitung bei Direktsaat

Direkte Maßnahmen am Saatgut und durch zugelassene Pflanzenschutzmittel

  • Heißwasserbehandlung (50 Grad Celsius, 30 Minuten, sehr gute Wirkung); zur Vermeidung von Keimschädigungen sollten mit der jeweiligen Saatgutcharge Vorversuche zur Ermittlung der optimalen Behandlungstemperatur und -dauer erfolgen.
  • Feuchtheißluftbehandlung (sehr gute Wirkung)
  • Elektronenbehandlung (sehr gute Wirkung)
  • Saatgutbehandlung mit Senfsaatpulver (als Grundstoff zugelassen) oder mit Pflanzenstärkungsmitteln auf Senfmehlbasis (sehr gute Wirkung)

Bitte überprüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, z. B. unter www.pflanzenschutz-information.de!

Letzte Aktualisierung 09.12.2019

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