Falscher Salatmehltau

Falscher Salatmehltau

Bremia lactucae (Regel), Abteilung: Eipilze

Schadbildbeschreibung

Der Erreger kann Salat während der gesamten Kulturzeit infizieren. An älteren Blättern werden auf der Blattoberseite größere, gelbe Flecken sichtbar.

An der Unterseite bildet sich weißer Sporenrasen. Später werden die Befallsstellen braun. Sie vertrocknen oder faulen bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Schadwirkung

Der Falsche Salatmehltau befällt alle Salatarten der Gattung Lactuca, also Kopfsalat, Eisbergsalat, Pflücksalat, Romanasalat. Besonders betroffen sind spätere Sätze im Spätsommer und Herbst. Andere als Salat bezeichnete Blattgemüse wie Endivien, Radicchio, Rucola und Feldsalat werden nicht befallen. An Feldsalat kann dagegen Falscher Mehltau durch einen anderen Erreger, Peronospora valerianellae, auftreten.

Biologie in Kürze

Der Erreger Bremia lactucae ist äußerst variabel und bildet eine Vielzahl an physiologischen Rassen.  Derzeit  sind  35  Rassen  offiziell  gelistet, was die Nutzung resistenter Sorten sehr erschwert.

Der Eipilz ist eigentlich der pilzähnlichen Gruppe der Protisten zuzuordnen. Primäre Infektionen gehen von den Eisporen aus, die im noch grünen Gewebe neben den abgestorbenen Befallsstellen gebildet werden. Eisporen können im Boden längere Zeit überdauern und frisch gepflanzten Salat infizieren. Auch eine Übertragung mit infiziertem Saatgut ist, selbst bei resistenten Sorten, möglich. Der Pilz ist auf das lebende Pflanzengewebe angewiesen. Er lebt im Blattgewebe und nur die Sporenträger ragen durch Atemöffnungen nach außen.

An diesen bilden sich Sporen (Konidien), die durch Wasserspritzer oder Wind verbreitet werden. Bei hoher Luftfeuchtigkeit entlassen die Konidien bewegliche Zoosporen, die durch Wunden und Atemöffnungen in neue Wirtspflanzen eindringen. Die Hauptgefahr besteht im Spätsommer und Herbst. Epidemien entwickeln sich bei anhaltend feuchter und mäßig warmer Witterung.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Sortenwahl: Durch die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Rassen des Pilzes bieten einfache Resistenzgene einen relativ unsicheren Schutz vor Falschem Mehltau. Sorten mit mehreren Resistenzen und Sortenmischungen sind zu empfehlen. In der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes (Stand 1997) sind zum Beispiel Resistenzen für 16 Rassen (Pathotypen) angegeben.
    Auch für den Falschen Mehltau des Feldsalates sind Sorten mit verminderter Anfälligkeit verfügbar, sie sind ebenfalls in der Beschreibenden Sortenliste aufgeführt.
  • Wahl der Salatart: Salatarten unterscheiden sich in ihrer Anfälligkeit, so haben Batavia- und Eisberg-Salate eine bessere, auf mehreren Genen basierende Widerstandskraft als Kopfsalate.
  • Angaben zur Anfälligkeit der Sorten sind in der Beschreibenden Sortenliste enthalten.
  • Verwendung gesunder Jungpflanzen
  • Schnelles Abtrocknen der Bestände fördern: große Pflanzenabstände, Ausrichtung der Reihen in Hauptwindrichtung
  • Jungpflanzen hoch in den Boden setzen, möglichst Dammanbau
  • Klimaführung: möglichst morgens bewässern, unter Glas rechtzeitig lüften
  • Die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Pflanzen kann durch den vorbeugenden Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln auf der Basis von mikrobiellen Präparaten oder Pflanzenextrakten erfolgen.
  • Bei Erntereife unverzüglich ernten
  • Pflanzenreste zügig und sorgfältig in den Boden einarbeiten, Putzabfälle nicht auf den Feldern entsorgen
  • Anbaupause von mindestens vier Jahren einhalten

Direkte Bekämpfung durch zugelassene Pflanzenschutzmittel 

  • Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kupferhydroxid wirken protektiv und müssen bei Befallsgefahr vorbeugend und wiederholt ausgebracht werden. Die jährliche Höchstaufwandmenge von Reinkupfer ist zu beachten.
  • An Feldsalat reduziert eine Saatgutbehandlung durch Heißwasserbeize den samenbürtigen Befall, ist aber nicht immer wirksam.

Bitte überprüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, z. B. unter www.pflanzenschutz-information.de!


Aus der Forschung - Für die Praxis

Neue Züchtungsstrategien für den ökologischen Salatanbau  

Durch die Zusammenstellung von Salat-Zuchtlinien mit ähnlichen äußeren Merkmalen und Erntezeiten aber unterschiedlichen Resistenzgenen lässt sich dreijährigen Versuchen zufolge besonders im Herbstanbau ein stabilerer marktfähiger Ertrag erzielen.

Veröffentlichung: Neue Züchtungsstrategien für den ökologischen Salatanbau

Regulierung des Falschen Mehltaus im Öko-Gemüsebau (2004)

Im Öko-Gemüsebau führt der Falsche Mehltau bei vielen Kulturarten zu hohen Ertragsverlusten. An Zwiebeln und weiteren Gemüsearten wurden Pflanzenstärkungsmittel mit einer effektiven Wirkung gegen Falschen Mehltau untersucht.

Regulierung Falscher Mehltau Pilze an Gemüsekulturen im ökologischen Landbau am Beispiel von Salat und Zwiebeln (FKZ 02OE514)

Letzte Aktualisierung 09.12.2019

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