Braune Gänsedistel-Blattlaus

Braune Gänsedistel-Blattlaus

Uroleucon sonchi (L.), Familie: Röhrenläuse

Beschreibung

Die Braune Gänsedistelblattlaus ist eine dunkel glänzende, schwarz- bis pink-braune Blattlaus. Das lange, fingerförmige Schwänzchen und Teile der Beine sind hell. Junge Stadien sind rötlich. Die Fühler sind in etwa körperlang. Die geflügelten Formen gleichen in der Färbung den Ungeflügelten.

An Salaten treten neben leichten Blattkräuselungen Verschmutzungen und Missbildungen an den Pflanzen durch Honigtau und Rußtaupilze auf.

Ähnliche Schädlinge

An Salattreten neben der Braunen Gänsedistelblattlaus hauptsächlich grünliche bis rötliche Blattlausarten auf.

Die Schwarze Bohnenlaus ist von dunklerer Körperfarbe mit hellen Flecken auf dem Hinterleib.

Die nah verwandte und äußerlich ähnliche Chicorée-Blattlaus (Uroleucon cichorii) kann ebenfalls an Chicorée und Endivien auftreten.

Schadwirkung

Die Braune Gänsedistel-Blattlaus befällt, neben wilden Gänsedisteln, Salate, Chicorée und Endivien. Sie gehört zu den häufigeren Blattlausarten an Salaten, wichtiger sind aber die Große Johannisbeer-Blattlaus, die Grüne Pfirsichblattlaus und andere Arten von grüner Körperfarbe.

Biologie

Die Blattläuse überwintern meist in Form geschlechtlich vermehrter Eier. Im Frühjahr schlüpfen die Stammmütter gebären ungeschlechtliche Nachkommen und formen Kolonien an Gänsedisteln und verwandten Korbblütlern. Ausgewachsene Blattläuse verbreiten sich auf weitere Triebe und Pflanzen. Es findet kein Wirtswechsel statt. Warme und trockene Witterung begünstigt die Entwicklung der Tiere.

Regulierungsstrategien im ökologischen Salatanbau

Vorbeugende Maßnahmen

  • Befallsfreies Pflanzgut verwenden
  • Stoffwechsel der Pflanzen durch Bewässern und Hacken fördern
  • Nützlingsschonung und förderung durch die Auswahl der Pflanzenschutzmittel, ökologische Ausgleichsflächen und Blühstreifen. Die bedeutendsten Gegenspieler im Freiland sind Schwebfliegenlarven, die durch ein Nektar- und Pollenangebot aus offenen Blüten gefördert werden
  • Abdeckung mit Kulturschutznetzen: Maschenweite 1,2 bis 1,6 mm, Ausbringen der Netze vor dem Auflaufen der Saat bzw. sofort nach dem Setzen, Netze am Rand gut im Boden verankern, keine Netze mit Löchern oder Rissen verwenden

Bekämpfung durch Nützlinge im Gewächshaus

Direkte Bekämpfung durch zugelassene Pflanzenschutzmittel

Werden Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse an Salat eingesetzt, ist folgendes zu beachten:

  • Regelmäßige Befallskontrolle
  • Einsatz der Pflanzenschutzmittel so früh wie möglich: vor der Kopfbildung, bei wenigen Kolonien und nicht eingerollten Blättern
  • Bei Anwendung der Pflanzenschutzmittel Blattoberseite und Unterseite benetzen

Derzeit sind in Blattgemüsen Pflanzenschutzmittel auf Basis folgender Wirkstoffe zugelassen:

  • Kaliseife
  • Rapsöl
  • Pyrethrine mit Rapsöl haben gleichzeitig einen schädigenden Nebeneffekt auf Nützlinge, ihre Anwendung sollte daher möglichst vermieden werden.

Bitte prüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, z. B. unter www.pflanzenschutz-information.de!

Letzte Aktualisierung 09.12.2019

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