Bio-Obstbäume pflanzen

Bio-Obstbäume pflanzen

Von Mitte Oktober bis März ist die beste Zeit, um Obstbäume zu pflanzen. Bio-Baumschulen bieten bevorzugt robuste Bäume an darunter viele alte und regionale Sorten. Die passen viel besser auf die Streuobstwiese oder in den naturnahen Garten als Modeäpfel wie Pink Lady oder Braeburn.

Bio-Obstbäume sind von Anfang an umweltfreundlich. Denn Bio-Baumschulen gehen sparsam mit Ressourcen wie Wasser und Dünger um. Wie alle Bio-Betriebe müssen sie auf mineralische Dünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten. Beim Pflanzenschutz gilt „vorbeugen ist besser als heilen“:  Weite Reihenabstände sorgen dafür, dass viel Luft zwischen die jungen Bäume kommt. Das verhindert, dass sich Pilze wie Apfelschorf, Mehltau oder Birnengitterrost ausbreiten. Gegen die häufig in Süßkirschen vorkommenden Blattläuse helfen Spritzungen mit dem pflanzlichen Neemöl. Nützlinge wie Marienkäferlarven und Nematoden (Fadenwürmer) halten Schädlinge im Zaum.

Natürlich nur organisch düngen

Bio-Gärtnerinnen und Biogärtner düngen ihre Obstbäume organisch mit Kompost, Mist oder Hornmehl. Bevor die Jungpflanzen in die Erde kommen, bereiten sie den Boden mit Gründüngungspflanzen vor: Dafür eignen sich Senf und Sandhafer sowie Leguminosen wie Rot- und Weißklee. Leguminosen bringen neben Humus auch noch Stickstoff in den Boden. Im Herbst wachsen zwischen den Reihen ebenfalls Gründüngungspflanzen. Unkräuter werden weggehackt oder mit dem Grubber unter die Erde gebracht. All das führt dazu, dass Bio-Bäume später auf der Streuobstwiese oder im Privatgarten gut gedeihen. Dagegen bekommen manche hochgezüchteten und mit Flüssigdüngern verwöhnten Gewächse im Garten häufig einen Kulturschock: sie brauchen längere Zeit, um sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen.

Alte Sorten pflanzen

Aber auch die Sortenwahl bestimmt den Erfolg: "Von den im Handel beliebten Apfelsorten raten wir eher ab. Braeburn und Elstar sind krankheitsanfällig und benötigen intensive Pflege", erklärt Baumschulgärtner Andreas Kläne aus Cloppenburg. In seiner Bioland-Baumschule kultiviert er 150 verschiedene Obstsorten, darunter viele alte Sorten. Alte regionale Apfelsorten seien tendenziell robuster und unempfindlicher gegen Krankheiten als Neuzüchtungen. Zum Beispiel Finkenwerder Herbstprinz und Altländer Pfannkuchenapfel. Die stammen aus Norddeutschland, sind ans Küsten-Klima angepasst und kommen auch mit eher feuchteren Standorten zurecht. Bei Birnen haben sich die Sorten Stuttgarter Geißhirtlbirne und Conference bewährt.

Vielfalt lohnt sich

"In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, lang bestehende Sorten wie zum Beispiel den seit Jahrhunderten bekannten Roten Eiserapfel zu erhalten und sich nicht nur auf fünf, sechs im Supermarkt erhältliche Sorten zu beschränken", meint Andreas Kläne. Traditionelle Sorten passen perfekt für Streuobstwiesen, trotzen eher dem Klimawandel und sorgen für Vielfalt. Außerdem enthalten alte Obstsorten oft mehr gesunde Inhaltsstoffe wie Polyphenole. Das scheint alte Apfelsorten verträglicher für Apfelallergiker zu machen, wie ein Projekt des BUND Lemgo zeigt.

Passende Unterlage wählen

Neben der Sorte entscheidet das Wurzelwerk – die sogenannte Unterlage – über das Gedeihen. Denn ein Obstbaum besteht eigentlich aus zwei Bäumen. Da sich Apfel, Kirsche und Co. weder aus Samen noch aus Stecklingen sortenecht vermehren lassen, werden sie veredelt: das heißt ein Zweig der gewünschten Obstsorte – der Edelreiser – wird auf das Wurzelwerk eines anderen Obstbaumes aufgesetzt.

Veredeln von Obstbäumen - So funktioniert's

Deshalb sollten Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner auch auf die passende Unterlage achten. Beispielsweise brauchen Obstbäume auf leichten und sandigen Böden kräftig wachsende Sämlingsunterlagen. Soll der Baum kleiner bleiben, gehen bei Äpfeln auch die mittelstark wachsenden Unterlagen MM106 oder MM111. Bei Kirschbäumen empfiehlt sich die Unterlage Colt. "Quitten benötigen generell sehr gute Böden. Da es hier aber kaum Auswahl bei den Veredelungsunterlagen gibt, muss der Boden bei der Pflanzung gut mit Kompost vorbereitet werden", rät Andreas Kläne.

Richtig pflanzen

Wurzelnackte Obstbäume - ohne Topf - sollten nach dem Kauf schnell in den Boden kommen. Dazu ein mindestens 60 x 60 cm breites und tiefes Pflanzloch ausheben. Das Pflanzloch mit einer Mischung aus Erdaushub und Humus oder Kompost verbessern und einen Baumpfahl eine Handbreit neben dem Stamm einschlagen. Weiter geht es am besten zu zweit. Eine Person hält den Baum ins Pflanzloch. Die andere füllt die Erde auf und tritt sie immer wieder fest. Der Baum sollte in etwa so tief eingepflanzt werden, wie er auch in der Baumschule gestanden hat. Die oft etwas knorrige Veredelungsstelle sollte etwa eine Handbreit aus der Erde schauen. Anschließend den Baum anbinden und anfangs gut wässern. Später lieber einmal bis zweimal die Woche richtig gründlich gießen als jeden Tag etwas. Dadurch bildet der neugepflanzte Baum viel schneller Feinwurzeln.


Letzte Aktualisierung 27.10.2020

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