Regionale Biolebensmittel online verkaufen

Regionale Biolebensmittel online verkaufen

Die Nachfrage nach Biolebensmitteln aus der Region steigt ununterbrochen an. Eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney, die Ende 2014 erstellt wurde, zeigt: Gegenüber dem Vorjahr kauften 35 Prozent mehr Menschen wöchentlich regionale Lebensmittel. Im gleichen Zug ist der Anteil der Verbraucherinnen und Verbraucher, bei welchen regionale Lebensmittel einen Anteil von 20 Prozent und mehr am Warenkorb ausmachten, innerhalb eines Jahres um zehn Prozent gestiegen.

Marktdaten Online-Lebensmittelhandel

43 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen regionale Lebensmittel auf dem Wochenmarkt beziehungsweise direkt beim Biobauern. Da der Weg auf den Biohof für viele aber nicht immer der nächste ist, entstehen immer mehr Onlineshops und Plattformen, über die regionale Bioprodukte direkt in die Küchen der Konsumenten geliefert werden. Auf den Online-Lebensmittelhandel in Deutschland fallen bislang allerdings nur 0,3 Prozent Marktanteil. Das entspricht einem Umsatz von 0,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zu Großbritannien und Frankreich ist dies sehr gering. Unsere französischen Nachbarn verbuchen bei Lebensmitteln einen Online Umsatz von 8,4 Milliarden Euro. In Großbritannien ist der Umsatz mit 8,6 Milliarden Euro sogar um über das 17-fache höher als in Deutschland.

Erfahrungen mit Onlineshops

Die Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg (www.beerenobst-shop.de) vermarktet ihre Säfte und Weine ausschließlich über Direktvertrieb. Seit acht Jahren gibt es den Onlineshop, über den mittlerweile fünf Prozent der Produkte verkauft werden. Circa fünf Stunden pro Woche Arbeit, so schätzt Manfred Münker von der Beerenobstgemeinschaft, müsse man für den Betrieb eines eigenen Onlineshops einplanen. Seit 2014 werden die Produkte auch unter dem LandMarkt-Konzept im Rewe-Onlineshop in Hessen verkauft. Hier können sich die Frankfurter Verbraucherinnen und Verbraucher regionalen Saft mit ihrem Wocheneinkauf nach Hause bestellen. Münker berichtet, dass bisher nur kleine Mengen (maximal ein Prozent) der Ware über den Rewe-Onlineshop verkauft werden. Dies läge allerdings daran, dass bisher keine spezielle Rubrik für LandMarkt-Produkte auf dem Bestellportal zu finden sei. Es sei aber geplant, dies in Zukunft zu ändern und auch im Onlineshop verstärkt auf die regionalen Produkte hinzuweisen. Die Zusammenarbeit und das Engagement von Rewe wird von Seiten der Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg sehr geschätzt.

Interessante Ansätze gibt es jenseits der Landesgrenze zu entdecken: In Österreich ging im Jahr 2009 der Online-Hofladen myproduct.at an den Start. Der Schwerpunkt des Portals liegt auf regionalen Spezialitäten von kleinen und mittleren Betrieben. Für einen einmaligen Preis von 490 Euro erhalten Direktvermarkter ein persönliches Betriebsprofil mit professionellen Fotos. Maximal 30 verschiedene Produkte können unter diesem Profil gelistet werden. Erfahrungen von mehr als 180 Erzeugerinnen und Erzeugern zeigen, dass über diesen Kanal Produkte ohne viel Aufwand erfolgreich vermarktet werden. Auch in Deutschland gibt es ein ähnliches Portal: heimatprodukte.de. Die Vermarktungsplattform befindet sich noch in der Startphase. Bislang verkaufen etwa zwölf Unternehmen regionale Produkte aus eigener Erzeugung über die Plattform. Kosten entstehen auf Erzeugerseite nicht. Die Produkte werden über die Plattform vorgestellt, der Kunde bestellt darüber, den Versand der Ware übernimmt der Erzeuger selbst. So bleibt der Aufwand sowohl für die Betreiber des Onlineshops als auch für die Erzeuger relativ gering. Grundvoraussetzung für den Verkauf von Produkten über heimatprodukte.de ist, dass die Produkte ausschließlich aus regionaler Produktion stammen.


Weblinks

Lesetipps

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Einsteigerleitfaden: Onlineshops – Handel im Wandel (2014), 25,00 Euro zuzüglich 7 Prozent Mehrwertsteuer, zu bestellen im Onlineshop der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (PDF-Datei).

Letzte Aktualisierung 17.03.2015

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