Zusatz- und Hilfsstoffe

Zusatz- und Hilfsstoffe in der ökologischen Lebensmittelherstellung

Welche Zusatz- und Hilfsstoffe sind in der ökologischen Lebensmittelherstellung erlaubt?

Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten von √∂kologischen Lebensmitteln, dass sie ohne Zusatzstoffe hergestellt werden. Die EU-Rechtsvorschriften f√ľr den √∂kologischen Landbau ber√ľcksichtigen diese Verbrauchererwartung: Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 fordert, dass die Herstellung von Biolebensmitteln unter anderem auf der "Beschr√§nkung der Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen, von nicht√∂kologischen/ nichtbiologischen Zutaten mit √ľberwiegend technischen und sensorischen Funktionen sowie von Mikron√§hrstoffen und Verarbeitungshilfsstoffen auf ein Minimum und auf F√§lle, in denen dies ein wesentliches technologisches Erfordernis darstellt oder besonderen Ern√§hrungszwecken dient" beruht. Der Einsatz von Stoffen und Herstellungsverfahren, die in Bezug auf die tats√§chliche Beschaffenheit des Erzeugnisses irref√ľhrend sein k√∂nnten, widerspricht auch den Grunds√§tzen der EU-Rechtsvorschriften f√ľr den √∂kologischen Landbau.

Anhang VIII der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 der Kommission beinhaltet die Liste mit Stoffen, die bei der Herstellung von verarbeiteten √∂kologischen Lebensmitteln sowie Hefe und Hefeprodukten verwendet werden d√ľrfen.

Hier finden Sie Anhang VIII der Verordnung (EG) Nr. 889/2008.

Mit der Durchf√ľhrungsverordnung (EU) 2019/2164 vom Dezember 2019 wird die Liste der erlaubten Zusatz- und Hilfsstoffe f√ľr Bioprodukte ge√§ndert. Hier finden Sie Informationen zu den √Ąnderungen.

Was sind Zusatz- und Hilfsstoffe?

Zusatzstoffe, sowie Verarbeitungshilfststoffe sind in der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 geregelt. 

Definition Lebensmittelzusatzstoff: (Artikel 3, Absatz 2a, Verordnung (EG) Nr. 1333/2008)

Ein Stoff mit oder ohne Nährwert

  • der in der Regel weder selbst als Lebensmittel verzehrt noch als charakteristische Lebensmittelzutat verwendet wird,
  • einem Lebensmittel aus technologischen Gr√ľnden bei der Herstellung, Verarbeitung, Zubereitung, Behandlung, Verpackung, Bef√∂rderung oder Lagerung zugesetzt wird,
  • selbst oder durch seine Nebenprodukte mittelbar oder unmittelbar zu einem Bestandteil des Lebensmittels wird oder werden kann.

Das Lebensmittel-, Bedarfsgegenst√§nde- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) regelt in ¬ß 2 Abs. 3, dass es einige Stoffe gibt, die den Zusatzstoffen gleich stehen. Dazu z√§hlen Aminos√§uren (Eiwei√übausteine), Vitamin A, Vitamin D, Mineralstoffe und k√ľnstliche Aromen. Gew√ľrze, Aromen, Vitamine oder andere nat√ľrliche bzw. naturidentische Stoffe, die eingesetzt werden, um den N√§hrwert, den Geruch oder Geschmack des Lebensmittels zu ver√§ndern, geh√∂ren rechtlich stattdessen zu den Zutaten (vgl. www.zusatzstoffe-online.de).

Definition Verarbeitungshilfsstoffe: Artikel 3, Absatz 2b, Verordnung (EG) Nr. 1333/2008

Ein Stoff, der

  • nicht als Lebensmittel verzehrt wird  
  • bei der Verarbeitung von Rohstoffen, Lebensmitteln oder deren Zutaten aus technologischen Gr√ľnden w√§hrend der Be- oder Verarbeitung verwendet wird und   
  • unbeabsichtigte, technisch unvermeidbare R√ľckst√§nde des Stoffes oder seiner Derivate im Enderzeugnis hinterlassen kann, sofern diese R√ľckst√§nde gesundheitlich unbedenklich sind und sich technologisch nicht auf das Enderzeugnis auswirken.

Letzte Aktualisierung 21.02.2020

Nach oben