Produktentwicklung

Innovative Bioprodukte

Um f├╝r Verbraucherinnen und Verbraucher interessant zu bleiben, entwickeln Bioverarbeiter ihr Produktspektrum permanent weiter. Auf der BioFach werden j├Ąhrlich zahlreiche Neuheiten pr├Ąsentiert. Doch ist ein neues Produkt auch immer gleich eine Innovation? Grunds├Ątzlich unterscheidet man zwischen "Neuen Produkten" und "Innovationen". Neue Produkte zeichnen sich dadurch aus, dass beispielsweise die Produktsparte Sahnejoghurt um eine neue Geschmacksrichtung erg├Ąnzt oder die Rezeptur erneuert wird. Eine Innovation ist es deshalb trotzdem noch nicht. Gute Beispiele f├╝r innovative Produkte sind die Aufstriche "LupiLove" von Zwergenwiese aus regionalen Lupinensamen oder der erste Frozen Yoghurt in Bioqualit├Ąt der Molkerei Schrozberg.

Prinzipiell lassen sich nach Thomas J. Hoban sechs unterschiedliche Arten der Produktentwicklung unterscheiden:

  • Das klassisch innovative Produkt
    Diese Entwicklung bringt dem Verbraucher einen neuen Nutzen. Sie bringt eine echte Neuerung in eine bestehende oder schafft eine vollkommen neue Produktkategorie.
  • ├ťbertragungsprodukt
    Dieses bezieht sich auf die Einf├╝hrung bestehender Produktkonzepte, zum Beispiel f├╝r neue Vertriebsschienen oder neue Produktions- oder Herkunftssysteme wie Bio oder Fair Trade.
  • Linienerweiterung
    Bei Linienerweiterungen wird eine bestehende Produktlinie mit neuen Varianten erg├Ąnzt. Zum Beispiel zu einem Programm von Fruchtjoghurts wird eine neue Variante zugef├╝gt.
  • Abgekupferte Produkte
    Diese Erzeugnisse kopieren g├Ąngige Erzeugnisse am Markt ohne neuen Nutzen f├╝r den Kunden.
  • Saisonprodukte
    Diese Produkte sind spezifisch f├╝r bestimmte Zeitperioden oder Anl├Ąsse kreiert. Die Produkte k├Ânnen ganzj├Ąhrig angeboten werden, sollten jedoch explizit saisonal beworben werden.
  • Umwandlungsprodukte
    Diese Kategorie umfasst alle Neuprodukte, die im Rahmen der Sortimentspflege eines Anbieters bestehende Produkte neu platzieren oder ersetzen.

Quelle: Hoban, T. 1998; "Improving the Success of New Product Development", Foodtechnology, Vol. 52 NO.1

Die Flop-Rate bei neuen und innovativen Produkten ist im Biohandel deutlich geringer als im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel. Laut der Gesellschaft f├╝r Konsumforschung verschwinden dort zwei Drittel der Produktneueinf├╝hrungen schon im ersten Jahr. Im Biohandel wird nur ein Viertel der neuen Produkte wieder ausgelistet. M├Âgliche Gr├╝nde daf├╝r sind die h├Ąufig engen, vertrauensvollen und langj├Ąhrigen Beziehungen zwischen den Bioherstellern und dem Gro├čhandel sowie die M├Âglichkeit des Fachhandels, Neueinf├╝hrungen intensiv planen und auch in Bezug auf das Marketing im Laden effektiv begleiten zu k├Ânnen. Aber auch hier ist der Regalplatz knapp und hart umk├Ąmpft, deshalb sollten sich Verarbeiter vor einer Neueinf├╝hrung dar├╝ber bewusst sein, ob ein Neuprodukt innovativ genug ist, um den Verbraucher langfristig vom Kauf zu ├╝berzeugen. Ansonsten sind Zeit und Geld schlecht investiert.


Lesetipp:

Arno Langbehn (2010)
Praxishandbuch Produktentwicklung: Grundlagen, Instrumente und Beispiele.
Campus Verlag, 79,90 Euro, ISBN-13: 978-3593392011

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