Kontrolle

Kontrolle von ├ľko-Lebensmittelherstellern

Wenn Sie Biolebensmittel herstellen wollen, m├╝ssen Sie sich von einer anerkannten ├ľkokontrollstelle kontrollieren und zertifizieren lassen. Die Kontrollstellen haben unterschiedliche Ans├Ątze und Leistungsangebote sowie Kostens├Ątze. Es sollte ein Partner gesucht werden, mit dem eine effektive und angenehme Gespr├Ąchsbasis m├Âglich ist. Die Kosten f├╝r die Kontrolle unterscheiden sich je nach Betriebsgr├Â├če und Komplexit├Ąt und sind im Einzelfall auszuhandeln. Betriebe, die einen Vertrag mit einem Bioverband abschlie├čen m├Âchten, k├Ânnen sich dort nach geeigneten Kontrollstellen erkundigen.

Hier finden Sie eine Liste der in Deutschland zugelassenen ├ľkokontrollstellen.

Ersterhebung

Eine Ersterhebung beinhaltet die Aufnahme aller Grunddaten des Betriebes sowie die Abgleichung mit einem Anforderungskatalog. Warenfl├╝sse werden in einen Grundriss der Produktionsst├Ątte eingetragen und Rezepturen gepr├╝ft. Hier herrscht selbstverst├Ąndlich Datenschutz auch ├╝ber Jahre hinaus. Ihr Betrieb muss diesen Anforderungskatalog dann umsetzen. Bei der n├Ąchsten Inspektion (nach einigen Wochen ├ľkobetriebs- und Produktionslauf) wird die Umsetzung ├╝berpr├╝ft. Vor Ort werden die erfassten Daten auf Richtigkeit gepr├╝ft. Bei der Ersterhebung wird au├čerdem ausf├╝hrlich ├╝ber die Einhaltung der Richtlinien informiert, um weitere Kontrollabl├Ąufe zu erleichtern.

Bei der j├Ąhrlichen Inspektion werden die Warenfl├╝sse gepr├╝ft sowie Ver├Ąnderungen seit der vorherigen Kontrolle erhoben. Es besteht die Verpflichtung, dem Kontrolleur s├Ąmtliche Dokumente, Betriebsbereiche und Informationen, die f├╝r die Kontrolle notwendig sind, zug├Ąnglich zu machen.

Dokumente, die der Betrieb bereitstellen muss

  • Organigramm der verantwortlichen Mitarbeiter
  • Gesamtartikelliste
  • Rezepturen der Biowaren
  • Lieferantenliste
  • Kundenliste
  • Grundrisspl├Ąne
  • Flie├čdiagramm
  • Mengenflussnachweise
  • Etiketten der Biowaren
  • Belege f├╝r Wareneingang, evtl. Zwischenlagerung und Warenausgang

Grunds├Ątzlich sind folgende Anforderungen bei Parallelproduktion von biologischen und konventionellen Produktschienen umzusetzen:

  • getrennte Lagerung (eigenes Regal mit Kennzeichnung "Bio")
  • zeitlich oder r├Ąumlich getrennte Produktion
  • eindeutige Kennzeichnung der Fertig- oder Halbfertigprodukte vom Lager ├╝ber den Transport bis hin zum Verkauf

Inspektion vor Ort

Die Inspektion st├╝tzt sich im Wesentlichen auf drei Elemente.

  1. Die Betriebsbegehung, bei der in Augenschein genommen wird, ob die notwendigen Vorkehrungen im Betrieb getroffen sind und sich geeignete und eindeutig gekennzeichnete Zutaten im Lager befinden.
  2. Pr├╝fung der Buchf├╝hrung, die sich vor allem auf die Nachvollziehbarkeit der Warenstr├Âme bezieht.
  3. Zuletzt werden noch die fertigen Produkte im Verkauf und die Etiketten auf Stimmigkeit ├╝berpr├╝ft.

Die Dauer der Inspektion h├Ąngt stark von der Vorarbeit und der Komplexit├Ąt des Betriebes ab. Eine sorgf├Ąltige Buchhaltung kann insbesondere in kleineren Betrieben zu einer Verk├╝rzung der Inspektionszeit und somit einer Reduzierung der Kontrollkosten beitragen. Die Inspektion wird vom Kontrolleur dokumentiert, der Betrieb best├Ątigt nach dem Abschluss durch seine Unterschrift das Kontrollergebnis und erh├Ąlt eine Kopie des Kontrollberichts.

Zertifikat

Nach der Inspektion werden die vom Kontrolleur aufgenommenen Daten von der Kontrollstelle noch einmal ├╝berpr├╝ft und bewertet. Der Betrieb erh├Ąlt anschlie├čend einen ausgewerteten Pr├╝fbericht. Bei etwaigen M├Ąngeln werden Auflagen oder Hinweise erteilt, die vom Unternehmen umzusetzen sind. Betriebe, die die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften f├╝r den ├Âkologischen Landbau einhalten, erhalten ein Zertifikat, das ├╝blicherweise ein Jahr, mindestens aber bis zur n├Ąchsten Kontrolle g├╝ltig ist. Mit diesem Zertifikat kann der Betrieb gegen├╝ber den Gespr├Ąchspartnern dokumentieren, dass er Bioprodukte erzeugen, verarbeiten bzw. vermarkten kann.

Treten in einem Unternehmen schwerwiegende M├Ąngel auf, wird dem Betrieb die Erlaubnis entzogen, Waren mit ├ľkoauszeichnung herzustellen und zu vertreiben. Auch k├Ânnen einzelne Partien "aberkannt" werden, diese Erzeugnisse d├╝rfen nur noch konventionell gehandelt werden, jegliche Hinweise auf den ├Âkologischen Landbau sind zu entfernen. M├Ąngel die zu einer Aberkennung f├╝hren, k├Ânnen beispielsweise die Verarbeitung von nicht zugelassenen konventionellen Erzeugnissen in Bioprodukten, eine unzureichende Trennung von konventioneller Ware und Bioware im Betrieb oder Einkauf von Rohstoffen von einem nicht biozertifizierten Lieferanten sein.

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