Bodennutzung

Strukturdaten 2016 - Bodennutzung

Die Bio-Fläche ist 2016 um rund 162.000 Hektar gewachsen, so viel wie schon seit einigen Jahren nicht. Dabei sind auch die Ackerflächen nach fünf Jahren nahezu Stillstand erstmals wieder deutlich gestiegen auf nun 510.000 Hektar, das sind 65.000 Hektar mehr als 2015. Auch wenn ein Großteil der neuen Betriebe Milchviehbetriebe waren, haben sie doch zur eigenen Futterversorgung immer auch Ackerfläche umgestellt. Ackerland erreicht nun wieder 41 Prozent Flächenanteil an der gesamten Bio-Fläche. Auch die Grünlandflächen sind um 90.000 Hektar größer geworden. Sie stellen nun mit 690.000 Hektar rund 55 Prozent der gesamten Öko-Fläche. Die Flächen für Dauerkulturen und Streuobst sind auf 19.000 bzw. 22.000 Hektar gewachsen.

Erneut mehr Getreide angebaut

Die Getreideflächen sind, nach dem Anstieg 2015, auch 2016 weiter gestiegen. Hier spielen vor allem die Ackerflächen von neuen viehhaltenden Betrieben eine Rolle. Reine Ackerbaubetriebe dagegen gibt es kaum unter den Umstellern. Insgesamt wurden 242.000 Hektar mit Bio-Getreide bestellt, 3,8 Prozent der deutschen Getreideflächen. Der Bio-Anteil an der Getreideerntemenge aber lag wegen der niedrigeren Erträge bei nur 1,7 Prozent. Die Nachfrage nach Getreide ist ungebrochen groß. Insbesondere mit dem höheren Futterbedarf der neu umgestellten tierhaltenden Betriebe wird mehr Bio-Getreide gebraucht. Trotz größerem Angebot sind die Bio-Getreidepreise weiter gestiegen. Die Aussaatbedingungen im Herbst 2015 waren gut. Allerdings folgte ein nasses Frühjahr mit vielen Unwetterereignissen. Zur Ernte wurde es trockener. Die Erntemenge konnte zwar zum Vorjahr leicht erhöht werden, das aber nur durch die Flächenausweitungen. Insgesamt ernteten die Landwirte 2016 rund 724.000 Tonnen Bio-Getreide (ohne Körnermais), rund 18.000 Tonnen mehr als im Jahr zuvor.

Innerhalb der Öko-Getreidearten gab es im vergangenen Jahr leichte Verschiebungen. Weizen hat Roggen inzwischen total abgehängt, lange Jahre hatte Roggen die größten Flächen inne. Niedrige Erzeugerpreise aber ließen die Landwirte, soweit möglich, auf andere Getreidearten ausweichen. Dieser Trend könnte sich mit der nun knappen Versorgung und den hohen Preisen umkehren.

Weizen ist als Futter- und Brotgetreide gleichermaßen gefragt. 2016 wurden wie auch schon 2015 ungewöhnlich große Anteile Speiseware gedroschen, so dass die Futterversorgung eher knapp war. Sommerweizen spielt im Bio-Landbau eine weit größere Bedeutung als im konventionellen Anbau. Sein Bio-Anteil übersteigt mit fast 20 Prozent die meisten anderen Getreidearten.

Der Roggenanbau ist 2016 nahezu unverändert zum Vorjahr geblieben, die Erntemenge ist aber deutlich zurückgegangen, was sich in knapper Versorgung mit höheren Preisen widergespiegelt hat. Da auch im konventionellen Landbau die Roggenfläche eher zurückgeht, ist der Bio-Anteil auf 9 Prozent gestiegen.

Triticale ist häufig eine Ausweichmöglichkeit, wenn Roggen nicht mehr angebaut wird. Außerdem ist es bei Umstellungsbetrieben, die in der Umstellung ohnehin Futtergetreide anbauen, häufig erste Wahl. Die Fläche blieb bei 26.000 Hektar nahezu stabil.

Der Dinkelanbau hat, nach dem Anstieg 2015, im Jahr 2016 nochmals zugelegt. Das zeigte sich dann auch in einer Marktsättigung mit Preisverfall. Für den gesamtdeutschen Dinkelanbau fehlt es an verlässlichen Zahlen, da Dinkel in Statistiken zusammen mit Weizen ausgewiesen wird. Erstmals gibt es Schätzungen zweier Agrarzeitungen, die bei 70.000 bzw. 90.000 Hektar liegen und weiteres Wachstum vorhersagen. Demnach liegt der Öko-Anteil an der Dinkelfläche bei mehr als 20 Prozent.

Die Haferfläche ist, nach ihrem Anstieg 2015, im Jahr 2016 wieder leicht zurückgegangen auf 28.000 Hektar. Hafer dient vor allem der Flockenherstellung, als Komponente bei der Brotherstellung und weniger als Futtergetreide. Der Bio-Anteil an der Haferfläche lag 2016 überdurchschnittlich hoch bei 24 Prozent. Bio-Gerste hat sowohl in der Sommer- als auch in der Winterkultur wieder zugelegt. Überwiegend wird Gerste als Sommerung zum Brauen angebaut. Als Futter spielt Wintergerste eine deutlich kleinere Rolle als im konventionellen Landbau, taucht aber inzwischen immer häufiger in den Mischungen der Mischfutterwerke auf. Mit einer Anbaufläche von 30.000 Hektar Bio-Gerste betrug der Anteil an der deutschen Gerstenfläche 2016 nur 1,9 %Prozent.

Körnermais wurde 2016 auf 12.000 Hektar erzeugt, etwas mehr als 2015. Körnermais wird insbesondere für die Geflügelfütterung gebraucht, wodurch die Nachfrage in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Im konventionellen Anbau kommt ihm eine wesentlich größere Bedeutung zu, wodurch der Öko-Anteil mit 2,9 Prozent vergleichsweise klein ausfällt.

Leicht mehr Hülsenfrüchte

Die Flächen mit Hülsenfrüchteanbau sind 2016 weiter leicht gestiegen. Die Bemühungen der Branche, die Leguminosenflächen auszudehnen, tragen demnach auch 2016 Früchte. Erstmals war für die Futterversorgung nicht wie in den vergangenen Jahren die Eiweißversorgung die große Herausforderung, sondern die Energie- also Getreideversorgung. Auch im konventionellen Landbau sind die Flächen für Hülsenfrüchte nach Jahren des Rückgangs weiter gestiegen, wodurch der Bio-Anteil wieder auf 20 Prozent zurückgegangen ist.

Der Bio‐Ackerfutterbau ist 2016 auch mit den Umstellungsbetrieben gestiegen auf nun 160.000 Hektar und stellt damit 5,7 Prozent der gesamten Futterfläche Deutschlands. Feinleguminosen, also vor allem Kleegras und Ackergras wurden mehr angebaut. Der Gemengeanbau blieb stabil.

Stabile Kartoffelflächen

Auch 2016 blieben die Bio-Kartoffelflächen stabil zum Vorjahr. So wurden weiterhin auf rund 8.600 Hektar Bio-Kartoffeln angebaut, was einem Anteil von 3,5 Prozent der gesamten deutschen Kartoffelfläche entspricht. Die Anbaufläche für den Bio-Speisemarkt ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben, jedoch nur deshalb, weil in einigen Bundesländern die Flächen zurückgingen und in anderen dafür mehr Bio-Kartoffeln für den Frischmarkt erzeugt wurden.

Im Hauptanbaugebiet für Speisekartoffeln, Niedersachsen, gab es 2016 eine Anbauausweitung um 4 Prozent auf rund 2.050 Hektar, in Schleswig-Holstein geht der Anbau jedoch seit Jahren zurück. Auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zeigen sich zum Teil deutliche Flächenrückgänge. Eine Entwicklung, die sich zumindest in den südlichen Bundesländern wieder umkehren könnte. So gibt es in Rheinland-Pfalz größere konventionelle Betriebe, die auf Bio-Anbau umstellen. Erste Mengen an Bio-Speisefrühkartoffeln kamen bereits 2017 auf den Markt.

Auch die Anbaufläche von Bio-Kartoffeln für die Verarbeitung dürfte 2017 wieder ausgeweitet werden, für 2016 gab es hier jedoch noch keine Veränderungen zum Vorjahr. 2017 dürfte neben der Bio-Kartoffelfläche für die Verarbeitung und Industrie auch die Vermehrungsfläche ausgebaut werden.

Ölsaaten gewinnen an Bedeutung und werden verstärkt angebaut

Bio-Ölsaaten haben an Bedeutung gewonnen, stellen aber mit nun 11.900 Hektar nur 0,9 Prozent der gesamten Ölsaatenfläche. Der Bio-Ölsaatenanbau ist eine der Herausforderungen im Bio-Ackerbau. Der Krankheits- und Schädlingsdruck und das damit verbundene Anbaurisiko sind hoch, so dass nur wenige Landwirte den Anbau wagen. Nichtdestotrotz suchen die Ölmühlen deutschen Bio-Raps, so dass die Fläche auf nun 4.800 Hektar ausgeweitet wurde.

Die Sonnenblumenflächen sind dagegen auf 2.300 Hektar zurückgegangen. In Deutschland wurden 2016 auf 3.500 Hektar Öko-Sojabohnen angebaut, ganze 1.000 Hektar mehr als noch 2015. Bei einem Gesamtanbau von inzwischen 17.000 Hektar, erreichen die Bio-Sojabohnen einen Anteil von 22 Prozent. Durch die starke Nachfrage nach heimischer GVO-freier Ware und durch die Einführung frühreifer Sorten weitet sich der Anbau von Öko-Soja über Süddeutschland hinaus auch in kühlere Lagen aus. Auch in Niedersachsen sind größere Sojaflächen für den Vertragsanbau entstanden. Soja ist die Grundlage für eine Vielzahl veganer Produkte, und der heimische Anbau für Sojamilch, Tofu und andere Lebensmittel boomt. Nicht zuletzt dient Soja als Futtermittel in der Tierproduktion.

Deutlich größere Gemüseernte

Der Bio-Gemüseanbau in Deutschland hat 2016 deutlich zugelegt: so sind die Flächen um 1.650 Hektar oder 15 Prozent größer geworden. Insbesondere beim Wurzel- und Knollengemüse (Möhren und Rote Bete) gab es Zuwächse, auch beim Fruchtgemüse (Kürbisse) und Hülsengemüse (Buschbohnen) wurden mehr Flächen in die Bewirtschaftung genommen. Mit guter Witterung wuchs auch die Erntemenge um 18 Prozent. Damit stammten 8 Prozent der Gemüseernte in Deutschland aus ökologischer Erzeugung. Einige Gemüsearten überschreiten diesen Wert aber bei weitem: Rote Bete, Feldsalat, Bunte Salate, Erbsen, Buschbohnen und Möhren weisen jeweils Bio-Anteile an der Erntemenge von mehr als 12 Prozent auf. Die Erntemenge überschritt 2016 erstmals die Marke von 300.000 Tonnen.

Die von 2015 auf 2016 zum Teil erheblichen Flächenzuwächse dürften jedoch überzeichnet sein. Die Gemüseanbauerhebung wurde 2016 im vierjährigen Turnus als Vollerhebung durchgeführt. In den Jahren 2013, 2014 und 2015 allerdings nur in Form einer repräsentativen Stichprobe.

2016 war die Anbaufläche für Bio-Gemüse im Freiland deutschlandweit erstmals in Nordrhein-Westfalen (NRW) am größten, nachdem zuvor immer Bayern an erster Stelle im Anbauflächenranking stand. Mit 2.180 Hektar wurden 2016 rund 9,4 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche für Gemüse in NRW ökologisch bewirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr waren das gut 627 Hektar mehr. 2015 waren die Flächen in NRW noch leicht rückläufig. Auf Platz 2 folgte 2016 mit wenig Abstand Bayern mit 2.068 Hektar   Bio-Gemüsefläche im Freiland, das waren 12,8 Prozent der gesamten Gemüseanbaufläche Bayerns. In diesem Bundesland fiel die Ausweitung der Bio-Gemüseanbaufläche mit 225 Hektar im Vergleich zu 2015 nicht ganz so groß aus wie in NRW. Auch in Niedersachsen ist die Bio-Gemüsefläche 2016 erneut gewachsen und zwar um gut 23 Prozent auf 1.682 Hektar . Somit wurden zuletzt 8,7 Prozent der gesamten Gemüseanbauflächen in Niedersachsen nach Öko-Richtlinien bewirtschaftet. In Hessen hat sich die Bio-Gemüsefläche innerhalb eines Jahres sogar verdoppelt. Zurückgegangen sind die Bio-Gemüseflächen im Freiland hingegen in Brandenburg. 2016 wurden dort 344 Hektar mit Bio-Gemüse  bestellt, im Vorjahr waren es noch 387 Hektar . Auch in Schleswig-Holstein zeigte sich ein Flächenrückgang von 11,4 Prozent gegenüber 2015. Schlusslicht bei den Bundesländern ist nach Anbaufläche für Bio-Gemüse Thüringen, die Fläche hat sich 2016 noch einmal um 17 Prozent verringert. Sachsen und Schleswig-Holstein stellten 2016 mit 28,2 Prozent bzw. 18,7 Prozent überdurchschnittlich hohe Bio-Flächenanteile an der gesamten Gemüsefläche im Freiland. Allerdings war der Bio-Anteil an der gesamten Freilandgemüsefläche in Schleswig-Holstein mit 22,3 Prozent im Jahr 2015 schon einmal höher. Kräftig aufgeholt haben 2016 Rheinland-Pfalz und Hessen, deren Bio-Flächenanteile 2015 noch bei rund 5 Prozent gelegen haben.

2016 wurde die Bio-Gemüsefläche im geschützten Anbau erstmals wieder ausgeweitet, nachdem es 2015 und 2014 Flächenreduzierungen gegeben hatte. Zuletzt wurde auf 283 Hektar Bio-Gemüse unter Glas angebaut, das waren 12,9 Prozent mehr Fläche als 2015. Feldsalat war mit einem Anteil von 26 Prozent die flächenmäßig bedeutendste Kultur im Unterglasanbau. Dahinter folgten Tomaten (20 Prozent) und Sonstige Salate (15 Prozent).

Da im Gewächshausanbau die biotischen und vor allem die abiotischen Umweltfaktoren gut zu kontrollieren sind, kommt es in der Regel zu eher geringeren Abweichungen zwischen Flächen- und Mengenentwicklungen. So legte die Produktion 2016 um 12,8 Prozent auf 15.614 Tonnen zu. Mengenmäßig sind Tomaten nach wie vor die stärkste Kultur. Sie machten 2016 fast die Hälfte der gesamten Erntemenge aus dem Unterglasanbau nach Öko-Richtlinien aus. Bei einer  Flächenausweitung von 9,8 Prozent konnten 2016 fast 27 Prozent mehr Tomaten geerntet werden als im Vorjahr. Die Erntemengen von Paprika, Radies und Gurken sind der amtlichen Statistik nicht zu entnehmen.

Im vergangenen Jahr wurden rund 23 Prozent der deutschlandweiten Gewächshausfläche für die Gemüseerzeugung nach den Vorgaben des ökologischen Gemüseanbaus betrieben. Der mengenmäßige Marktanteil von Bio-Gemüse aus geschütztem Anbau erreichte 2016 allerdings nur einen Wert von rund 10 Prozent. Die deutlich geringere Produktivität gegenüber dem konventionellen Anbau kommt hier zum Ausdruck. Die konventionellen Unterglasflächen wurden 2016 leicht um ein Prozent auf 1.220 Hektar vergrößert. Insgesamt 1.784 Betriebe erzeugten 156.400 Tonnen Gemüse unter Glas, das waren 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Lediglich bei Feld- und Kopfsalat wurden kleinere Mengen als im Vorjahr geerntet. Am stärksten konnte Paprika mit einem Plus von einem Viertel zulegen.

Mehr Flächen mit Dauerkulturen

Die Flächen von Dauerkulturen haben 2016 um 1.000 Hektar zugenommen. Sowohl die Kernobst-, als auch die Strauchbeerenbeerenflächen haben sich vergrößert. Für alle Obstarten hat die AMI hier die Daten des Statistischen Bundesamtes berücksichtigt.

2016 wurden in Deutschland rund 7.750 Hektar Bio-Baumobstflächen bewirtschaftet. Dies entspricht einem Anteil von 17 Prozent an der gesamten Baumobstanbaufläche Deutschlands. Die größte ökologische Fläche nehmen mit 5.233 Hektar die Äpfel ein, rund 2 Prozent mehr als 2015. Sie stellen einen Bio-Anteil von rund 17 Prozent an der gesamten Apfelfläche. 2016 und vor allem 2017 ist die Umstellungsbereitschaft bei den konventionellen Landwirten auf die Produktion von Bio-Äpfeln gewachsen. Während der Anteil der Umstellungsware in den Erntejahren 2014 bis 2016 bei fünf bis sechs Prozent lag, werden für 2017 in Deutschland über 17 Prozent veranschlagt. Im Süden hat sich der Wandel nach den starken vergangenen Jahren deutlich verlangsamt. In Nordrhein-Westfalen und dem Rheinland dagegen wächst der Bio-Apfelanbau ungebremst weiter. Das gilt auch für Norddeutschland mit dem Niederelbegebiet.

Beim Anbau von Bio-Birnen zeigen sich andere Tendenzen als beim Apfel. Im Vergleich zu 2015 wuchs die Fläche für ökologisch erzeugte Birnen gerade mal um 10 Hektar auf nun 321 Hektar. Die Bio-Birnenfläche stellt damit einen Anteil von rund 16 Prozent an der Gesamtbirnenfläche Deutschlands. Der größere Wärmebedarf und die starke Anfälligkeit für Blütenfröste machen den Anbau unsicher und führen zu starken Ertragsschwankungen. Aus Erzeugersicht ist der Birnenanbau viel risikobehafteter, was sich auch in der aktuellen Saison 2017 zeigt. Das inländische Angebot ist 2017 erheblich durch Nachtfröste reduziert worden. In einigen Anbaugebieten wie dem Rheinland geht die Erntemenge gegen Null.

Bei Steinobst betrug die ökologisch bewirtschaftete Fläche 2016 über 1.900 Hektar. Innerhalb des Steinobstsortiments spielen Zwetschen im Bio-Anbau die größte Rolle. Die größte ökologische Pflaumen- und Zwetschenfläche findet sich in Baden-Württemberg. Schaderreger machen die Produktion zu einem Risiko. Vor allem der Befall durch den Pflaumenwickler oder der Kirschessigfliege ist selbst im geschützten Anbau kaum einzugrenzen. Dazu kommen die Investitionen für Dach und/ oder Netze. Viele Obstbaubetriebe pflegen Zwetschenbäume in ihren Anlagen für die Direktvermarktung oder die Versorgung des Facheinzelhandels. Größere Strukturen mit Anbindung an den Lebensmitteleinzelhandel sind selten. Ähnlich sieht es bei Kirschen aus, die im Anbau ebenfalls fragil sind. Dazu kommt auch hier das Problem mit der Kirschessigfliege.

Bio-Strauchbeerenfläche wächst kontinuierlich

Der Anbau von Bio-Strauchbeeren in Deutschland ist erneut gewachsen. Auf rund 2.350 Hektar wurden 2016 Bio-Strauchbeeren angebaut. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Flächenzuwachs fast 300 Hektar bzw. rund 15 Prozent. Seit 2012 wurde der Bio-Anbau von Strauchbeeren in Deutschland kontinuierlich ausgeweitet. Bio-Betriebe stellten 2016 rund 28 Prozent der gesamten Strauchbeerenfläche Deutschlands. Während im konventionellen Sektor Heidelbeeren mit knapp einem Drittel der Strauchbeerenfläche im Freiland auch 2016 deutschlandweit die Nr. 1 darstellten, haben in der ökologischen Landwirtschaft Aroniabeeren mit 490 Hektar die größte Anbaufläche inne. Mit einem Plus von 51 Prozent verzeichnete diese Kultur gleichzeitig das stärkste Flächenwachstum im Vergleich zu 2015. Die Strauchbeerenart mit der zweitgrößten Öko-Anbaufläche war 2016 der schwarze Holunder mit 416 Hektar, das entspricht einem Zuwachs von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen Flächenrückgang gab es hingegen bei Sanddorn (nicht abgeerntet), der 2015 noch auf einer Fläche von 439,2 Hektar wuchs. Mit zuletzt 393 Hektar steht Sanddorn (nicht abgeerntet) aber weiterhin auf Platz 3 der Öko-Strauchbeerenflächen nach Arten. Die Fläche für abgeernteten Sanddorn wird nicht eigens ausgewiesen. Sanddorn wird nicht jedes Jahr von derselben Pflanze geerntet.

Deutlicher Flächenanstieg bei Bio-Erdbeeren

2016 wurden bundesweit auf 454 Hektar Bio-Erdbeeren angebaut. Die Erntemengen überstiegen die 2015er Mengen um sieben Prozent, blieben damit aber unter dem Spitzenniveau im Jahr 2014. Trotz Flächenzuwachs betrug 2016 der Bio-Anteil an der gesamten Erdbeerfläche in Deutschland gerade mal 2,5 Prozent.

Bio-Rebflächen stabil

Die Bio-Rebflächen sind, nach langen Jahres des Anstiegs, 2016 bei stabilen 8.000 Hektar geblieben. Der Bio-Anbau stellt damit einen Anteil von acht Prozent an den gesamten Rebflächen. Seit 2008 hat sich die Bio-Anbaufläche fast verdoppelt. Fast zwei Drittel der deutschen Rebflächen liegen in Rheinland-Pfalz. Der Jahrgang 2016 hatte mit den Starkniederschlägen in der Blüte zu kämpfen, Falscher Mehltau kam in die Bestände. Die Erntemengen fielen demnach klein aus. Der trockene Sommer aber sorgte dann für ausgezeichnete Qualitäten. Bei Rebland ermittelt das Statistische Bundesamt eine um 14 Prozent geringere Fläche als die Strukturdatenerhebung, ein Grund sind hier die Erfassungsgrenzen von 0,5 Hektar, die doch einige Bio-Weingüter unterschreiten.

Sieben Prozent der Streuobstfläche sind bio-zertifiziert

Die Bio-Streuobstflächen betrugen 2016 rund 22.000 Hektar und damit 6.000 Hektar mehr als noch 2015. Sie stellen damit einen Bio-Anteil von sieben Prozent an der gesamten Streuobstfläche Deutschlands. Laut NABU dürften aber viele Streuobstbestände bio-konform bewirtschaftet werden, so dass die Anmeldung zur Zertifizierung auch wechseln kann. Die größten bio-zertifizierten Flächen finden sich in Baden-Württemberg und Bayern.

Auf Basis der Datenlieferung von zehn Öko-Kontrollstellen in Deutschland hat die AMI für das Jahr 2016 eine Übersicht über die Struktur der Landnutzung und Tierhaltung ökologisch wirtschaftender Betriebe in Deutschland erstellt. Für die wichtigsten Produktgruppen wurden auch die zugehörigen Produktionsvolumina geschätzt und der jeweilige Anteil an der gesamten Produktion in Deutschland ermittelt.

AMI-Marktstudie: Strukturdaten im ökologischen Landbau in Deutschland 2016
- Bodennutzung, Tierhaltung und Verkaufserlöse -

Letzte Aktualisierung 06.10.2017

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