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"Zukunftsküche Essen": Initiative BioBitte unterstützt Leuchtturmprojekt

Die Stadt Essen und der dortige Ernährungsrat wollen gemeinsam mit der Initiative BioBitte die nächsten Schritte zur Realisierung der Zukunftsküche Essen angehen. Dafür trafen sich 50 Verantwortliche aus Politik, Verwaltung, Land- und Ernährungswirtschaft sowie der Schulverpflegung beim BioBitte-Workshop in Essen zum Thema "Bio, Regional und Saisonal – für jeden Tag: Zukunftsküche Essen".

Gruppenbild von vier Menschen. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.

Im Essener Rathaus vernetzten sich Politik und Ernährungsrat für mehr Bio in öffentlichen Küchen: Eva Schlüter, a’verdis Veranstalter vor Ort; Thomas Lang, Ernährungsrat Essen; Simone Raskob, Dezernentin für Umwelt, Verkehr und Sport Stadt Essen; Kai Lipsius, Leiter Grüne Hauptstadt Agentur Essen (von links nach rechts) Quelle: @BLE/Jannis Reichard (Bande für Gestaltung)

Akteurinnen und Akteure aus der Landes- und Kommunalpolitik, der Verwaltung, der Land- und Ernährungswirtschaft sowie Küchenleitungen und Caterinnen und Caterer der Außer-Haus- und Schulverpflegung tauschten sich heute beim ersten Vernetzungsworkshop der bundesweiten Initiative "BioBitte – Mehr Bio in öffentlichen Küchen" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Essen aus. Im Rathaus der Stadt kamen rund 50 Teilnehmende zusammen und diskutierten darüber, wie sich der Anteil an regionalen, saisonalen und Bio-Lebensmitteln in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung (AHV) der Ruhrgebietskommune erhöhen lässt. Wie dies gelingen kann, erfuhr das Fachpublikum anhand von erfolgreichen Praxisbeispielen. So soll vor Ort dem vom Essener Ernährungsrat initiierten Projekt "Zukunftsküche Essen" – ein in Nordrhein-Westfalen einmaliges Fortbildungs- und Schulungszentrum – eine Schlüsselrolle bei der Steigerung des Bio-Anteils in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung zukommen.

Simone Raskob, Dezernentin für Umwelt, Verkehr und Sport, Kai Lipsius, Leiter Grüne Hauptstadt Agentur Essen, Thomas Lang, Ernährungsrat Essen und Eva Schlüter von a’verdis, Veranstalter vor Ort, sprachen die Grußworte und hoben die Bedeutung des Vernetzungsworkshops für die weiteren Realisierungsschritte hin zur "Zukunftsküche Essen" hervor.

Umweltdezernentin Raskob: "Nachfragepotenziale ausschöpfen"

"Als ehemalige "Grüne Hauptstadt Europas" hat Essen den Wandel von einer ehemaligen Stahl- und Kohlestadt zur grünsten Stadt Nordrhein-Westfalens vollzogen und zugleich einen Prozess angestoßen, um die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt weiter und nachhaltig zu verbessern. Dazu kann auch eine Erhöhung des Bio-Anteils in den Kantinen und Küchen städtischer Einrichtungen beitragen", sagte Umweltdezernentin Simone Raskob und ergänzte: "Wir freuen uns über das bürgerschaftliche Engagement der Ernährungsräte und unterstützen die Pläne für die Realisierung einer "Zukunftsküche Essen"."

Ernährungsräte stellen "Leuchtturmprojekt" Zukunftsküche vor

Die Ernährungsräte stellten ihre Vision einer "Zukunftsküche" vor. Inspiriert vom Kopenhagener House of Food soll das Essener Projekt ein Fortbildungs- und Schulungszentrum für Kantinen und Cateringunternehmen werden. Sie soll die Vernetzung der Großküchen untereinander stärken und zugleich Bürgerinnen und Bürgern offenstehen. Dabei soll der Fokus zum einen auf dem Einsatz von Lebensmitteln ökologischer Herkunft sowie regionaler Produkte liegen. Zum anderen sollen über Schulungen in klimafreundlichem Kochen die Treibhausgas-Emissionen in der AHV deutlich reduziert werden. Ernährungsrat Thomas Lang und Mitinitiator der Zukunftsküche: "Wir wollen mehr als die Kantine von morgen sein. Es soll ein kulinarischer und klimawirksamer Leuchtturm werden, der über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlt und Impulse setzt. Der heutige Austausch mit der Grünen Hauptstadt Agentur, der Stadt und weiteren Akteuren gibt uns weiteren Rückenwind."

Der Vernetzungsworkshop

Der Vernetzungsworkshop in Essen ist eine Veranstaltung der Initiative BioBitte. Veranstalter vor Ort ist das Beratungsunternehmen a’verdis in Zusammenarbeit mit der Grünen Hauptstadt Agentur Essen und dem Ernährungsrat Essen. Neben dem Projekt Zukunftsküche tauschten sich die Teilnehmenden über "die Wünsche der Gäste – mehr Bio in die Küche?!" aus und informierten sich in Impulsvorträgen unter anderem zum Praxisbeispiel der Landesschulen NRW, in denen täglich 900 Mahlzeiten mit einem Bio-Anteil von 60 Prozent angeboten werden. Eva Schlüter von a’verdis und Auftragnehmerin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für BioBitte, zeigte sich erfreut über den gelungenen Austausch in Essen: "Die verschiedenen Veranstaltungsformate von BioBitte werden bundesweit angeboten. Dabei gibt die Initiative BioBitte den Rahmen vor, der sich passend zu den Gegebenheiten und Verpflegungssituationen vor Ort ausgestalten lässt. So kann BioBitte die Akteure in den Kommunen ideal beim Prozess hin zu einem höheren Bio-Anteil begleiten."

Hintergrund

Mit BioBitte werden Entscheidungsbefugten aus Politik, Verwaltung, Vergabewesen und Verzehreinrichtungen Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Einsatz von mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) öffentlicher Küchen angestoßen und vorangetrieben werden kann. Die Förderung des Einsatzes von Bio-Produkten in der AHV ist Teil der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) des BMEL. BioBitte wird im Auftrag des BMEL im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt. Die Initiative BioBitte bietet Hintergrundinformationen und Handlungshilfen, um die Umstellung auf mehr Bio-Lebensmittel zu erleichtern und ermöglicht Verantwortlichen, bei lokalen und überregionalen Veranstaltungsformaten in Austausch zu treten. Die Angebote von BioBitte adressieren sowohl die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, Mitarbeitende in Fach- und Vergabereferaten als auch die Küchenleitungen.

Quelle: BioBitte

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