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Speed Dating: Kantine trifft Region

"Welche Schritte sind notwendig, um mehr regionale Lebensmittel in die Küchen der Gemeinschaftsverpflegung zu bringen? Und wie kann die Stadt solche Prozesse unterstützen?" Mit diesen Fragen eröffnete die Freiburger Bürgermeisterin Gerda Stuchlik die Kontaktbörse "Kantine trifft Region" im historischen Kaufhaus am Münsterplatz.

Logos Fibl und Oekokonsult

Rund 78 Personen waren auf Einladung des Freiburger Umweltamtes zum Speed Dating für Kantinen und regionale Lieferanten in den Kaisersaal gekommen: Küchenprofis aus städtischen Kantinen, Schul- und Hochschulmensen, Kliniken, Catering-Unternehmen sowie der Betriebsgastronomie auf der einen Seite und Vertreter von regionalen Erzeuger-, Verarbeiter- und Handelsunternehmen auf der anderen. Viele davon mit einem Angebot an Bioprodukten. "Das ist eine erfreulich große Resonanz, die über unseren Erwartungen liegt", bilanziert Thomas Dresel vom Umweltamt. "Mit so vielen engagierten Akteuren haben wir eine gute Chance, in der Region leistungsfähige Versorgungsstrukturen für die Gemeinschaftsverpflegung aufzubauen". Damit dies gelingt, müssen sich jedoch Angebot und Nachfrage besser finden und in Kontakt kommen. Genau das war das Ziel dieser ersten Kontaktbörse für Lieferanten und Küchen in Freiburg. Nicht Vorträge und lange Diskussionen ("Was müsste man tun?") standen im Mittelpunkt sondern ein Speed Dating: Vertreterinnen und Vertreter von 15 Erzeuger-, Verarbeiter- und Handelsunternehmen aus der Region konnten in einem kurzen Durchlauf ihre Produkte und besonderen Angebote vorstellen.

Danach hatten die Profis aus der Gemeinschaftsverpflegung genügend Zeit, sich an den Ständen der Lieferanten näher zu informieren und auszutauschen. Bei den Diskussionen im Plenum wurde immer wieder ein strukturelles Problem deutlich: In der Vergangenheit wurden die Großküchen darauf getrimmt, ihren Einkauf möglichst effizient zu gestalten und mit wenigen Lieferanten zusammen zu arbeiten. Kleinere Betriebe aus der Region haben es bei diesem Strukturwandel immer schwerer, im Geschäft zu bleiben. "Die Großküchen brauchen deshalb starke Partner auf Seiten der Lieferanten, die das Angebot bündeln und sich auf die Bedürfnisse der Außer-Haus-Verpflegung einstellen", brachte es Joachim Herbstritt auf den Punkt.

Ob bei der Veranstaltung in Freiburg jetzt schon konkrete Lieferbeziehungen auf den Weg gebracht wurden, lässt sich noch nicht abschließend bewerten. "Aber für uns wäre es schon ein Erfolg, wenn einzelne Küchen und Lieferanten jetzt in Kontakt gekommen sind und Gespräche führen", so Thomas Dresel. Um diese Prozesse auch in Zukunft weiter zu unterstützen, sind verschiedene Projekte in der Pipeline. So will sich die Bio-Musterregion beim Land um eine Förderung von Leuchtturmprojekten in der Gemeinschaftsverpflegung bewerben, bei denen in ausgewählten Kantinen ein Anteil von 30 bis 60 Prozess biologischer und möglichst regionaler Lebensmittel angestrebt wird.

Zudem ist geplant, Küchenprofis durch Betriebsbesichtigungen bei Lieferanten weitere Einblicke in die regionalen Versorgungsstrukturen zu ermöglichen. Auch eine Ausweitung der 2018 erfolgreich in städtischen Kantinen durchgeführten Kantinentage ist denkbar. Mit dem Ernährungsrat und der neuen Bio-Musterregion Freiburg sind in der Region zwei wichtige neue Strukturen entstanden, die solche und weitere Projekte unterstützen können.

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