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Potenziale der regionalen Bio-Branche jetzt nutzen!

Die Menschen in Berlin und Brandenburg griffen zuletzt deutlich häufiger zu Bio-Lebensmitteln, bevorzugt aus der Region. Damit das gestiegene Bewusstsein für Regionalität und Bio auch längerfristig zu erhöhten Umsätzen führt, sollten die Wachstumspotenziale bei Bio-Anbau und -Vermarktung jetzt weiter gefördert und ausgebaut werden.

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Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist in der Corona-Zeit – seit Mitte März – sowohl absolut als auch im Vergleich zum gesamten Markt stark gewachsen: Während der gesamte Einzelhandel im ersten Quartal 2020 ein Umsatzwachstum von 8,6 Prozent hatte, legte laut Berechnungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) der Bio-Umsatz über alle Verkaufsstätten um 27,4 Prozent zu. Der gestiegene Bio-Umsatz im Lebensmittelhandel erklärt sich vor allem mit Umsatzverschiebungen aus dem eingebrochenen Außer-Haus-Verpflegungs-Bereich in den Einzelhandel. Da zwangsläufig mehr Zuhause gekocht wurde, kauften Verbraucherinnen und Verbraucher verhältnismäßig mehr Bio ein. "Das Einkaufsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten zeigte damit deutlich, dass viele Kantinen und Restaurants dem Bedarf nach Bio-Essen noch nicht gerecht werden", sagt Michael Wimmer, Geschäftsführer der FÖL.

Rund 50 Prozent Umsatzplus zum Vorjahr verzeichnete zum Beispiel der regionale Marktführer, die Bio Company, von Mitte März bis Mitte April. Der kumulierte Umsatz der Bio-Supermarktkette im Juni bei circa 25 Prozent über dem des Vorjahres, so Einkaufsleiter Felix Wasmuth. Auch die Bio-Lieferdienste der Hauptstadtregion – Brodowiner Ökokorb, Landkorb und Märkische Kiste – verzeichneten in der Hochphase März bis April doppelte Bestellvolumina. Im Juni liegen die Umsätze ebenfalls noch deutlich über denen des Vorjahres.

Den höheren Bedarf des Handels nach Bio-Gemüse und Obst konnten regionale Erzeugerinnen und Erzeuger im Frühjahr jedoch nicht abdecken. Die Lagerware war Anfang März zum größten Teil abverkauft. Generell hinkt Brandenburg im Anbau von Obst und Gemüse weit hinter dem Bedarf des regionalen Absatzmarktes hinterher. Nicht einmal 25 Prozent des Berliner Obst- und Gemüsebedarfs wird aus Brandenburg gedeckt. Im Bio-Anbau klafft die Versorgungslücke noch weiter: So wuchs im Jahr 2019 die Brandenburger Bio-Gemüse-Fläche lediglich um 25 Hektar Gemüse.

Vor diesem Hintergrund ist der von der Brandenburger Landesregierung im Koalitionsvertrag verankerte Öko-Flächenzuwachs von 13 auf 20 Prozent bis 2024 sinnvoll und notwendig. Damit nimmt sich Brandenburg vor, was der Rest der Republik bereits vormachte: Das gesamtdeutsche Öko-Flächenwachstum betrug in den vergangenen fünf Jahren fast 50 Prozent, Brandenburg legte im gleichen Zeitraum nur 26 Prozent zu. Die neue Landesregierung tut allerdings gut daran, einen deutlichen Schwerpunkt darauf zu legen, den Betrieben mit Beratung und Wertschöpfungsprojekten Hilfestellungen zu geben, um weniger Roggen zu produzieren, sondern stärker auf jene Kulturen zu setzen, die am Markt besonders gefragt sind.

Quelle: Pressemitteilung FÖL

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