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Positionspapier zur Novelle des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes

Die Öko-Verbände Bioland und Naturland begrüßen, dass der Entwurf des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) der Bedeutung von Kleegras im Öko-Landbau Rechnung trägt. Um eine nachhaltige Biogas-Erzeugung für Öko-Betriebe attraktiver zu gestalten, brauche es allerdings mehr.

Biogasanlage

Foto: V. Anspach

Die Anrechnung in Höhe von 10 Prozent in der Sondervergütungsklasse zu Gülle und Mist könne laut Bioland- und Naturland-Verband nur als erster Schritt gesehen werden.

Daher fordern die beiden Öko-Verbände gemeinsam mit den im Arbeitskreis "Biogas im Öko-Landbau" organisierten Verbänden und Vereinen (DBV, BBV, FVB, FnBB, C.A.R.M.E.N.), dass der Einsatz von ökologisch wertvollen Substraten (ÖWS), wie zum Beispiel Kleegras, für Biogas im EEG, im parlamentarischen Verfahren weiter optimiert wird. So könnte das EEG auch eine Steigerung des Öko-Anteils in der Landwirtschaft unterstützen.

Ökologische Betriebe und vor allem Marktfruchtbetriebe haben nicht die nötige Menge an Mist bzw. gar keinen Mist, was die Substratzufuhr für die Biogasanlage (BGA) schwierig macht. Ein Neubau vor allem von Güllekleinanlagen wird dadurch unterbunden.

Leguminosengemenge wie Kleegras und andere ÖWS, können die Lücke füllen. Vor allem Leguminosengemenge haben über die Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln die Fähigkeit, Luftstickstoff zu sammeln und damit seit jeher eine zentrale Bedeutung für eine nachhaltige Nährstoffversorgung im Öko-Landbau. Daher sind sie auch in weit größerem Umfang als 10 Prozent verfügbar. Gärsubstrate leisten einen wichtigen Beitrag für die aktuellen Ziele der Bundesregierung, den Anteil von Öko-Landbau bis 2030 auf 30 Prozent zu steigern sowie beim Arten-, Umweltschutz. Damit mit dies aber auch wirkmächtig wird, müssen alle ÖWS auf den 80 Prozent Anteil in der Sondervergütungsklasse angerechnet werden können.

Für die volle Wirkung der Regelung, muss dies auch für Bestandsanlagen gelten. Denn umstellungswilligen konventionellen Betrieben, die eine BGA betreiben, wird so die Entscheidung zur Umstellung wesentlich erleichtert. Die beteiligten Verbände und Vereine sind überzeugt, dass nur so die ambitionierten Ziele der Bundesregierung erreicht werden können. Es ist daher wichtig, die geplante Regelung im weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahren dahingehend zu optimieren.

Zentrale Forderungen:

  • 100 Prozent Anrechnung der ökologisch wertvollen Substrate (ÖWS) in der Güllekleinklasse
  • Substratbasis von Kleegras erweitern auf mehr ÖWS
  • Öffnung für Bestandsanlagen

Denn Biogas im Öko-Landbau hat viele positive Synergien, unter anderem:

  • Klimaschutz: Reduktion von vor allem Lachgasemissionen
  • höhere Produktivität vor allem von ökologischen Marktfruchtbetrieben durch eine bessere Nährstoffversorgung über das Gärprodukt
  • Substrate müssen nicht extra angebaut werden
  • bei Abfuhr von Leguminosengemengen: weniger Emissionen, bessere Stickstofffixierung der Knöllchenbakterien; bessere Stickstoffeffizienz und besserer Wiederaufwuchs der Bestände

Dies wird auch von der Wissenschaft so gesehen. Herr Prof. Dr. Hülsbergen von der Technischen Universität München vom Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme betont:

"Zur Steigerung der Anbaufläche des Öko-Landbaus ist es wichtig, die Nährstoffversorgung zu verbessern. Hier kann die Integration einer Biogasanlage in den Öko-Betrieb und die Vergärung von Leguminosengemengen (Kleegras) wertvolle Synergieeffekte erzielen. Die bessere Nährstoffversorgung steigert die Produktivität, was zu höheren Erträgen und Qualitäten führt."

Das Positionspapier zur EEG-Novelle 2022 steht als PDF-Datei zum Download bereit.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von Bioland und Naturland

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