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NRW will Ökolandbau stärken

Bis 2030 soll in Nordrhein-Westfalen die ökologisch bewirtschafte Fläche auf 20 Prozent ansteigen. Das kündigte NRW Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser anlässlich eines virtuellen Pressegesprächs an. Erreicht werden soll der Anstieg mit der Einrichtung von Öko-Modellregionen.

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Nach dem Vorbild von Bayern und Baden-Württemberg soll so die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene und innerhalb der Wertschöpfungskette zwischen Erzeugerinnen und Erzeugern und vermarktenden Betrieben verbessert werden. Das soll auch dazu beitragen, den Landwirtinnen und Landwirten mögliche Sorgen mit Blick auf Absatzschwierigkeiten zu nehmen. Bislang beträgt die Öko-Fläche in NRW 6,9 Prozent. Es gäbe also noch "ordentlich Spielraum nach oben", so Heinen-Esser.

Zunächst drei Öko-Modellregionen 

Für die Umsetzung will Heinen-Esser eine Koordinierungsstelle schaffen, die bei dem Öko-Team der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen angesiedelt sein soll. Gestartet werden soll zunächst im Jahr 2021 mit drei Landkreisen. Diese müssten sich um eine Teilnahme bewerben. Das Vorhaben muss allerdings nach Aussagen von Heinen-Esser noch von der EU notifiziert werden. Im kommenden Haushalt des Ministeriums seien dafür auch Gelder eingestellt; der Haushalt muss aber noch vom Landtag in Düsseldorf bestätigt werden. 

Laut Heinen-Esser stünde für den Bereich Öko bereits jetzt Geld zur Verfügung, auch im Rahmen der Mittel der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP). Es gehe nun darum, dieses "Geld in die Fläche zu bringen". Als Vorbild sieht die Ministerin nicht nur den Erfolg, den die beiden süddeutschen Bundesländer mit Öko-Modellregionen bislang hätten. Positiv gestimmt zeigte sich die Ministerin in dem Pressegespräch auch aufgrund der Erfahrungen mit der Biodiversitätsberatung der Landwirtschaftskammer. Die sei ein "echtes Erfolgsmodell" und könne auch ein Modell sein, "wie wir bei der Biolandwirtschaft weiterkommen".

Dauerhafte Beratung 

Die Biodiversitätsberatung durch die Landwirtschaftskammer hatte bislang eher Projektcharakter. Sie soll nun verstetigt werden, also zu einer dauerhaften Einrichtung werden. Denn das Thema Insektenschwund sei in der Landwirtschaft angekommen und der Beratungsbedarf vorhanden. Laut Ministerin führen derzeit rund 11 000 Betriebe in NRW Umweltmaßnahmen durch und es stünden dafür 53 Millionen Euro zur Verfügung. Dass diese Gelder stabil bleiben, hängt auch von den Finanzmitteln ab, die aus Brüssel kommen. Hier zeigte sich Abteilungsleiter Dr. Jan Dietzel erfreut, dass es bei der Finanzausstattung der GAP zu keinen Kürzungen in der Zweiten Säule gekommen ist. Eine stabile Zweite Säule habe für NRW insbesondere deswegen Bedeutung, weil damit zum Beispiel auch die Entwicklung der ländlichen Räume oder der Öko-Landbau gefördert werden. Bezüglich verfügbarer ELER-Mittel rechnet das Ministerium mit einer Anhebung in den nächsten Jahren. Für entscheidend hält Dietzel auch, wie die noch ausstehenden Beschlüsse zur GAP national umgesetzt werden sollen. Das Treffen der EU-Agrarminister am Vortag wertete Heinen-Esser jedenfalls als wenig erfolgreich.

Wassermanagement regeln

Zufriedener äußerte sie sich dagegen zum Thema Düngeverordnung. Sie verwies darauf, dass die am Freitag zuvor vom Bundesrat verabschiedete Verwaltungsvorschrift nun eine Binnendifferenzierung für alle Bundesländer vorsieht. 

NRW hatte bereits im Vorfeld eine Landes-Düngeverordnung mit einer differenzierteren Ausweisung hoher (rote) und geringer (grüne) nitratbelasteter Gebiete erlassen. Die sei jetzt ein "Muster" für die Verwaltungsvorschrift des Bundes gewesen. Die neue Anforderung, analog eine Phosphatkulisse auszuweisen, werde noch im Rahmen der Landes-Düngeverordnung formuliert. Gleichfalls sicherte sie zu, dass sich ihr Haus intensiv mit der Frage von Konflikten zwischen Industrie und Landwirtschaft bei der Nutzung von Wasser in Dürreperioden beschäftigen wird. Auch aufgrund der Erfahrung der zurückliegenden Jahre gelte es, vorausschauend in den Regionen zu arbeiten.

Quelle: Landwirtschaftskammer NRW

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