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Integrierte Ernährungspolitik als Ziel

Unsere Nachhaltigkeitsziele können wir nur mit einer Transformation des Ernährungssystems erreichen – das steht fest. Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat in seinem Gutachten kürzlich eine Blaupause für diese Transformation veröffentlicht: Ein Konzept für eine integrierte Ernährungspolitik. Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL e.V.) befürwortet diesen Vorstoß und das innovative Konzept.

Logo AÖL e.V. - Integrierte Ernährungspolitik als Ziel

"Es ist wegweisend, dass die Autoren sehr klar – auch schon im Titel – deutlich machen: Wir benötigen eine integrierte Ernährungspolitik. Die Integration von Politikbereichen wie Landwirtschaft, Verbraucherinnen und Verbraucher und weiteren Schauplätzen zu einer Ernährungspolitik schafft einen neuen, zentralen Blickwinkel.", so der geschäftsführende Vorstand der AöL, Dr. Alexander Beck. "Bisher haben wir an keiner Stelle eine echte Ernährungspolitik in Deutschland, die eine klare Strategie verfolgt."

Das WBAE-Gutachten beginnt mit einer umfassenden Analyse des politischen Status quo, bevor es das Konzept für eine integrierte Ernährungspolitik vorstellt. Um mit einer solchen Politik erfolgreich zu sein, müssen alle die Faktoren in den Fokus rücken, die das Ernährungsverhalten beeinflussen. Der WBAE prägt dafür den Begriff der "fairen Ernährungsumgebung". Sie erstreckt sich vom ersten Kontakt mit Lebensmitteln, beispielsweise durch Werbung, über den Zugang zu Lebensmitteln und die Auswahl bis hin zum Konsum. All diese Phasen beeinflussen unsere Ess-Entscheidungen. Eine solche Umgebung wäre per Definition des WBAE dann "fair", wenn sie auf die Verbraucherinnen und Verbraucher abgestimmt, gesundheitsförderlich, sozial-, umwelt- und tierwohlverträglich wäre. Von diesem Ziel sind Ernährungsumgebungen jedoch meist weit entfernt – auch weil die Politik ihren Einfluss unterschätzt und zeitgleich die Verantwortung des Individuums überschätzt. Eine Politik, die stärker am gesamten Ernährungssystem ansetzt ist daher sowohl überfällig, als auch angemessen, folgert der WBAE. 

Das Gutachten liefert zudem konkrete Empfehlungen für eine integrierte Ernährungspolitik, die sich mit vielen Impulsen der AöL decken. Inhaltlich beziehen sich diese auf neun Bereiche, unter anderem auch "Systemwechsel in der Kita-/Schulverpflegung", "Preiswahrheit" und das "Prägen nachhaltigerer Ernährung als das ‚New Normal‘ ". Den abschließenden Appell des WBAE: "Eine umfassende Transformation des Ernährungssystems ist sinnvoll, sie ist möglich, und sie sollte umgehend begonnen werden." können die Öko-Hersteller unbedingt unterschreiben.

Quelle: Assoziation Ökologischer Lebensmittelhersteller (AÖL e.V.)

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