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Erfolgreiche Konferenz: Mit Mikrofarming und Marktgärten in die Zukunft

Junge Menschen, die sich für den niederschwelligen Einstieg in die Landwirtschaft interessieren, erhielten am vergangenen Wochenende in Hannover jede Menge Inspiration. Zur zweiten biointensiven Marktgarten & Mikrofarming Konferenz kamen rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um sich fachlich auszutauschen, neue Ideen zu bekommen und weitere Kontakte zu knüpfen.

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Während der dreitägigen Veranstaltung berichteten drei international renommierte Expertinnen und Experten in Keynote-Vorträgen von ihren Forschungsergebnissen und den Erfolgsrezepten ihrer Hofprojekte. Fünf Praktikerinnen und Praktiker ergänzten das bunte Bild mit ihren Erfahrungen. In verschiedenen Workshops wurden von den Teilnehmenden gewünschte Themen vertieft und die praktische Anwendung einzelner Maßnahmen diskutiert. Zum Abschluss fand ein Podiumsgespräch statt, bei dem die Potenziale der Mikrofarming-/Marketgardening-Bewegung in Deutschland diskutiert wurden.

Die erste Keynote präsentierte Wolfgang Palme, Leiter der staatlichen Gemüsezuchtanlage Zinsenhof in Wien und Experte unter anderem für Wintergemüse. Er führte den Teilnehmenden vor Augen, dass die Vielfaltsgärtnerei eine Rückkehr zu einer neuen Einfachheit darstellt, nicht jedoch zu alten Zeiten. Es gelte, geniale Prinzipien, die bereits erforscht und angewendet wurden, weiter zu entwickeln. Eine große Chance, sich von anderen abzuheben, sieht er im Schließen von Jahreslücken. Gärtnerinnen und Gärtner müssten den Winter als Erntezeit neu entdecken und insbesondere die große Nachfrage zur Weihnachtszeit und am Winterende bei der Vermarktung nutzen. Fasziniert lauschte das Publikum seinen Ausführungen, wie sich in unseren Breiten im Dezember frischer Salat ernten lässt.

Als weitere Keynotesprecher konnten Elizabeth und Paul Kaiser aus Kalifornien gewonnen werden. Auf ihrer "Singing Frogs Farm" betreiben sie seit 13 Jahren auf 1,5 Hektar biointensiven Gartenbau. Sehr lebendig und mitreißend berichteten sie von ihrer intensiven Bodenpflege und wie sie es geschafft haben, innerhalb von fünf Jahren den Humusgehalt von einem auf zehn Prozent zu steigern. Wie erfolgreich ihr Konzept ist, zeigt sich nicht nur in ihren Umsatzzahlen, sondern auch in ihrer Nachfrage als Referentin und Referent und nicht zuletzt in der hohen Mitarbeiterzufriedenheit.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von der Tagung begeistert und schätzten insbesondere den Austausch und die Vernetzungsmöglichkeiten sowie die Vielfalt an Themen und nahmen viele Impulse für ihre eigenen Betriebe mit nach Hause. Neben Gärtnerinnen und Gärtnern waren auch zahlreiche Studierende und Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger vor Ort.

Mitorganisator Manuel Nagel von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) begleitet das Thema schon seit Jahren und resümiert: "Mit dieser Tagung haben wir wieder einmal den Nerv der Zeit getroffen. Wir möchten den vielen engagierten jungen Menschen zeigen, wie quasi jeder in die Landwirtschaft einsteigen kann. Wer Leidenschaft mitbringt, hat in den vergangenen Tagen genug Inspiration gefunden, seine Vorstellungen in die Realität umzusetzen."

Organisiert wurde Veranstaltung von der SÖL gemeinsam mit dem Öko-Junglandwirte Netzwerk, der Dachstiftung Diakonie und dem Stephanstift. Gefördert wurde sie im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.

Aufgrund des starken Interesses und der hohen Nachfrage wird 2020 eine Folgeveranstaltung stattfinden.

Quelle: Forum Nachhaltig Wirtschaften

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