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ECOVIN Jahrgangsbericht 2020

Seit Mitte Oktober ist die Traubenernte in allen deutschen Weinanbaugebieten abgeschlossen. Die Mitglieder von ECOVIN, dem Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V., sind mit den geernteten Qualitäten sehr zufrieden – beste Voraussetzung für einen neuen Jahrgang geschmackvollen Bio-Weines!

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Kleine Menge von hoher Qualität Die Erntemengen der ECOVIN Winzerinnen und Winzer liegen im Durchschnitt unter dem langjährigen Mittel. In Sachsen und Teilen von Franken sind die Ernten besonders klein ausgefallen. Gründe hierfür sind der dritte trockene Sommer in Folge, die Spätfröste im Mai und vereinzelte Hagelschäden kurz vor der Ernte. Die meisten geernteten Trauben erfreuten die Winzerinnen und Winzer mit hohen Öchslegraden.  

Heißer, trockener Sommer bringt Vor- und Nachteile

Das Weinjahr 2020 begann im Frühling mit einem frühen Austrieb und sommerlich heißen Temperaturen im April. Zu den Eisheiligen im Mai gab es in einigen Anbaugebieten Spätfrostschäden, die mancherorts massive Ertragsausfälle verursachten. Auch zur Rebblüte waren die Temperaturen kühl. Die Blüte verlief sehr langsam, sodass sich die Beeren innerhalb einer Traube unterschiedlich entwickelten.   

Über den Sommer war das Wetter bis in den September von viel Sonne geprägt. "Die Winterfeuchte reichte nicht aus, um die Wasservorräte im Boden den ganzen Sommer über aufrecht zu erhalten. Besonders betroffene Weinberge und Jungfelder mussten bewässert werden", berichtet Anne Meyer, Fachreferentin bei ECOVIN. 

"Die hohen Temperaturen sind einerseits gut für die Traubenreife. Auf der anderen Seite gab es Sonnenbrandschäden und die Verbreitung des echten Mehltaues wurde begünstigt. Da mussten die Winzer auf Zack sein!", fügt Andreas Hattemer, Vorsitzender von ECOVIN hinzu.     

Aus den einzelnen Anbaugebieten: 

Baden

Die Rebblüte begann in Baden bereits um den 20. Mai und lag somit deutlich vor dem langjährigen Mittel. Die frühe Vegetation setzte sich bis zur Lese fort. Die extreme Trockenheit führte zu niedrigen Erträgen. Besonders die wichtigen Burgunder-Rebsorten waren betroffen. Erstmalig war auch die Bekämpfung des echten Mehltaues herausfordernd. „Klimaveränderung und Witterungsschwankungen – diese Themen fordern den deutschen Weinbau sehr“, so Paulin Köpfer, Vorsitzender ECOVIN Baden.   

Franken

Anton Hell von der ECOVIN Regionalgruppe Franken freut sich sehr über die super Qualität seiner Trauben. Die Spätfröste im Mai schädigten in seinen Weinbergen überwiegend nur die Triebspitzen, führten jedoch nicht zu Ernteausfällen. Andernorts waren in vereinzelten Lagen Frostschäden bis zu 80 % aufgetreten. Frühnebel und gelegentlicher Regen sorgten im Juni/Juli für einen erhöhten Pilzdruck. Durch eine genaue Beobachtung der Weinberge und das Einleiten geeigneter Maßnahmen, konnten jedoch gesunde Trauben gelesen werden.   

Mosel

An der Mosel gab es von Moselschleife zu Moselschleife unterschiedliche Witterungen: Frost, Hagel und Regen gab es alles in diesem Jahr. Harald Steffens vom Weingut Steffens-Keß berichtet von Trauben in einer sehr guten Qualität und freut sich auf die harmonisch, fruchtigen Weine.   Nahe An der Nahe sind die Winzer gut gestimmt. Das Jahr war abgesehen von der Trockenheit durchweg positiv. Regen zum Ende der Lese brachte auch noch etwas mehr Menge. Wie auch in anderen Regionen musste man bei den Burgundersorten darauf achten, dass sie nicht zu hoch im Mostgewicht gestiegen sind.  

Pfalz

Die Lese in diesem Jahr lief ohne Hektik ab, die Trauben konnten zu den besten Zeitpunkten geerntet werden. Vereinzelt gab es im Juli und August Regen, so waren die Erntemengen im Durchschnitt sehr erfreulich. Auch die Lese von Trauben für eine Beerenauslese war in Bad Dürkheim am 22.10.2020 möglich.  

Rheinhessen

"Das dritte Trockenjahr in Folge. Im Boden ist bis auf 1,5 Meter Bodentiefe keine Feuchtigkeit zu ergründen", berichtet Erik Riffel, Vorsitzender ECOVIN Rheinhessen.  Zwar blieben im diesen Jahr Hitzeperioden von über 40°C aus, doch die anhaltend warmen Temperaturen begünstigten die Ausbreitung des echten Mehltaues. Durch geeignete Pflanzenstärkungsmaßnahmen waren die Trauben zur Ernte gesund und hatten durch die lange Blütezeit eine lockere Struktur.   

Sachsen

Die Erntemenge in Sachsen fiel 2020 sehr gering aus. Der Spätfrost Mitte Mai traf die Region sehr. Die langanhaltende Trockenheit zehrt auch hier; bis auf 1,8 Meter Bodentiefe ist keine Feuchtigkeit zu finden. Im August kam der erhoffte Regen. Dieser beeinflusste zwar die Erntemenge nicht mehr, fülle aber die Wasservorräte im Boden langsam wieder auf. Besonders ärgerlich war ein Hagelschauer im August. Kurz vor der Weinlese wurde dadurch die Trauben geschädigt und der Ertrag minimiert.  

Württemberg

Württemberg war besonders von den starken Spätfrösten betroffen. In einigen Weinbergen verfroren alle Triebe, sodass keine Trauben wachsen und geerntet werden konnten. Im Laufe der Vegetationsperiode gab es zudem auch Hagel und auch die Kirschessigfliege war aufzufinden. Die Kirschessigfliege stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und breitet sich seit über 10 Jahre in Europa aus. Durch das Anstechen der Früchte zur Eiablage wird die Frucht geschädigt, teilweise mit massiven Ausfällen für die WinzerInnen und Obstbauern.   

Quelle: Ecovin e.V.

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