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Die Zukunft is(s)t öko!

Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern sieht in der Farm-to-Fork-Strategie der EU-Kommission ein wichtiges und ermutigendes Signal zum Erhalt der Biodiversität und zur Transformation der europäischen Land- und Lebensmittelwirtschaft. Nun komme es auf die Umsetzung an.

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Rückenwind für Bio aus Brüssel

Die Klima- und Biodiversitätskrise bedrohen unsere Lebensgrundlagen – ein "weiter so" ist nicht mehr möglich. Der Green Deal und die daraus abgeleiteten Strategien setzen deswegen die richtigen Prioritäten: Ressourcenschonung, Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft. Auch Landwirtschaft und Ernährung müssen Teil eines grundlegenden Wandels unsere Art zu leben und zu wirtschaften sein.

Der Ausbau des Ökolandbaus ist zurecht ein zentrales Ziel dieser Strategien. Die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft tut genau das, was die Politik als Ziel formuliert und die Menschen wollen: Sie produziert gesunde Lebensmittel und schont Böden, Wasser, Klima und Natur. Bäuerinnen und Bauern bietet sie gute wirtschaftliche Perspektiven. Mit der Zielsetzung 25 Prozent Ökolandbau bis 2030 weist die Farm to Fork Strategie in dieselbe Richtung wie das im Bayerischen Naturschutzgesetz verankerte Ausbauziel für Bayern von 30 Prozent bis 2030. "Diese Zielsetzung auf europäischer Ebene verleiht uns auch hier in Bayern Rückenwind. Wir sind auf dem richtigen Weg – Bayern kann Vorreiter sein", freut sich Hubert Heigl, erster Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ Bayern).

Bio ist nachgefragt – Branche schaut optimistisch in die Zukunft

"Dass Ökolandbau zu einer krisenfesten Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung beiträgt, zeigt sich gerade in diesen Tagen ganz besonders deutlich", betont Heigl. "Die EU Kommission erkennt in ihren Strategien "mehr Bio" als einen elementareren Teil der Lösung an und sieht neben den ökologischen Vorteilen des Ökolandbaus auch die wirtschaftlichen Chancen, die ein wachsender Markt für Bio-Produkte bietet", so Heigl weiter. Auch die bayerischen Öko-Landwirtinnen und -Landwirte sowie Verarbeiterinnen und Verarbeiter schauen optimistisch in die Zukunft. Klima- und Umweltschutz und ein faires Miteinander sind Werte, die in und nach der Pandemie mindestens genauso wichtig sind wie vorher – Bio ist nachgefragt und wird dies auch in Zukunft sein.

Auf die Umsetzung kommt es an

Ob die Ziele in den Strategien formulierten Ziel erreicht werden, hängt nun vom politischen Willen und der weiteren Umsetzung ab. Die bisher vorliegenden Vorschläge zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden den anstehenden Aufgaben nicht gerecht. Notwendig ist ein gut durchdachtes und schlüssiges Gesamtkonzept, dass die Ökologisierung der Landwirtschaft und hohe Wertschöpfung für die Bäuerinnen und Bauern ins Zentrum der Politik rückt "Die Geldströme der GAP müssen so umgelenkt werden, dass nicht mehr vor allem der Flächenbesitz gefördert wird, sondern diejenigen Betriebe und Unternehmen honoriert werden, die bereits nachhaltig wirtschaften. Andere müssen besser als bisher bei der Umstellung unterstützt werden", fordert Heigl.

Öffentliche Beschaffung als Hebel für mehr Bio

Auch der Staat kann maßgeblich zur weiteren positiven Entwicklung der Nachfrage nach Bio-Produkten beitragen: Die EU-Kommission erkennt die öffentliche Beschaffung für Kantinen und Mensen als wichtigen Hebel und plant verpflichtende Mindestanteile und Nachhaltigkeitsstandards, um den Ökolandbau zu stärken. "Mindestens 25 Prozent Bio-Produkte in allen staatlichen Kantinen – das brauchen wir auch in Bayern", so Heigl.

Quelle: Pressemitteilung LVÖ Bayern

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