Umstellung Legehennenhaltung

Legehennenhaltung – Was ändert sich durch die Umstellung?

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich für Eier aus der ökologischen Freilandhaltung, vor allem dann, wenn sie aus der Region stammen. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) wurden 2018 in Deutschland rund 1,6 Milliarden Bio-Eier erzeugt, das waren 11,6 Prozent der gesamten Eierproduktion.

Der Einstieg in die Öko-Haltung kann somit eine lohnende Initiative darstellen. Eine besonders einfache und kostengünstige Möglichkeit für Öko-Betriebe, in diesen Markt einzusteigen, bietet die mobile Hühnerhaltung. Wir erklären, was sich durch die Umstellung alles verändert.

Rassen und Herkünfte

Bislang werden auch in der ökologischen Legehennenhaltung noch überwiegend legebetonte Hybridlinien eingesetzt. Da diese Hochleistungslinien wenig öko-tauglich sind, gibt es seit einigen Jahren Initiativen in der Öko-Branche, die sich für die Zucht von öko-tauglichen Hühnern einsetzen. Also Hühnern die mit 100-Prozent Öko-Futter und heimischen Leguminosen zurechtkommen, die robust und krankheitsresistent sind und sich besonders für die Auslaufhaltung eignen. Nicht zuletzt muss aber natürlich auch die Legeleistung stimmen. Bedeutende Arbeit leistet hier derzeit vor allem die Ökologische Tierzucht gGmbH. Langfristiges Ziel der Initiative sind Zweinutzungshühner, die beide Produktionsrichtungen abdecken, Eier und Fleisch, und dabei gleichzeitig eine wirtschaftliche Aufzucht ermöglichen.

Junglegehennen für die ökologischen Eiererzeugung müssen aus anerkannten Bio-Betrieben stammen. Inzwischen ist deutschlandweit ein ausreichendes Angebot an Öko-Junghennen verfügbar. In Ausnahmefällen dürfen auch konventionelle Küken (nicht älter als zwei Tage) und – befristet bis 31. Dezember 2020 – konventionelle Junglegehennen zugekauft werden, wenn diese weniger als 18 Wochen alt sind (nach Artikel 42 b Verordnung (EG) Nr. 889/2008). Achtung: Bei einigen Bio-Verbänden gilt diese Ausnahme für Junglegehennen nicht!

Haltung

Die Tierhaltung ist im Ökolandbau an die Fläche gebunden: Die Gesamtbesatzdichte darf den Grenzwert von 170 Kilogramm (für Öko-Verbände gilt: 112 kg) Stickstoff pro Jahr und Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche nicht überschreiten. Das entspricht maximal 230 (für Öko-Verbände gilt: 280) Legehennen je Hektar.

Nach EU-Öko-Verordnung sind maximal sechs Legehennen pro Quadratmeter Stallfläche zulässig. Eine Regelung für die Volierenhaltung gibt es nicht. Daher gelten für alle Bewegungsflächen sechs Tiere je Quadratmeter. Bei den meisten Öko-Verbänden ist das anders: Hier gilt auch für die Volierenhaltung: Max. 12 Legehennen je Quadratmeter Stallgrundfläche.

Pro Stall dürfen in der Öko-Haltung maximal 3.000 Legehennen gehalten werden. Es spricht jedoch nichts dagegen mehrere Ställe in einem Gebäude unterzubringen, wenn sie blickdicht voneinander abgetrennt sind. Die meisten Öko-Verbände haben hier wiederum strengere Anforderungen: Hier ist die Anzahl an Stalleinheiten je Gebäude (unterschiedlich) begrenzt. Sie fordern darüber hinaus, dass ein überdachter Außenklimabereich (Kaltscharrraum) angeboten werden muss.

Für die Einstreu muss ökozertifiziertes Material verwendet werden. Ist dies nicht verfügbar, kann auf konventionelle Herkünfte zurückgegriffen werden. Vorgeschrieben ist weiterhin, dass eine ununterbrochene Nachtruhe ohne künstliche Beleuchtung von mindestens acht Stunden gewährleistet ist.

Öko-Legehennen müssen Zugang zu einem Grünauslauf haben, wann immer die Witterung dies zulässt – mindestens ein Drittel ihrer Lebenszeit.

Fütterung

Das Futter muss grundsätzlich aus ökologischer Erzeugung stammen. Wenn bei Geflügel eine ausschließliche Versorgung mit ökologischen Futtermitteln, auch durch Zukauf, nicht möglich ist, sind noch bis 31.12.2020 konventionelle Eiweißfuttermittel erlaubt, mit maximal fünf Prozent im Jahresdurchschnitt. Ab 2021 muss dann 100 Prozent ökologisch gefüttert werden.

Nach EU-Öko-Verordnung müssen mindestens 20 Prozent, nach Verbandsrichtlinien 50 Prozent des benötigten Futters auf dem eigenen Betrieb beziehungsweise mithilfe eines regionalen Kooperationspartners erzeugt werden. Außerdem ist frisches, getrocknetes oder siliertes Raufutter beizugeben.

Tiergesundheit

Die präventive Verabreichung chemisch-synthetischer allopathischer Tierarzneimittel, von Hormonen oder Antibiotika ist im Ökolandbau verboten. Werden Öko-Legehennen mehr als dreimal pro Jahr mit solchen Arzneimitteln behandelt, verlieren sie ihren Öko-Status. Für die Anwendung von pflanzlichen, homöopathischen oder natürlichen Mitteln gibt es hingegen keine Einschränkungen.

Das routinemäßige Stutzen der Schnäbel ist verboten.

Ökologische Junghennenaufzucht

Für Junghennen gibt es in der EU-Öko-Verordnung keine differenzierten Regelungen. Die deutschen Kontrollbehörden haben diesbezüglich aber einige Regeln aufgestellt:

  • Die Tiere benötigen ab der 10. Lebenswoche einen Kaltscharrraum als überdachten Auslauf von mindestens 400 Quadratzentimeter je Tier, bei Angebot von Grünauslauf mindestens 0,5 Quadratzentimeter je Tier.
  • Je Stallabteil dürfen maximal 4.800 Junghennen gehalten werden.
  • Nach Einstallung im Legehennenstall dürfen die Junghennen bis maximal drei Tage im Warmstall (ohne Zugang zum Kaltscharrraum) gehalten werden.
  • Ab Legebeginn dürfen die Tiere maximal sieben Tage im Stall ohne Grünauslauf gehalten werden. Danach muss bis zum Beginn der Legereife ab 13 Uhr Auslaufzugang gewährt werden. Ab Legereife (d.h. 50 % Legeleistung) muss regulär Auslauf von 10 Uhr bis Sonnenuntergang angeboten werden.

Letzte Aktualisierung 09.01.2020

KTBL: Umstellungsplaner

Excel-Planungstool

Ist der Ökolandbau für meinen Betrieb eine Alternative?

Webseite des KTBL

Umstellungsbroschüre NRW

Leguminosen. Foto: Thomas Stephan, BLE

Umstellen auf ökologische Landwirtschaft

Stand: Dezember 2019

Ökolandbauportal NRW

Nach oben