Ackerbau

Ackerbau: Was ändert sich durch die Umstellung?

Alle gängigen Kulturen werden auch im Ökolandbau angebaut. Ökonomisch besonders bedeutend sind Kartoffeln und Feldgemüse. Kulturen wie Zuckerrüben und Winterraps haben bislang noch eine geringe Bedeutung im ökologischen Landbau.

Fruchtfolge

Eine geeignete Fruchtfolge ist elementar für den ökologischen Ackerbau. Eine zentrale Rolle für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit spielen dabei Leguminosen (Kleegras, Luzerne, Erbsen, Ackerbohnen, Seradella und andere) als Haupt- und/oder Zwischenfrüchte. Ihr Anteil in der Fruchtfolge sollte bei etwa 20 bis 30 Prozent liegen, mit einem Schwerpunkt auf Futterleguminosen (zum Beispiel Kleegras).

Mehr zur Fruchtfolge im ökologischen Landbau

Nährstoffversorgung

Der Anbau von Leguminosen und die Ausbringung wirtschaftseigener Dünger bilden die Grundlage der Nährstoffversorgung im ökologischen Ackerbau. Durch eine sorgfältige Behandlung und zielgerichtete Ausbringung der Wirtschaftsdünger sowie den Anbau von Zwischenfrüchten werden Nährstoffverluste minimiert. Bei nachgewiesenem Bedarf (Bodenuntersuchung) ist der Zukauf von zugelassenen Düngern erlaubt (genaue Regelung: Anhang I der Verordnung 889/2008). Mineralische Stickstoffdünger sind nicht erlaubt.

Mit Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft (betriebseigen und zugekauft) dürfen im Betrieb pro Jahr und Hektar maximal 170 Kilogramm Stickstoff ausgebracht werden (bei Anbauverbänden gelten geringere Werte). Besteht Bedarf an stickstoffhaltigen Düngemitteln dürfen Wirtschaftsdünger von anderen Ökobetrieben (mit Einschränkung auch von konventionellen Betrieben) zugekauft werden. Auch zugelassene organische Handelsdünger sind erlaubt. Andernfalls ist die Extensivierung der Fruchtfolge beziehungsweise deren Erweiterung durch anspruchslosere Kulturen und Ausgleichskulturen in Betracht zu ziehen.

Mehr zum ökologischen Nährstoffmanagement

Saatgut

Saatgut muss aus ökologischer Erzeugung stammen. Nur wenn ökologisches Saatgut nicht verfügbar ist, kann nach Genehmigung durch die Kontrollstelle auch ungebeiztes Saatgut aus konventioneller Vermehrung verwendet werden. Die Verfügbarkeit muss anhand der Internetdatenbank www.organicXseeds.de geprüft werden.Die Beizung von Saatgut mit chemisch-synthetischen Mitteln ist verboten.

Mehr zu Saatgut und Pflanzenzucht

Regulierung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen

Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind nicht erlaubt. In der Regel treten Pflanzenkrankheiten und Schädlinge wegen des reduzierten Düngungsniveaus und der extensiveren Wirtschaftsweise in deutlich geringerem Umfang auf als im konventionellen Anbau. Ihre Ausbreitung lässt sich durch vorbeugende Maßnahmen (zum Beispiel Standort- und Sortenwahl, Fruchtfolge, Anlage von Hecken als Lebensräume für Nützlinge) und mit natürlich vorkommenden Wirkstoffen begrenzen.

Mehr zu ökologischem Pflanzenschutz

Beikrautregulierung

Die Beikrautregulierung erfolgt durch mechanische und thermische Verfahren sowie über die Fruchtfolgegestaltung. Herbizide dürfen nicht eingesetzt werden.

Mehr zur ökologischen Beikrautregulierung

Arbeitsbelastung

Außer bei Spezialkulturen wie Gemüse ist die Arbeitsbelastung im ökologischen Ackerbau nicht höher als bei vergleichbaren Kulturen im konventionellen Anbau. Dass jedoch im Normalfall die Gesamtarbeitsbelastung in den Betrieben infolge der Umstellung zunimmt, liegt an dem zusätzlichen Aufwand bei der Vermarktung sowie an den steigenden Anforderungen im Management.
Eine Analyse der Betriebsabläufe kann Rationalisierungsmöglichkeiten eröffnen:

  • Die überbetriebliche Zusammenarbeit intensivieren.
  • Die Rentabilität der arbeitsintensiveren Kulturen auf der Basis der eingesetzten Arbeitszeit (Akh) mit anderen Betrieben vergleichen.
  • Bei Bedarf Saison- oder Festangestellte Arbeitskräfte einstellen.

Lagerung

Häufig müssen Lagermöglichkeiten im Betrieb geschaffen werden, da der Handel und die Verarbeiter die Erntemengen meist nicht direkt vom Feld abnehmen.


Letzte Aktualisierung 28.05.2019

KTBL: Umstellungsplaner

Excel-Planungstool

Ist der Ökolandbau für meinen Betrieb eine Alternative?

Webseite des KTBL

Umstellungsbroschüre NRW

Leguminosen. Foto: Thomas Stephan, BLE

Umstellen auf ökologische Landwirtschaft

Stand: Dezember 2019

Ökolandbauportal NRW

Nach oben