Abferkelbuchten mit Auslauf

Abferkelbuchten mit Auslauf

Die Abferkelbuchten gliedern sich in Auslauf, Kotgang, Liegebereich und Ferkelnest. Bedingt durch diese Anordnung sind Liege-, Kot- und Aktivitätsbereich deutlich voneinander getrennt. Geschlossene Wände verleihen der Bucht einen Nest- beziehungsweise Höhlencharakter, den Sauen zum Abferkeln bevorzugen. Sie bieten zudem Schutz vor Zugluft. Durch die Buchteneinrichtung wird die Sau so gesteuert, dass das Gesäuge überwiegend in Richtung des Ferkelnestes positioniert ist. Die Systeme sind praxiserprobt und im Handel erhältlich.

Mit Fixierungsmöglichkeit

Ferkelbereich

Die Sau kann durch das Umschwenken der Seitenbegrenzung im Notfall fixiert werden. Eine Streuschwelle hält das Stroh im eingestreuten Ferkelnest. Dieses ist mit einer Wärmelampe und einem Streifenvorhang versehen. Das Futter wird am Futtergang angeboten. Eine Beckentränke für die Ferkel darf im Ferkelbereich nicht fehlen.

Dänische Abferkelbucht

Sauenbereich

Der gemeinsame Bereich für Sau und Ferkel gliedert sich in einen eingestreuten Liegebereich und den Mistgang (ohne Einstreu), der per Hand (Schaufel oder Schiebeschild) oder mit einem Hofschlepper entmistet wird. Ein Schwenkgitter, mit dem die Sau zudem bei Bedarf fixiert werden kann, trennt den Liegebereich vom Ferkelschlupf. Der Futtertrog der Sau ist an der Stirnseite der Bucht untergebracht. Ein Wasserhahn am Trog dient dem Befeuchten des Futters.

Ohne Fixierungsmöglichkeit

Die Abferkelbucht FAT II wurde an der Forschungsanstalt für Betriebswirtschaft und Landtechnik-Tänikon (FAT) in der Schweiz entwickelt. Der grundsätzliche Aufbau, die Trennung von Aktivitäts- und Liegebereich, ist der oben dargestellten Bucht ähnlich. Bei der FAT II Bucht wurde auf einen Fixierungsbügel verzichtet. Auch aus diesem Grund ist das Ferkelnest etwas anders angeordnet.

Abferkelbucht FAT II

Auslauf für ferkelführende Sauen (beide Systeme)

Der eingestreute Auslauf ist als befahrbare Betonfläche (Betonqualität mindestens B 25 wasserundurchlässig) ausgeführt und für die Sau über den Mistgang zugänglich. Die Auslaufluken mit mindestens 0,7 mal 1,0 Meter werden mit einem Streifenvorhang versehen. Als Verbissschutz sind drei Millimeter starke Metallplatten an den Streifenenden angebracht.

Während der maschinellen Entmistung werden die Trenngitter vor die Auslauföffnungen geschwenkt und die Tiere in den Stall gesperrt. Die Tore sind so zu gestalten, dass sich die Ferkel weder unter ihnen, noch in ihnen einklemmen können. Die Gitter werden auf einen etwa zehn Zentimeter hohen Sockel geschwenkt. Dieser fungiert auch als Abfahrschutz und ist für die Ferkel abgeschrägt. Zur Ableitung der anfallenden Jauche im Auslauf wird an geeigneter Stelle (Tränke, unüberdachter Auslauf) eine Schlitzrinne oder "Grüne Rinne" ohne Gefälle verlegt.

Laut EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau kann der Auslauf teilüberdacht sein. Der Jaucheanfall durch zusätzliches Regenwasser wird so geringer gehalten und den Tieren Schatten geboten. Sauen sollten sich im Auslauf der Witterung (Regen, Sonne) aussetzen können.

Die Beckentränke wird im Auslauf installiert, damit die Sau den Auslauf auch bei schlechter Witterung nutzt, da häufig nach dem Trinken ein Absetzen von Kot und Harn stattfindet. Die Tränken müssen frostsicher, ausreichend groß, leicht zu reinigen und so montiert sein, dass sie nicht verkotet werden können.

Wichtige Maße für Abferkelbuchten
BereichMaßGrund
Fläche innen7,5 qmEU-Rechtsvorschriften
Fläche außen2,5 qmEU-Rechtsvorschriften
Breite2,3 mLänge der Sau
Tiefe Mistgang> 1 mMaschinenbreite
Tiefe Auslauf> 1,6 mPlatz zum Säugen, Maschinenbreite
Ferkelnest Fläche/ Ferkel< 0,1 qmFerkelgröße, Raumvolumen, Erhaltung Mikroklima
Montagehöhe Schwenktor Auslauf3 cmHinderung Durchschlupf, keine Klemmgefahr
Maximaler Abstand horizontale Gitterstäbe6 cmKeine Klemmgefahr
Maximale Stufenhöhe10 cmFerkelgröße (Kanten entgraten)

Letzte Aktualisierung 24.06.2018

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Merkblatt: Erfolgreiches Absetzen der Bioferkel

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