Sauenhaltung

Sauenhaltung und Ferkelerzeugung

Die Nachfrage nach ökologischem Schweinefleisch wächst und somit auch die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Ferkeln. Ferkel zur Mast müssen aus Ökobetrieben zugekauft werden. Lediglich für die Zucht dürfen in definierten und begrenzten Ausnahmefällen bei nicht Verfügbarkeit von Ökozuchttieren Tiere aus konventioneller Haltung zugekauft werden.

Haltung

Man unterscheidet zwischen tragenden und säugenden Sauen. Für jeden Herdenteil existieren unterschiedliche Haltungssysteme. Tragende Sauen können in einer Gruppenhaltung ihren arteigenen Bedürfnissen am besten nachkommen. Dafür ist auch die Haltung im Laufstall geeignet. Ein Auslaufbereich ist für Sauen in ökologischen Betrieben vorgeschrieben (siehe Anhang VIII der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau), eventuell in Verbindung mit Weidemöglichkeiten. 

Ferkelführende Sauen werden in der Regel einzeln in Abferkelbuchten mit 7,5 Quadratmeter Grundfläche und Einstreu sowie gegebenenfalls Teilspalten gehalten. Die Haltung in Gruppen beziehungsweise einer Kombination von Gruppen- und Einzelhaltung ist jedoch möglich und findet zunehmend Eingang in die Praxis. Ihren Nestbautrieb befriedigt die Sau vor dem Abferkeln mit viel trockenem Stroh. Eine Fixierung ist bei ausreichendem Platzangebot nicht notwendig. "Problemsauen" können im Notfall trotzdem fixiert werden. Dies sollte nicht länger als 14 Tage dauern. 

In der Praxis existieren zahlreiche Stallsysteme und gute Baulösungen für den Umbau von Altgebäuden. Die Freilandhaltung von Sauen hat sich besonders in küstennahen milden Klimaregionen und auf leichten Standorten bewährt und ist eine tiergerechte und kostengünstige Lösung. 

Schweine sind empfindlich gegen UV-Strahlen und können einen Sonnenbrand erleiden. Deshalb ist ein Unterstand bei der Freilandhaltung unerlässlich. Zusätzlich dient er als Regenschutz. Eine Suhle in der Freilandhaltung fördert das Wohlbefinden, da Schweine zur Kühlung ihre empfindliche Haut gerne mit Wasser oder Schlamm befeuchten. Eine automatische Dusche kann im Auslauf von Stallgebäuden installiert werden. Dabei ist allerdings auf Hygiene zu achten, denn vor allem in Schlammsuhlen findet man eine hohe Endoparasitenbelastung.

Fütterung

Ökologisch gehaltene Schweine müssen gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau Grundfutter erhalten. Weiden sind eine hervorragende Futtergrundlage und bieten sich vor allem in Grünlandgebieten an. Gleichzeitig ist es eine preisgünstige und tiergerechte Ernährung. In Stallhaltungen muss für das Bergen und Verfüttern von Grundfutter ein hoher Arbeitsaufwand einkalkuliert werden. 

Je nach Trächtigkeitsstadium erhalten die Sauen zusätzlich 0,5 bis 2,5 Kilogramm Getreideschrot und eine Mineralstoffmischung. Die laktierende Sau erhält nur wenig Grundfutter, damit sie genügend energiereiches Kraftfutter aufnehmen kann.

Rassenwahl

Die Rassenwahl in der Ferkelerzeugung orientiert sich hauptsächlich an den Bedürfnissen der Mastbetriebe beziehungsweise an den Leistungen. Bewährt haben sich Gebrauchskreuzungen mit einem Anteil an Robustrassen. Das Schwäbisch-Hällische Schwein oder Angler Sattelschwein wird dafür zum Beispiel mit dem Deutschen Landschwein oder Edelschwein gekreuzt. Gute Erfahrungen liegen auch mit Dreirassenkreuzungen und dem Einsatz von Eberlininen mit Durocanteilen vor.

Letzte Aktualisierung 17.09.2018

FiBL Merkblatt

Deckblatt Broschüre

Merkblatt: Erfolgreiches Absetzen der Bioferkel

Zum FiBL-Shop

Nach oben