Haltung

Haltung

In der Masthähnchenhaltung werden männliche und weibliche Tiere gleichermaßen gemästet. Während der Aufzucht, die je nach Befiederungszustand bis zum 28. oder auch 42. Lebenstag dauern kann, brauchen die Masthähnchenküken viel Wärme. Das heißt, in dieser Zeit muss der Stall beheizt werden.

Für die Aufzucht und Mast werden im Ökolandbau zwei Verfahren angewendet. Im Ein-Stall-Verfahren werden die Tiere vom ersten Tag bis zum Ausstallen im selben Stall gehalten. Im Zwei-Stall-Verfahren werden die Küken bis zum 28. oder längstens 42. Lebenstag im Aufzuchtstall gehalten und anschließend in den Maststall umgesetzt. Neben der Mast in festen Ställen gibt es noch die Haltung in Mobilställen.

Übersicht: Aufzucht und Mast von Ökohähnchen einer "langsam wachsenden Rasse"
AufzuchtMast
LebenstageJe nach Befiederung
vom 1. bis 28., maximal 42. Tag
Je nach gewünschtem Endgewicht
bis zum 65. oder 80. Tag
Maximale Tierzahl pro Stall4.8004.800
Maximale Anzahl Tiere pro Quadratmeter Stallfläche-10 (Mobilstall bis 160 qm2 bis 16)
Maximales Lebendgewicht pro Quadratmeter Stallfläche in Kilogramm21 (Mobilstall bis 160 qm2 bis 30)21 (Mobilstall bis 160 qm2 bis 30)
Empfohlene Anzahl Tiere pro Quadratmeter Stallfläche168
Auslauf, Quadratmeter pro TierKein Auslauf4 (Mobilstall bis 160 qm2 bis 2,5)

Quelle: Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, Managementhandbuch Ökomasthähnchen und Ökomastputen

Besatzdichte im Stall

In der Mastgeflügelhaltung sind 21 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter Stallfläche zugelassen und in der Mastphase maximal zehn Tiere pro Quadratmeter. Wenn diese Grenze überschritten wird, kann der Ökostatus für diese Tiere aberkannt werden. Ökogeflügelberaterinnen und -berater empfehlen in der Aufzucht höchstens sechszehn und in der Mast maximal acht Tiere pro Quadratmeter zu halten. In Mobilställen mit bis zu 150 Quadratmetern Grundfläche ist eine etwas höhere Besatzdichte erlaubt. Dort dürfen maximal 30 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter gehalten werden.

Unter ökologischen Haltungsbedingungen sind pro Stall maximal 4.800 Masthähnchen erlaubt. Es dürfen jedoch mehrere Ställe in einem Gebäude untergebracht werden, wenn sie klar voneinander getrennt sind. Die maximal zulässige Gebäudegröße für Ökomastgeflügel wird durch die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau auf 1.600 Quadratmeter beschränkt.

Die ökologischen Anbauverbände fordern darüber hinaus, dass für die Mast mindestens ein Drittel der Mindeststallfläche in Form eines befestigten Außenklimabereichs angeboten wird. Ausgenommen von dieser Regelung sind jedoch Mobilställe und Kleinbestände.

Grünauslauf

In der Mastphase müssen die Tiere Zugang zu einem Grünauslauf haben, wann immer die Witterung dies zulässt – mindestens ein Drittel ihrer Lebenszeit. Die Zugangszeiten müssen in einem Auslaufjournal dokumentiert werden. Pro Tier ist eine Fläche von mindestens vier Quadratmetern vorgeschrieben. Bei Mobilställen reichen 2,5 Quadratmeter. Der Auslauf darf maximal 350 Meter tief sein, muss eine geschlossene Vegetationsdecke aufweisen und strukturiert sein.

Optimierte Haltungsverfahren

Als betriebswirtschaftlich günstig hat sich eine fünfwöchige Aufzucht und eine fünfwöchige Mast (bis zum 70. Lebenstag) bewährt. Damit können in einem Stall – inklusive Reinigung und Desinfektion – 4,7 Durchgänge pro Jahr erreicht werden. Bei getrennter Haltung in Aufzucht- und Maststall sind 8,6 Durchgänge möglich – immer abhängig vom gewünschten Endgewicht.

Gewichtsentwicklung und Flächenbedarf von Ökomasthähnchen
Alter
(in Tagen)
Gewicht
(in Gramm)
Tiere pro Quadratmeter
Stallfläche
2884824,8
35118317,8
42151910,0
5621909,6
6225108,4

Quelle: Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, Managementhandbuch Ökomasthähnchen und Ökomastputen

Betriebsleiterinnen und -leiter, die ihre Durchgänge optimiert haben, stallen in der Mast zehn Tiere pro Quadratmeter Stallfläche ein, statt der empfohlenen acht Tiere. Um die Grenze von 21 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter Stallfläche nicht zu überschreiten, nehmen sie nach etwa 53 Lebenstagen die schwersten Tiere heraus. Die übrigen Tiere werden weiter gemästet.

Einstreu

Die Ansprüche an die Einstreu sind sowohl in der Aufzucht als auch in der Mast sehr hoch. Die richtige Einstreu ist ab dem ersten Lebenstag die Grundlage für gesunde Fußballen und eine unbeschädigte Brust. Sie sollte eine niedrige Keimbelastung aufweisen, trocken und scharrfähig bleiben sowie eine feine und lockere Struktur bewahren. Außerdem muss sie den Tieren Beschäftigung bieten.

Als Einstreumaterialien haben sich Hobelspäne, Dinkelspelzpellets oder Softcell (saugfähige Lignozellulose) bewährt. Für die Mastphase eignen sich zudem Stroh, Strohhäcksel, Strohgranulat oder Strohpellets sowie Miscanthus-Häcksel. Die Einstreu muss aus ökologischer Erzeugung stammen. Nur wenn solche nicht verfügbar ist, darf auch Einstreu konventioneller Herkunft verwendet werden.


Hinweis: Diese Informationen stammen aus dem "Managementhandbuch Öko-Masthähnchen und Ökoputen" des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen (KÖN). Dieses Handbuch, das noch detailliertere Informationen zur ökologischen Putenmast enthält, kann kostenlos auf der Internetseite des KÖN bestellt werden:

Managementhandbuch Öko-Geflügelmast in Niedersachsen


Letzte Aktualisierung 14.06.2018

Betriebsentwicklung für mehr Tierwohl

Cover Broschüre Nachhaltige Landwirtschaft

Nachhaltige Landwirtschaft

Zur Broschüre (PDF-Dokument)

Tierwohl

Titelbild des Leitfaden Tierwohl, Bild: Naturland, Bioland, Demeter

Leitfaden

Beurteilung des Wohles der Tiere in der Landwirtschaft - Bioland, Demeter, Naturland

Nach oben