Untersaaten in Mais und Ackerbohnen

Untersaaten in Mais und Ackerbohnen

Untersaaten fixieren Nährstoffe, verbessern das Gefüge, bauen Humus auf, schützen vor Erosion, unterdrücken Unkräuter und erhöhen die unter- und oberirdische Biodiversität auf dem Acker. Der Gesamtertrag der Fruchtfolge kann steigen. In Wasserschutzgebieten können sie dazu beitragen, die Nitratbelastung zu reduzieren.

Für eine erfolgreiche Untersaat sind Saatzeitpunkt, Kultur, Art und Standort entscheidend. Wichtig ist zudem eine optimale Ablage des Saatguts.

Im Mais fast ein Muss

Im Mais erhöht eine Untersaat auch die Tragfähigkeit des Bodens bei der Ernte. Dafür sind Mischungen mit einem hohen Gräseranteil wie Weidelgras- oder Schwingel-Arten zu empfehlen. Vor allem wenn schnell wachsende Unkräuter zu erwarten sind, sollte die Untersaat mit der letzten Unkrautbekämpfung kurz vor Reihenschluss des Maises ausgesät werden – nicht vor dem Achtblattstadium. Zum anderen nehmen Gräser überschüssigen Stickstoff aus dem Boden auf, besonders im Spätsommer, wenn der Körnermais die Nährstoffe nur noch in den Kolben umverteilt. Davon profitiert die Folgekultur.

Die Mischung macht’s

Zur Untersaat in Mais und Ackerbohnen eignen sich beispielsweise die Ökomischungen M1, M2 und M3 von DSV-Saaten

  • M1: Dt. Weidelgras, Wiesenschwingel, Rotklee, Lieschgras, Inkarnatklee
  • M2: Dt. Weidelgras, Weißklee
  • M3: Rotschwingel, Dt. Weidelgras, Weißklee

Auch das Landsberger Gemenge erfüllt den Zweck. Es enthält Zottelwicke, Inkarnatklee und Welsches Weidelgras.

Untersaat-Mischungen werden mit einer Saatstärke von circa 15 Kilogramm pro Hektar ausgesät. Als Untersaat kann aber zum Beispiel auch reiner Weißklee eingesetzt werden mit einer Aussaatstärke bis maximal acht Kilogramm pro Hektar.

Ackerbohnen mit Untersaat

Körnerleguminosen und besonders Ackerbohnen hinterlassen mineralisierten Stickstoff im Boden. Damit dieser nicht als Nitrat verloren geht, bieten sich Untersaaten mit Gräsern an. Diese lassen sich in der Regel gut und schnell etablieren und können mehrere Dutzend Kilogramm Stickstoff je Hektar und Jahr binden.

Auch Weißklee kommt in Frage, wenn genügend Bodenwasser vorhanden ist und die Ackerbohne ausreichend Licht durchlässt. Allerdings haben Ackerbohnen einen hohen Wasserbedarf. Bei eher trockenen Verhältnissen haben es Untersaaten deshalb schwer. Die Ausbringung erfolgt mit dem letzten Striegel- oder Hackeinsatz, wenn der Ackerbohnenbestand gut etabliert ist. Dabei gilt es, den Zeitpunkt und die Untersaatenkulturart aufeinander abzustimmen. Rotschwingel etwa entwickelt sich im Gegensatz zu Weidelgras langsam. Letzteres sollte erst ausgebracht werden, wenn die Ackerbohne 10 bis 20 Zentimeter groß ist.

Ein Plus mit Nebenwirkungen

Generell ist eine Untersaat kostengünstig. Insbesondere, wenn der Vorfruchtwert oder Einbußen durch Unkräuter monetär berücksichtigt werden. Für die Bodenfruchtbarkeit sind Untersaaten ein echtes Plus, solange es gelingt, sie wie eine Hauptkultur zu etablieren. Dafür sollten sie auch fest in die Fruchtfolge eingeplant werden.


Letzte Aktualisierung 16.05.2018

Bodenfruchtbarkeit

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Körnerleguminosen und Bodenfruchtbarkeit

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