Hartweizen

├ľkologischer Hartweizenanbau

Hartweizen (Triticum durum), auch Durum oder Durumweizen genannt, stammt vom Urgetreide Emmer ab. Hartweizengrie├č findet in vielen Teigwaren Verwendung, insbesondere in Nudeln. Auch Bulgur und Couscous werden aus Hartweizen hergestellt. In Deutschland ist der Anbauumfang mit 15.300 Hektar (2011, bio und konventionell) gering. Sch├Ątzungsweise werden rund 80 Prozent des Bedarfs importiert. Der Hartweizenanbau kann deshalb auf geeigneten Standorten eine interessante Option sein, insbesondere wenn durch Vertragsanbau die Abnahme gesichert ist. Da Hartweizen meist als Sommerung angebaut wird, kann er dazu beitragen, Arbeitsspitzen zu entzerren und die Vielfalt auf den ├äckern zu erh├Âhen. Allerdings m├╝ssen Ertragsniveau und Qualit├Ąt stimmen, um den Anbau rentabel zu machen. Im Bioanbau bereiten vor allem eine geringe Unkrautkonkurrenz und die relativ hohe Anf├Ąlligkeit f├╝r Pilzkrankheiten Probleme.

Standort

Hinsichtlich der Standortanspr├╝che ist Hartweizen etwas anspruchsvoller als Weichweizen. Daher beschr├Ąnkt sich der Anbau in Deutschland auf wenige Regionen wie die Schwarzerdeb├Âden in trockenen Gebieten im Osten sowie die Weinbauregionen im S├╝dwesten. Besonders geeignet f├╝r den Hartweizenanbau sind schnell erw├Ąrmende und tiefgr├╝ndige B├Âden. Diese sollten eine ausreichende und stabile Wasserversorgung w├Ąhrend der Vegetationsperiode gew├Ąhrleisten und gleichzeitig trockene Erntebedingungen bieten. Insgesamt sind Standorte mit Niederschlagsmenge bis maximal 500 Millimeter geeignet. Auf kalten oder schlecht erw├Ąrmbaren B├Âden ist meist keine rechtzeitige Aussaat m├Âglich. Allgemein sollten Standorte gemieden werden, auf denen w├Ąhrend der Bl├╝te Temperaturen unter 18 Grad und Feuchtigkeit (auch hohe Luftfeuchtigkeit) gleichzeitig auftreten, da es sonst zu Dunkelfleckigkeit und Mehligkeit kommen kann, die beide als Qualit├Ątsm├Ąngel gelten. Gegen├╝ber Fr├╝hjahrstrockenheit ist Hartweizen dagegen unempfindlich.

Fruchtfolge

Im Bioanbau steht der Hartweizen optimalerweise nach mehrj├Ąhrigem Klee- oder Luzernegras, um eine optimale Stickstoffversorgung zu gew├Ąhrleisten. Hartweizen sollte mit ausreichendem Abstand zu Mais, Weichweizen oder anderen Fusarien-Wirtspflanzen angebaut werden, da er besonders anf├Ąllig f├╝r Fusarien ist.

Saat

Da das Sortenspektrum beim Hartweizen eher begrenzt und die Winterfestigkeit der meisten Sorten gering ist, kann die Aussaat im Herbst nur in milden Lagen erfolgen. Die Herbstaussaat hat den Vorteil, dass durch die Ausnutzung der Winterfeuchte h├Âhere und stabilere Ertr├Ąge erzielt werden k├Ânnen. Auf weniger milden Standorten und vor allem auf Standorten mit st├Ąrkeren Kahlfr├Âsten sollte aber unbedingt die Fr├╝hjahresaussaat bevorzugt werden. Diese sollte nach ausreichender Abtrocknung des Bodens m├Âglichst fr├╝h zwischen Januar und April erfolgen, gegebenenfalls sogar schon in den abgehenden Frost, da die Anlagephase und Vegetationszeit der Kultur lang sind. Hartweizen braucht   wie Weichweizen ein gut vorbereitetes, feinkr├╝meliges Saatbett und darf nicht eingeschmiert werden. Das Saatgut sollte auf 2,5 bis 3,5 Zentimetern Tiefe abgelegt werden. Da die Triebkraft und das Bestockungsverm├Âgen des Hartweizens eher gering sind, sollte die Saatst├Ąrke bei mindestens 350 keimf├Ąhigen K├Ârnern pro Quadratmeter liegen.

Sortenwahl

In Deutschland werden vor allem die Sommerformen des Hartweizens angebaut. In den letzen Jahren hat sich das Sortenangebot deutlich verbreitert, so dass bei der Sortenwahl viele Optionen offen stehen. Es sollten in jedem Fall zum Standort passenden Sorten gew├Ąhlt werden, denn die meisten Durumsorten reagieren in Ertrag und Qualit├Ąt sehr empfindlich auf die Bedingungen am Standort. Neben dem Ertragspotenzial sind insbesondere die Kriterien Standfestigkeit, Gesundheit und Qualit├Ąt bei der Sortenwahl zu ber├╝cksichtigen. Beim Vertragsanbau m├╝ssen au├čerdem die dort gemachten Vorgaben bei der Sortenwahl beachtet werden.

D├╝ngung

Generell hat Hartweizen die gleichen N├Ąhrstoffanspr├╝che wie Weichweizen. Die Stickstoffversorgung beim Hartweizen ist ein zweischneidiges Schwert: Um hohe Qualit├Ąten zu erzeugen (hohe Glasigkeit des Korns) ist eine gute Versorgung n├Âtig, andererseits haben die Hartweizensorten eine starke Lagerneigung. Mit dem Anbau nach zweij├Ąhrigem Kleegras sollte hier die richtige Balance m├Âglich sein. Da f├╝r den konventionellen Anbau zur Qualit├Ątsbildung eine Sp├Ątd├╝ngung mit 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar zum ├ährenschieben empfohlen wird, kann auch im ├Âkologischen Anbau standortabh├Ąngig ├╝ber eine Sp├Ątd├╝ngung mit G├╝lle nachgedacht werden.

Unkrautregulierung

Hartweizen hat eine feine Pflanzenstruktur und w├Ąchst langsam. Daher ist Unkraut immer ein Thema. Generell sollte der Anbau nur auf Schl├Ągen mit geringem Unkrautdruck erfolgen. Mehrfaches Striegeln im Vor- und Nachauflauf ist im Hartweizenanbau unerl├Ąsslich. Auch der Anbau in weiter Reihe und dadurch die M├Âglichkeit zum Hacken ist eine Option.

Krankheiten und Sch├Ądlinge

Hartweizen ist im Vergleich zum Weichweizen anf├Ąlliger f├╝r Pilz- und Fu├čkrankheiten, insbesondere auf feuchteren Standorten und in feuchten Anbaujahren. Gesunde B├Âden und gesundes Saatgut (Nachbau ist nicht empfehlenswert) legen hier einen wichtigen Grundstein. Insbesondere Fusarien bereiten bei  Hartweizen Probleme.

Ernte

Hartweizen sollte in der Vollreife gedroschen werden, da er dann die gew├╝nschte Glasigkeit aufweist. Eine zu sp├Ąte Ernte sollte im Hinblick auf diesen Qualit├Ątsparameter vermieden werden, genauso wie eine Ernte nach feuchter Witterung. In feuchten Jahren ist die Auswuchsgefahr bei Hartweizen besonders gro├č. Guter Hartweizen hat einen gesunden, arteigenen Geruch, eine bernsteingelbe Kornf├Ąrbung und an den Bruchstellen ein glasiges, durchscheinendes, kornartiges Aussehen. Bei einem Feuchtegehalt von maximal 14,5 Prozent sollte eine Fallzahl von 220 Sekunden erreicht werden. Ein hoher Anteil glasiger K├Ârner ist erw├╝nscht, w├Ąhrend der Anteil dunkelfleckiger K├Ârner unter acht Prozent liegen sollte. Durum reagiert auf kritische Lagerungsbedingungen sensibel.


Letzte Aktualisierung 08.05.2018

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