Hafer

├ľkologischer Haferanbau

Biohafer hat mit ├╝ber 23 Prozent einen sehr hohen Anteil an der Gesamtanbaufl├Ąche in Deutschalnd. 2015 wurden 29.000 Hektar ├ľkohafer angebaut. Hafer aus ├Âkologischem Anbau wird vor allem f├╝r die Flockenherstellung genutzt, als Komponente bei der Brotherstellung und als Futtergetreide. Der Haferanbau f├╝r Konsumzwecke ist lohnend, wenn geeignete Vermarktungswege vertraglich abgesichert sind. Die Anforderungen des Verarbeiters an Sorte und Qualit├Ąt sollten vorab gekl├Ąrt sein.

Standort

Hafer ist vor allem in feuchteren und k├╝hleren Gebieten Mittel- und Nordeuropas verbreitet.

Fruchtfolge

Hafer hat einen hohen Vorfruchtwert. Er gilt als Gesundungsfrucht, denn f├╝r viele Erreger von Getreidekrankheiten (Halmbruch, Schwarzbeinigkeit) ist Hafer keine Wirtspflanze.

Hafer hat ein sehr leistungsf├Ąhiges Wurzelsystem und kommt bei guter Wasserversorgung mit allen Bodenarten zurecht. Der vergleichsweise hohe Wasserbedarf ist in trockeneren Gebieten auch in der Fruchtfolge zu ber├╝cksichtigen.

Saat

Die Aussaat erfolgt zeitig im Fr├╝hjahr, sobald Boden befahrbar ist. Hafer reagiert empfindlich auf zu sp├Ąte Saat, da er eine lange Entwicklungszeit hat und die Bodenfeuchte des Fr├╝hjahrs ben├Âtigt. Au├čerdem sind fr├╝he Saaten relativ gut vor dem Befall durch die Fritfliege gesch├╝tzt. Die Saatst├Ąrke betr├Ągt je nach Bodeng├╝te 100 bis 150 Kilogramm Samen pro Hektar, wobei leichtere B├Âden eine geringere Saatst├Ąrke erfordern. Hafer vertr├Ągt eine tiefere Saatablage von 2,5 bis 6 Zentimetern, je nach Bodentyp. Das Anwalzen der Saat hat sich bew├Ąhrt.

Sortenwahl

In den Bundesl├Ąndern werden j├Ąhrlich verschiedene Sorten unterschiedlicher Kulturarten getestet. Dabei werden (zum Teil) auch Versuche auf ├ľkobetrieben durchgef├╝hrt. Unter den folgenden Links finden Sie die jeweiligen Webseiten, auf der Versuchsergebnisse f├╝r verschiedene Kulturen ver├Âffentlicht werden.

D├╝ngung

Hafer speichert im Vergleich zu anderen Getreiden relativ gro├če Mengen an N├Ąhrstoffen im Stroh. Dies muss beim N├Ąhrstoffbedarf ber├╝cksichtigt werden. Hafer eignet sich als abtragende Frucht nach anderen Getreidearten vor einer Blattfrucht. Bei Hafer ist besonders auf die Versorgung des Bodens mit Spurenn├Ąhrstoffen zu achten. So reagiert Hafer etwa auf Manganmangel mit der D├Ârrfleckenkrankheit, auf Kupfermangel mit der Heidemoorkrankheit.

Unkrautregulierung

Die Beikrautregulierung beim Hafer erfolgt durch einen Striegelstrich im Vorauflauf und vorsichtiges Striegeln ab dem Vierblattstadium. ├ältere, dichte Best├Ąnde sind konkurrenzstark gegen├╝ber Unkr├Ąutern.

Krankheiten

Als Krankheit kann bei dem ansonsten wenig anf├Ąlligen Hafer Flugbrand auftreten. Eine sorgf├Ąltige Saatguthygiene (ggf. Warmwasserbeize) beugt dieser Pilzkrankheit vor. Als Sch├Ądling treten beim Hafer neben der Fritfliege vor allem das Haferzysten├Ąlchen auf. Diesen Nematoden h├Ąlt man durch eine Anbaupause von mindestens vier bis f├╝nf Jahren in Schach.

Besonderheiten 

Bei der Ernte ist darauf zu achten, dass Hafer nicht zu feucht eingelagert wird. Hafer hat im Vergleich zu anderen Getreiden einen h├Âheren Fettgehalt und sollte eine Kornfeuchte von 14 Prozent nicht ├╝berschreiten. Dies ist h├Ąufig nur durch eine zus├Ątzliche Trocknung zu erreichen.

Geforderte Qualit├Ątseigenschaften sind bei Hafer ein Hektolitergewicht von 55 Kilogramm , eine Sortierung von 90 Prozent ├╝ber zwei Millimeter Korngr├Â├če, ein Proteingehalt von ├╝ber 14 Prozent, gesunder Geruch, helle Farbe und bei bespelztem Hafer eine gute Entspelzbarkeit.


Aus der Forschung - f├╝r die Praxis

Im Rahmen des Bundesprogramms ├ľkologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (B├ľLN) werden zahlreiche Forschungsprojekte durchgef├╝hrt.

Z├╝chtung von Hafer f├╝r den ├ľkolandbau

Die Pilzkrankheit Haferflugbrand kann bei dem ansonsten wenig anf├Ąlligen Getreide bedeutende Sch├Ąden hervorrufen. F├╝r den Bioanbau von Hafer gibt es bislang keine hochwirksamen Bek├Ąmpfungsm├Âglichkeiten gegen den samenb├╝rtigen Erreger. Ein Forschungsprojekt hat die M├Âglichkeiten der Resistenzz├╝chtung untersucht.

 

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