Dinkel

├ľkologischer Dinkelanbau

Der Dinkelanbau hat in den letzten deutlich zugenommen und lag 2015 bei 24.000 Hektar. Allerdings gibt es beim Preis f├╝r starke Schwankungen. Nach dem Entspelzen wird er haupts├Ąchlich zu Backzwecken genutzt, wobei wie beim Weizen hohe Anforderungen an Proteinmenge und -qualit├Ąt gestellt werden. Weitere wichtige Nutzungsm├Âglichkeiten bestehen in der Nudel- und Flockenherstellung. In der Teigreife geernteter Dinkel wird in speziellen Darren zu Gr├╝nkern verarbeitet.

Standort

Dinkel bevorzugt gute tiefgr├╝ndige B├Âden. Er kann aber auch auf leichteren Standorten ausreichende Ertr├Ąge bringen, hat dort aber h├Ąufiger Probleme mit der Backqualit├Ąt. Zu beachten ist, dass Dinkel bei zu hoher Stickstoffnachlieferung zum Lager neigt.

Fruchtfolge

Dinkel steht wie Weizen vorzugsweise nach Leguminosen, Kartoffeln, Zuckerr├╝ben oder Feldgem├╝se, in der Regel aber nach der etwas schw├Ącheren Vorfrucht im Vergleich zum Weizen. Aufgrund seiner geringerene Standfestigkeit ist der Anbau nach K├Ârnerleguminosen oft dem Anbau nach Futterleguminosen vorzuziehen. Der Anbau nach Weizen oder Getreide ist wegen erh├Âhten Pilzdrucks, insbesondere durch Erreger von Fu├čkrankheiten, nur im Ausnahmefall sinnvoll.

Saat

Die Saatzeit liegt je nach Region etwa eine Woche vor dem Winterweizen. Die Saatst├Ąrke betr├Ągt 250 bis 400 bespelzte K├Ârner (Fesen) pro Quadratmeter. Dies entspricht einer Aussaatst├Ąrke von 200 bis 250 Kilogramm pro Hektar. Die optimale Saattiefe liegt bei vier bis f├╝nf Zentimetern.

Ein Reihenabstand von 10 bis 16 Zentimetern erm├Âglicht eine gleichm├Ą├čige Standraumverteilung der Einzelpflanzen. Anbausysteme mit weiterem Reihenabstand, bei denen zwischen den Reihen gehackt oder gemulcht wird, dienen insbesondere der Qualit├Ątsabsicherung und der Unkrautregulierung.

Sortenwahl

In den Bundesl├Ąndern werden j├Ąhrlich verschiedene Sorten unterschiedlicher Kulturarten getestet. Dabei werden (zum Teil) auch Versuche auf ├ľkobetrieben durchgef├╝hrt. Unter den folgenden Links finden Sie die jeweiligen Webseiten, auf der Versuchsergebnisse f├╝r verschiedene Kulturen ver├Âffentlicht werden.

D├╝ngung

Die Stickstoffnachlieferung erfolgt aus der Vorfrucht (Leguminosen). Wegen der Lagergefahr sollte je nach Sorte nur verhalten Stallmist, G├╝lle, Jauche oder andere organische D├╝nger verwendet werden. Weitere D├╝ngema├čnahmen (Kalium, Phosphor) sollten im Rahmen der Fruchtfolge nur nach vorheriger Bodenuntersuchung erfolgen.

Unkrautregulierung

Die erh├Ąltlichen Sorten besitzen eine gute Konkurrenzkraft gegen Unkraut, so dass in der Regel zwei Durchg├Ąnge mit dem Striegel ausreichen. Ein erster Striegeldurchgang ist m├Âglichst zeitig ab dem Drei-Blatt-Stadium im Fr├╝hjahr durchzuf├╝hren, ein zweiter Durchgang drei bis vier Wochen sp├Ąter. In Einzelf├Ąllen kann im sp├Ąteren Stadium ein "Herausk├Ąmmen" von Klettenlabkraut oder Unkrautwicke erfolgen. Bei geplanter Untersaat ist der letzte Striegeldurchgang vorzuverlegen.

Krankheiten und Sch├Ądlinge

  • Echter Mehltau tritt nur selten auf, meist durch ├╝berzogene D├╝ngung.
  • Zur Vermeidung der Spelzenbr├Ąune sollten je nach Standort Sorten mit mittlerer oder guter Resistenz gew├Ąhlt werden.
  • Braunrost tritt meist nur in gef├Ąhrdeten Gebieten beziehungsweise bei entsprechendem Witterungsverlauf auf. An gef├Ąhrdeten Standorten sind anf├Ąllige Sorten zu vermeiden.
  • Fu├čkrankheiten (zum Beispiel Halmbruch, Schwarzbeinigkeit, Rhizoctonia) sind in getreidestarken Fruchtfolgen und milden Wintern problematisch.
  • Um samenb├╝rtige Krankheiten (zum Beispiel Steinbrand, Zwergsteinbrand, Flugbrand) zu vermeiden, sollte auf Brandsporen kontrolliertes Saatgut gekauft und auch der eigene Nachbau entsprechend gepr├╝ft werden.
  • Beim Anbau von Dinkel sind keine besonderen Sch├Ądlingsprobleme bekannt.
  • Informationen zu Schadorganismen

Besonderheiten

Das hohe Bestockungsverm├Âgen von Dinkel erm├Âglicht gute Kompensationsm├Âglichkeiten, muss aber auch bez├╝glich Bestandesdichte und Lagergefahr beachtet werden.

Je nach Verwertung wird der Dinkel zu unterschiedlichen Zeitpunkten geerntet. Soll Gr├╝nkern hergestellt werden, erfolgt die Ernte Anfang bis Mitte Juli zur Milch- oder Teigreife (bei 40 bis 50 Prozent Wassergehalt). Der geerntete Dinkel wird anschle├čend mit Buchenholzfeuerung und Raucheinleitung (Darre) zum aromatisch schmeckenden, gr├╝nen Getreidekorn verarbeitet.

Dinkel f├╝r die Mehlherstellung wird nach v├Âlliger Abreife (Totreife) im M├Ąhdruschverfahren etwa zur gleichen Zeit wie mittelsp├Ąter Weizen geerntet. Gedroschen werden sollte mit weit ge├Âffnetem Dreschkorb und Sieb und gedrosselter Drehzahl.

Ein zu niedriger Feuchtigkeitsgehalt bei der Ernte f├╝hrt zu vermehrten Verlusten durch Bruchkorn beim Sch├Ąlen (Gerben).


Aus der Forschung - f├╝r die Praxis

Im Rahmen des Bundesprogramms ├ľkologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (B├ľLN) werden zahlreiche Forschungsprojekte durchgef├╝hrt.

Letzte Aktualisierung 08.05.2018

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