Ziele ökologischer Pflanzenzüchtung

Ziele ökologischer Pflanzenzüchtung

Das konventionelle Anbausystem schafft andere Wachstumsbedingungen als der ökologische Anbau. Daraus ergeben sich andere Ziele und Schwerpunkte für die Züchtung. Zwei seien hier exemplarisch genannt:

  • Samenbürtige Krankheiten wie beispielsweise der Weizensteinbrand spielen im konventionellen Getreideanbau auf Grund der chemisch-synthetischen Saatgutbeizung keine Rolle. Die ökologische Landwirtschaft hat dagegen großes Interesse an der Züchtung toleranter und resistenter Sorten für diesen Problembereich.
  • Auf Grund der mineralischen Stickstoffdüngung ist Kurzstrohigkeit eine wichtige Eigenschaft für die konventionelle Erzeugung. Dadurch wird im Anbau die Lagergefahr minimiert. Der Ökolandbau ist demgegenüber an langstrohigen Sorten interessiert. Diese bilden mehr Wurzelmasse und verfügen über ein höheres Nährstoffaneignungsvermögen und können die augenommenen Nährstoffe besser von vegetativen Pflanzenteilen in das Korn verlagern. Zudem ist Stroh für die Tierhaltung im Ökolandbau ein wichtiges und meist knappes Betriebsmittel.

Über die wichtigsten Ziele einer ökologischen Pflanzenzüchtung wird zwischen Züchtern, Bio- und Naturschutzverbänden und Wissenschaftlern intensiv diskutiert. Insbesondere folgende Ziele werden dabei vorrangig genannt:

  • Pflanzengesundheit: hohe Widerstandsfähigkeit, Resistenz und Toleranz gegenüber Krankheiten und Schädlingen
  • Nährstoffeffizienz
  • Ertragsstabilität
  • Ernährungs- und sensorische Qualität (zum Beispiel Geschmack)
  • Unkrautunterdrückung/ Langstrohigkeit

Letzte Aktualisierung 02.08.2019

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