Apfelglasflügler

Apfelbaum-Glasflügler

 

Apfelglasflügler, Synanthedon myopaeformis (Borkhausen), Familie Glasflügler

 


Beschreibung des Schädlings und Schadbildes

Von Mitte Mai bis Ende August treten die Falter des Apfelglasflüglers  meist nachts, gelegentlich auch tagsüber auf. Sie sind bis zu zwei Zentimeter lang und haben einen schwarzblauen Körper mit einem orange-roten Querband auf dem Hinterleib. Das Hinterleibsende trägt büschelige Fransen. Die Flügel sind häutig durchscheinend mit dunkel beschuppten Adern, Rändern und einem dunklen Querband auf den Vorderflügeln (Diskalfleck). Die Flügelränder haben einen braunen Fransensaum.

Die gelblich-weißen, bis zu 25 Millimeter langen Raupen haben eine braune Kopfkapsel und ein braunes Nackenschild. Sie leben im Holz und unter der Rinde. 

Im Bereich von Krebsstellen oder sonstigen Wunden, an Veredlungsstellen und am Ansatz der Wurzeläste findet man Einbohrstellen, teilweise mit Bohrmehl- oder Kotkrümelaustritt. Häufig sieht man auch die Ausbohrstellen der geschlüpften Falter mit der braunen Puppe oder einer leeren Puppenhülle. Die Rinde ist dunkel verfärbt und das Holz darunter zerfressen.

Schadwirkung im Obstbau

Apfelglasflügler befallen Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen. Der Raupenfraß kann die Bäume schwächen, insbesondere wenn der gesamte Stammumfang beschädigt wird. Die Bäume sind anfällig für Trockenstress und Sekundärinfektionen an den Wunden wie Obstbaumkrebs und Gloeosporium-Fruchtfäule.

Gefährdet sind insbesondere Altanlagen, bodenmüde Standorte, sehr schwach wüchsige Unterlagen und Jungpflanzen. Auch Unterlagen mit vielen Luftwurzeln bieten optimale Befallsherde. In gesunden, vitalen Anlagen sind die Schäden durch Glasflügler dagegen unbedeutend.

Bei älteren Bäumen besetzt der Apfelglasflügler zum Teil auch Rindenritzen und Schnittstellen im Kronenbereich, also Wunden die für eine Regulierung nicht erreicht werden können und durch die Bäume mit Harz verschlossen werden.

Biologie in Kürze

Der Flug ist im Juli am stärksten. Die Weibchen legen ihre Eier an Rindenritzen, Wurzelfeldern der Unterlage und verletzten Stellen ab. Daraus schlüpfen die Larven, die sich unter die Rinde bohren. Dort bleiben sie bis zum Frühjahr des nächsten oder übernächsten Jahres. Oft leben ein- und zweijährige Raupen gemeinsam in den Befallsstellen. Im Mai und Juni verpuppen sich die Raupen und den Sommer über schlüpfen die erwachsenen Falter. Eine Generation entwickelt sich binnen ein bis zwei Jahren.

Regulierungsstrategien: Vorbeugende Maßnahmen und Fallen

Überwachung der Schädlinge

  • Zur Flugüberwachung können Artspezifische Pheromonfallen verwendet werden.
  • Der Befall kann durch eine Inspektion der Stämme auf Einbohrstellen, insbesondere im unteren Stammbereich, überwacht werden.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Vogelförderung z.B. durch Nistkästen: Vögel wie zum Beispiel Meisen, der Kleiber und der Specht jagen den Raupen des Glasflüglers nach.
  • Bei zu erwartendem Befall Schnittmaßnahmen, insbesondere zum Falterflug im Sommer, vermeiden.
  • Schnittwunden mit Wundschutzmittel versorgen.

Direkte Bekämpfung

  • Mit Saftfallen, die ab Flugbeginn im Mai/Juni aufgehängt werden, kann man einen Teil der Falter abfangen:
    Bewährtes Gemisch: 11 Liter Essig, 11 Liter Apfelsaft, 100 Gramm Zucker und 8 Liter Wasser.
    Ebenso attraktiv ist der abgekochte, unverdünnte Saft fauler Äpfel.
    Hochwandige Gefäße etwa halbvoll füllen.
    Pro Hektar genügt es, etwa fünf bis zehn Fallen aufzuhängen, von Zeit zu Zeit mit einem Sieb die gefangenen Falter entfernen.
  • Der Einsatz von Pheromonen unter Anwendung der Verwirrungstechnik kann eine erhebliche Reduzierung des Schädlings bewirken. Es bestehen noch wenige dokumentierte Erfahrungen zur Wirksamkeit der Methode für Apfelglasflügler.
  • Befallene Äste entfernen oder Larven in den Fraßgängen mit einem Metalldraht abtöten.

Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.

Letzte Aktualisierung 14.05.2018

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