Tomatenstängelfäule

Tomaten-Stängelfäule

Auch Krebs an Tomate, Didymella lycopersici (Klebahn), Abteilung: Schlauchpilze

Schadbildbeschreibung

Schädigungen treten sowohl bei Freiland- als auch an Gewächshaustomaten auf. Die Pflanzen welken plötzlich und sterben ab. Die Infektionen treten bevorzugt am Stammgrund auf. Dort zeigen sich schwarze, eingesunkene Flecken, die den Stängel umfassen. In den Flecken können die Fruchtkörper (Pyknidien) als kleine dunkle Punkte erkennbar sein. Später zeigt sich ein rosa-gräulicher Sporenrasen. An der Befallsstelle sind die Leitungsbahnen unterbrochen, die Pflanze stirbt ab. Zum Herbst können auch die oberen Stängelabschnitte betroffen sein.

Die Flecke treten auch an Blättern auf und bilden bei ihrem Wachstum konzentrische Ringe. Blattflecken werden zunehmend blasser, das Innere zeigt später die dunklen Pünktchen der Fruchtkörper und kann heraus fallen.

An den Früchten tritt vom Stielansatz oder der Blüte ausgehend ein großer, dunkler Faulfleck auf. An einigen Sorten können auch mehrere Flecken auftreten. Über befallene Früchte erfolgt die Übertragung auf den Samen.

Ähnliche Schaderreger

Die Blattflecken können mit denen der Dürrfleckenkrankheit, die Fruchtsymptome mit denen der Braunfäule verwechselt werden. Deutliches Anzeichen für den Stängelfäuleereger sind die dunkelbraunen Fruchtkörper in fortgeschrittenen Flecken.

Schadwirkung

Die Stängelfäule befällt Tomaten, zudem gibt es nicht ganz einheitliche Angaben zu Befall an Aubergine, Paprika und Kartoffeln.

Biologie in Kürze

Der Pilz überdauert auf befallenen Pflanzenresten, Tomatenpfählen und Schnüren sowie im Boden in Form von wenige Monate lebensfähigen Sporen (Konidien) oder ernährt sich als aktives Pilzgeflecht für einige Monate von der Zersetzung abgestorbenen Pflanzenmaterials. Die Ausbreitung im Bestand erfolgt über Konidiosporen, die durch Niederschlag oder Pflegearbeiten oder mit der Bewässerung verbreitet werden. Die Bildung und Verbreitung von Ascosporen mit dem Wind ist von geringerer Bedeutung. Temperaturen um 17 °C und hohe Luftfeuchtigkeit sind optimal für die Krankheitsentwicklung. Sie dringen durch Wunden aus Pflegearbeiten und durch Atemöffnungen in die Pflanze ein. Tomaten auf leichten Böden werden seltener befallen. Die Infektion kann auch von befallenem Saatgut ausgehen, dies ist jedoch seltener und die Sporen am Saatgut überleben nur wenige Monate.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • widerstandsfähige Sorten wählen
  • gesundes Saatgut verwenden. Saatgutbehandlung mit Senfsaatpulver.
  • befallene Pflanzenreste sorgfältig vernichten
  • ausgeglichene Fruchtfolge im Freiland
  • neue Schnüre und nicht verseuchte Pfähle zum Aufbinden verwenden
  • Entfernen der unteren Blätter für eine schnelle Abtrocknung des Stängelgrundes
  • beim Ausgeizen keine unnötig großen Wunden verursachen

Direkte Bekämpfung durch zugelassene Pflanzenschutzmittel

  • Der Bodenpilz Clonostachys rosea (vormals Gliocladium catenulatum) kann vorbeugend nach dem Topfen oder dem Auspflanzen auf den Boden gespritzt werden.

Die Stängelfäule wird bei der Kupfermittelspritzung gegen Kraut- und Braunfäule miterfasst!

Bitte überprüfen Sie unbedingt die aktuelle Zulassung und Anwendungsbestimmungen, z. B. unter www.pflanzenschutz-information.de!

Letzte Aktualisierung 04.12.2019

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