Zikaden

Zikaden (Eupteryx spp., Emelyanoviana mollicula)

Schadbildbeschreibung

Durch das Anstechen der Pflanzenzellen und durch die Saugtätigkeit der Tiere kommt es zu einer Weißsprenkelung der Blattoberseiten. Im weiteren Befallsverlauf verschwindet das Blattgrün vollständig, da die zahlreichen pünktchenartigen Saugflecken mit zunehmender Besaugung zusammenfließen. Stark besaugte Blattstellen können nekrotisch verbräunen. Blattunterseits findet man oft weißliche Häutungsreste.

Biologie in Kürze

Eupteryx spp.: Die Zwergzikaden sind schlanke, keilförmige, etwa 2,2 bis 4,3 Millimeter große, gelbgrüne Insekten, oft mit intensiv braunschwarz gefleckter Oberfläche, die sich vorwiegend blattunterseits aufhalten, sehr schreckhaft sind und ein auffallendes Sprungvermögen aufweisen (Larven und erwachsene, geschlechtsreife Tiere (Imagines)). Typisch sind auch die dachartige Ruhestellung der dünnen Vorder- und Hinterflügel sowie der Saugrüssel an der Kopfunterseite, mit dem sich die Tiere stechend-saugend ernähren.

Die Zikaden überwintern im Eistadium an der Pflanze, in milden Wintern und im Gewächshaus auch als Larve oder erwachsenes Tier. Die Larven ähneln in der Gestalt den erwachsenen Tieren, sie weisen jedoch noch keine Zeichnung auf.

Sie entwickeln sich ohne ein Puppenstadium innerhalb von drei bis fünf Wochen über fünf Stadien bis zur Imago, wobei die Flügelanlagen mit jedem Stadium deutlicher sichtbar werden. Ab dem zeitigen Frühjahr und bis in den Oktober, vereinzelt auch noch später, sind Larven in verschiedenen Entwicklungsstadien sowie Imagines an den Pflanzen zu finden. Im Juli ist die größte Anzahl an erwachsenen Zikaden festzustellen, daneben treten aber auch noch viele Larven aller fünf Stadien auf. Es ist somit keine klare Generationsfolge erkennbar. Meist werden in Mitteleuropa pro Jahr zwei, bei einigen Arten auch drei Generationen abgeschlossen.

Die Imago von Emelyanoviana mollicula sind 3,5 bis 4,0 Millimeter lang, fahl gelbgrün gefärbt (schwefelgelb) und ohne Zeichnung.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Kulturschutznetze, um Zuflug zu vermeiden,
  • Populationsreduktion durch starken Rückschnitt nach der Ernte,
  • Keine Überwinterung befallener Pflanzen im Gewächshaus.

Direkte Maßnahmen / zugelassene Pflanzenschutzmittel

In Deutschland sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Kaliseife sowie Pyrethrinen + Rapsöl zugelassen.

Letzte Aktualisierung 22.10.2010

Praxisleitfaden

Cover der Broschüre

Krankheiten und Schädlinge im Arznei- und Gewürz-Pflanzenanbau

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