Johanniskrautwelke

Johanniskrautwelke, Rotwelke (Colletotrichum gloeosporioides, syn. Glomerella cingulata)

Schadbildbeschreibung

Die Johanniskrautwelke z├Ąhlt zu den Hauptschadursachen im Johanniskrautanbau. Der Befall tritt vor allem im zweiten Standjahr auf. Zun├Ąchst erschlaffen die Triebspitzen, dann tritt die Rotf├Ąrbung und Welke einzelner Triebe auf. Umfassen entstehende L├Ąsionen den St├Ąngel vollst├Ąndig, kommt es zum Umknicken der Triebe an der St├Ąngelbasis. Die St├Ąngell├Ąsionen sinken ein und werden rissig. Sie enthalten die Fruchtk├Ârper des Pilzes. Die Pflanzen verbr├Ąunen und sterben v├Âllig ab. Wenn der Pilz S├Ąmlinge oder sehr junge Pflanzen bef├Ąllt, bilden sich L├Ąsionen unterhalb der Keimbl├Ątter, was zum schnellen Umfallen und Absterben der Pflanzen f├╝hrt.

Biologie in K├╝rze

Der Pilz ├╝berdauert mittels Myzel, Fruchtk├Ârpern oder Sporen im Saatgut, in ├╝berwinternden Pflanzen oder im abgestorbenen Pflanzenmaterial. Im Fr├╝hjahr wird der Neuaustrieb mit Sporen infiziert, die durch Wind, Regen oder bei der Bodenbearbeitung sowie auch durch den Menschen (Kleidung) im Bestand verbreitet werden. Die Sporen keimen bei ausreichender Feuchtigkeit aus und dringen in die Pflanzenzellen ein, woraufhin diese absterben und das Gewebe einsinkt. Der Pilz verbreitet sich in der Pflanze ├╝ber die Leitungsbahnen. Nach der Entwicklung des Myzels in der Wirtspflanze bilden sich die mit dunklen Borsten besetzten Fruchtk├Ârper. Diese stacheligen Polster sind mit einer Lupe auf den abgestorbenen Pflanzenteilen sichtbar und entlassen nach dem Durchbrechen der Epidermis erneut Sporen als schleimige, lachsfarbene Masse, welche weitere Pflanzen infizieren. Die Entwicklung des Pilzes wird durch feuchte und warme Witterungsperioden beg├╝nstigt.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Ma├čnahmen

  • Verwendung von befallsfreiem Saatgut und gesunden Mutterpflanzen,
  • Entfernen abgestorbener Krautreste am Ende der Saison,
  • Laub m├Âglichst trocken halten (Bew├Ąsserung von unten und weite Pflanzabst├Ąnde),
  • Wahl widerstandsf├Ąhiger Sorten  (zum Beispiel 'Hyperixtrakt', 'Hyperipharm'),
  • Fruchtfolge (nicht nach Kartoffeln, besser nach Getreide, nur alle vier bis f├╝nf Jahre),
  • vorzeitiger Ernteschnitt m├Âglich.

Direkte Ma├čnahmen / zugelassene Pflanzenschutzmittel

In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.

Letzte Aktualisierung 22.10.2010

Praxisleitfaden

Cover der Brosch├╝re

Krankheiten und Sch├Ądlinge im Arznei- und Gew├╝rz-pflanzenanbau

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