Rapsglanzkäfer (Meligethes aeneus)

Rapsglanzkäfer

Meligethes aeneus (F.), Familie: Glanzkäfer
 

Beschreibung des Schädlings

Der Rapsglanzkäfer ist etwa zwei Millimeter lang, schwarz und glänzt blaugrün-metallisch. Seine Fühler weisen eine Verdickte Endkeule auf, seine Flügeldecken lassen einen Teil des Hinterleibs unbedeckt. Er tritt ab April und in zweiter Generation ab Juni an Raps auf.

Die bis zu vier Millimeter langen Larven entwickeln sich in den Knospen. Sie sind weiß-gelblich gefärbt, mit braun-schwarzem Kopf, kurzen Fühlern und sechs Beinen.

Schadbild und Schadwirkung an Raps

Über den ganzen Knospenstand finden sich, unregelmäßig verteilt, an- und ausgebissene Knospen. Diese vertrocknen später und fallen ab. Nur die Blütenstiele mit einem verdickten Ende verbleiben an den Pflanzen, oder es entwickeln sich verdrehte Schoten.

Der Käfer befällt neben Raps auch Rübsen und Senf, sowie Samenträger verschiedener Kreuzblütler im Gemüsebau. Er zerbeißt die geschlossenen Blütenknospen, um an den Blütenpollen zu gelangen, wobei er zum Teil den Fruchtknoten verletzt. Der Ertragsausfall ist besonders bei frühem Befall beziehungsweise verzögerter Blüte hoch. Bei Sommerraps kann er Totalschaden verursachen. Die Höhe des Ertragsausfalls ist besonders stark von der Nährstoffversorgung und dem Kompensationsvermögen der Rapspflanzen abhängig. Während und nach der Blüte richtet der Rapsglanzkäfer keinen Schaden mehr an.

Ähnliche Schadsymptome

Physiologische Knospenwelke als Reaktion auf Stress führt zu Knospenabwurf mit leeren Blütenstielchen, die kurz sind und im Gegensatz zu Rapsglanzkäferschäden keine Verdickung am Ende aufweisen.

Biologie und Lebensraum des Rapsglanzkäfers

Die Rapsglanzkäfer verlassen bei Bodentemperaturen über zehn Grad (Lufttemperatur 14 Grad) ihre Winterquartiere und ernähren sich zunächst von verschiedenen Frühblühern. Ab der Knospenentwicklung besiedeln sie Rapsfelder, wobei sie weite Strecken bis drei Kilometer fliegen und sich noch weiter mit dem Wind tragen lassen können. Sie besiedeln zunächst nur die Feldränder, bevor sie sich bei Sonnenschein und Wärme auf das gesamte Feld verbreiten. Der Zuflug erreicht seinen Höhepunkt oft erst bei 18 Grad und bei voll entwickelten, freistehenden Knospenständen.

Die Weibchen legen bis zu fünf Eier in von unten angebissene, vorzugsweise große, Knospen. Sie beschädigen dabei weder Narbe noch Fruchtknoten. Nach vier bis sieben Tagen schlüpfen die Larven, die sich von Pollen und Nektar ernähren. Marienkäfer, Laufkäfer, Kurzflügler, Larven von Netzflüglern und Schlupfwespen, die bis zu 80 Prozent der Larven parasitieren, stellen natürliche Gegenspieler der Rapsglanzkäferlarven dar. Sie sind daher von großer Bedeutung für die langfristige Entwicklung des Schädlingsauftretens. Die Larven wandern zum Ende der Blüte zur Verpuppung in den Boden. In Abhängigkeit von der Witterung erscheint die neue Käfergeneration ab Juni und besiedelt viele Unkräuter und Kulturpflanzen, wobei sie an Gemüsekulturen Ausfälle verursachen kann. Ende August suchen sie die Winterquartiere wie Waldränder, Hecken und andere Saumbiotope auf.

Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen

Das Auftreten, die Flugaktivität und der Flughöhepunkt des Rapsglanzkäfers kann mit Hilfe von Gelbfangschalen kontrolliert werden. Sie müssen im Frühjahr vor Flugbeginn in Bestandeshöhe (Unterlage oder Gestell) platziert werden.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Sommerrapsanbau vermeiden, dieser blüht oft während des Flughöhepunktes des Rapsglanzkäfers und hat eine geringere Kompensationsfähigkeit. Dies gilt besonders in Winterrapsanbaugebieten wo ein Überflug in die später blühende Kultur möglich ist.
  • Frühblühende Rapssorten anbauen, Wachstumsförderung im Frühjahr
  • Rapsschläge nicht in direkter Waldnähe anlegen
  • Mulchsaat fördert natürliche Gegenspieler; aber Achtung: Schnecken werden dadurch auch gefördert.
  • Pfluglose Bodenbearbeitung zur Folgekultur schont überwinternde Schlupfwespen

Anbau des früher blühenden und vom Rapsglanzkäfer bevorzugten Rübsens kann die Käfer vom Raps ablenken. Dieses Verfahren führte in verschiedenen Versuchen zu unterschiedlichen Ergebnissen wie eine Doktorarbeit zeigte. Ein Rübsenstreifen im Randbereich oder Mischanbau mit etwa zehn Prozent Rübsen (00-Qualität beachten!) konnte in einigen Versuchen den Befall im Raps mindern, in anderen zeigte sich kein Effekt. Das Verfahren wirkt, wenn der Rübsen einen deutlichen Entwicklungsvorsprung hat und der Käferzuflug moderat ist, bei starkem Zuflug breiten sich die durch den Rübsen gelockten Käfer jedoch verstärkt auf den Raps aus.

Direkte Bekämpfung

Im ökologischen Landbau besteht keine praktikable und sicher wirksame Möglichkeit für eine direkte Bekämpfung.

Durch wiederholtes mechanisches Absammeln mit sogenannten Käfersammelgeräten am Schlepper kann der Befall leicht reduziert werden.


Letzte Aktualisierung 30.01.2018

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