Kohlschotenmücke (Dasineura brassicae)

Kohlschotenmücke

Dasineura brassicae (Winn.), Synonym Kohlschotengallmücke, Familie: Gallmücken

Beschreibung des Schädlings

Die grazilen Kohlschotenmückensind braun-schwarz mit einem rötlichen Hinterleib, und etwa 1,5 Millimeter lang. Man kann sie ab Juni an warmen Tagen mittags an Blüten und jungen Schoten finden. Bei kühlem Wetter halten sie sich tiefer in den Pflanzenbeständen verborgen auf.
Bis zu 30 Larvenentwickeln sich in einer Schote. Sie sind etwa zwei Millimeter lang, zunächst glasig, dann gelblich-weiß und madenförmig ohne Kopfkapsel oder Beine. Die Puppeist gelblich-weiß und findet sich im Boden.

Ähnliche Schädlinge in Raps

Der Kohlschotenrüssler entwickelt nur ein bis zwei Larven von 4 ‒ 5 Millimetern Länge in der Schote. Da die Kohlschotenmücke seine Bohrlöcher für die Eiablage nutzt, finden sich oft Larven beider Schädlinge in einer Schote. 

Schadbild und Schadwirkung an Rapsschoten

Die Kohlschotenmücke befällt Winterraps, teilweise auch Sommerraps sowie Rübsen, Senf und andere Kreuzblütler zum Beispiel in der Vermehrung von Gemüsesaatgut. Der Befall an Winterraps beginnt ab Anfang Juni und konzentriert sich auf die Feldränder. Die Larven saugen an der Innenwand der Schoten und Samen. Die Schoten vergilben dadurch vorzeitig, schwellen unregelmäßig an und verkrümmen sich häufig. Sie werden vorzeitig braun und springen auf, so dass die Körner ausfallen. Durch Zerstörung der Kornanlagen und vorzeitiges Aufplatzen entstehen Ertragsverluste von bis zu 30 Prozent.

Biologie und Lebensraum der Kohlschotengallmücken

Ab Mai und etwa 13 Grad Bodentemperatur schlüpft die flugträge Mücke aus vor- und vorvorjährigen Rapsschlägen. Sie lebt nur wenige Tage und fliegt bei Blühbeginn ab Juni in neue Winterrapsfelder ein. Der Zuflug erreicht nach dem Abfallen der ersten Blütenblätter seinen Höhepunkt. Dabei lässt sie sich großteils vom Wind tragen und legt meist wenige hundert Meter Entfernung zurück.

Das Weibchen legt circa 60 kaum erkennbare Eier in Gruppen an fünf Schoten ab. In junge, bis ein Zentimeter lange Schoten kann das Weibchen die Eier selbständig ablegen. In größere Schoten legt sie außerdem Eier durch Schotenverletzungen ab, vor allem durch bestehende Fraß- und Bohrlöcher des Kohlschotenrüsslers. Die Larven verursachen etwa zwei bis drei Wochen nach Eiablage das Aufplatzen der Schoten und fallen mit den restlichen Samen vorzeitig zu Boden. Dort bohren sie sich etwa drei Zentimeter tief ein und verpuppen sich.

Ein Teil der Larven schlüpft nach zwei Wochen als Mücke, welche im Juli-August Sommerraps, Kreuzblütler in Gründüngung und Zwischenfrüchten, sowie wilde Kreuzblütler wie Hirtentäschel befällt. Ein anderer Teil überwintert in einem Ruhestadium als Kokonlarve und wird durch die Bodenbearbeitung in alle Bodenschichten verteilt. Sie  schlüpft erst im Folgejahr und der Zyklus beginnt von neuem. Die Kohlschotenmücke kann bis zu drei Generationen bilden, die nur teilweise an Winterraps auftreten.

Während der Larvalentwicklung sowie der Überwinterung werden Kohlschotenmücken von verschiedenen natürlichen Gegenspielern angegriffen. Dazu gehören eine Vielzahl an parasitischen Wespen und räuberischen Laufkäfern, sowie im Boden lebende Nematoden. Da viele Parasiten eine Generation im Jahr ausbilden und noch im Rapsfeld überwintern, kann reduzierte Bodenbearbeitung ihre Überlebensrate erhöhen.

Regulierungsstrategien: vorbeugen und bekämpfen

Eine Befallserfassung ist sehr schwierig, Gelbschalen sind während der Blüte nicht attraktiv genug um aussagekräftige Fangzahlen zu bestimmen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Mulchsaat fördert natürliche Gegenspieler, aber auch Schnecken. Vielfältige Saumstrukturen fördern zudem das Vorkommen räuberischer Laufkäfer.
  • Rapsfelder möglichst weit von vorjährigen Rapsschlägen anlegen, ideal mehr als 500 Meter von Rapsschlägen der letzten zwei Jahre.
  • Weite Rapsfruchtfolgen.

Direkte Bekämpfung

Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Landbau nicht möglich.


Letzte Aktualisierung 08.02.2017

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