Getreideblattläuse

Getreideblattläuse

Große Getreideblattlaus, Sitobion avenae (Fabr.), syn. Macrosiphum avenae
Bleiche Getreideblattlaus,
Metopolophium dirhodum (Walk.)
Haferblattlaus, syn. Traubenkirschblattlaus, Rhopalosiphum padi (L.); Familie Röhrenläuse

Beschreibung der Getreideblattläuse

Die verschiedene Blattlausarten haben teilweise einevariable Körperfarbe und lassen sich anhand ihrer Fühlerlänge, Körperform und Hinterleibsröhrchen unterscheiden. Alle Arten kommen mit und ohne Flügel vor.

Große Getreideblattlaus

Sie siedelt sich besonders auf Fahnenblatt und Ähre bzw. Rispe an und tritt meist an Weizen auf. Der Körper ist 2 - 3 Millimeter lang, länglich, grün bis rötlich gefärbt. Typisch sind ihre schwarzen Hinterleibsröhrchen und fast körperlangen Fühler. Die geflügelten Tiere sind dunkelbraun.

Haferblattlaus

Der Körper ist um die 2 Millimeter lang oval, grünlich mit einem rötlichen Fleck um die kurzen, rostroten Hinterleibsröhrchen. Die Fühler sind halb so lang wie die Körperlänge. Geflügelte Formen sind an Kopf, Brust und Gleidmaßen schwarz. Sie treten vorwiegend an den Blattspreiten, am Halm und auch in Blattscheiden, selten auf den Ähren auf.

Bleiche Getreideblattlaus

Der Körper ist um die 2 Millimeter lang, länglich mit bleich-grünlicher Grundfärbung, auf dem Rücken mit einem grünen Mittelstreifen. Die Hinterleibsröhrchen sind blass, die Fühler drei Viertel so lang wie die Körperlänge. Geflügelte Formen haben die gleiche Körperfarbe. Sie treten vorzugsweise an den Blattunterseiten der oberen Blattetagen auf.

Schadwirkung

Die Blattläuse besiedeln alle Getreide und Mais. Sie entziehen Saft aus den Blättern und grünen Ähren bzw. Rispen und schädigen damit die Kornausbildung, sowie durch Schwärzepilzansiedlung auf Honigtauausscheidungen. Die häufigsten und größten Schäden werden von der Großen Getreideblattlaus verursacht, da der Befall an Ähren besonders schädlich wirkt. Blattläuse, besonders die Haferblattlaus, übertragen Viruskrankheiten wie das Gerstengelbverzweigungsvirus.

Biologie der Blattläuse

Die Blattläuse überwintern im Eistadium an Gräsern (Große Getreideblattlaus), Traubenkirsche (Haferblattlaus) bzw. Wild- und Gartenrosen (Bleiche Getreideblattlaus). Nur in wintermilden Gebieten überwintert die Große Getreideblattlaus auch als Sommerform. Während der gesamten Vegetationszeit sind die Getreideblattläuse lebendgebärend.

Nach zwei bis drei Generationen ungeflügelter Läuse auf dem Winterwirt erfolgt Mitte Mai/Ende Juni bei trocken warmer Witterung der Wechsel geflügelter Wanderläuse auf die Sommerwirte zum Beispiel Getreide, Mais und Gräser. Auf Getreide findet die Hauptvermehrung meist erst ab Beginn der Blüte statt. Temperaturen von 15 bis 25 Grad und Trockenheit fördern die Vermehrung. Gegen Ende der Milchreife bricht die Population schnell zusammen, wobei geflügelte Blattläuse auf andere noch grüne Sommerwirte fliegen. Im Herbst wechseln die geflügelten Blattläuse ab Temperaturen unter neun Grad zum Winterwirt zur Eiablage.

Regulierungsstrategien gegen Blattlausbefall

Vorbeugende Maßnahmen

Wichtige natürliche Gegenspieler sind

Alle Maßnahmen, die diese Nützlinge fördern, tragen somit zur Regulierung der Schädlinge bei. Hecken und Feldraine sind wichtige nützlingsfördernde Saumbiotope, die es zu schützen oder neu anzulegen gilt. Speziell angesäte Buntbrachen entlang der Feldränder locken Nützlinge an, bieten ihnen Lebensraum und Nahrung in unmittelbarer Nähe zur Kultur und dienen ihnen als Ort der Überwinterung. Ausgehend von diesen Buntbrachen besiedeln sie die benachbarten Kulturen und dezimieren Schädlinge. Bei feuchter Witterung können insektenpathogene Pilze die Blattläuse stark reduzieren.

Direkte Bekämpfung

Eine direkte Bekämpfung ist zurzeit im ökologischen Landbau nicht möglich. Nützlingsschonung und -förderung ist hier oberstes Gebot!


Weblinks

Letzte Aktualisierung 26.07.2010

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