Westlicher Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera)

Westlicher Maiswurzelbohrer

Diabrotica virgfera virgifera (LeConte), Familie: Blattkäfer

Beschreibung des Maisschädlings

Die grünlich bis gelblichen Käfer sind 4 bis 7 mm lang. Auf den Deckflügeln sind drei dunkle Längsstreifen, die fast vollständig verschmolzenen sein können. Die weißlichen, lang gestreckten Larven erreichen eine Länge von 3 mm (erstes Larvenstadium) bis 18 mm (drittes und letztes Larvenstadium). Sie haben einen braunen Kopf und ein dunkles Nacken- und Afterschild. Die gelbliche, 4 bis 7 mm lange Puppe ist in einer Puppenhöhle in der Erde eingeschlossen.

Schadbild und Schadwirkung an Mais

Starke Schäden sind besonders in Gebieten mit intensivem Maisanbau zu erwarten, in denen Mais nach Mais angebaut wird (Risikogebiete). Starker Fraß der Käfer an den Narbenfäden führt zu einer verminderten Kornausbildung. Hauptsächlich schädlich sind jedoch die Larven, die anfänglich Wurzelhaare, später größere Wurzeln fressen und sich auch in die Wurzeln bohren. Die Maispflanzen nehmen dadurch verringert Wasser und Nährstoffe auf, was zu erheblichen Ertragsverlusten führen kann. Werden die Wurzeln stark geschädigt, kommt es auch zur Lagerbildung. Bei ausreichender Feuchtigkeit regenerieren die Pflanzen (Sekundärwurzelbildung) und versuchen sich wieder aufzurichten („Gänsehals“-Symptom).

Der Käfer kann im Mais Schäden von 10 bis 30 Prozent, lokal auch mehr, verursachen. Weltweit ist er der mit den meisten Pflanzenschutzmitteln bekämpfte Maisschädling. Seit 2014 gilt der Westliche Maiswurzelbohrer nicht mehr als Quarantäneschädling in der EU.

Biologie und Lebenszyklus im Maisanbau

Der Westliche Maiswurzelbohrer hat eine Generation pro Jahr. Die Käfer können aus einem Umkreis von bis zu 80 Kilometern zufliegen. Die von August bis September in den Boden abgelegten Eier überwintern dort und durchlaufen eine Winterruhe (Diapause). In Abhängigkeit von der Bodentemperatur erscheinen die ersten Larven Anfang bis Mitte Juni und fressen bis August an den Maiswurzeln. Sie können sich auch an Gräsern aufhalten.

Nach einer Puppenruhe von einer Woche erscheinen ab Mitte Juli die ersten Käfer. Die meisten Käfer sind im August zu erwarten. Nach einem 12-tägigen Reifungsfraß der Weibchen legen sie nach der Begattung ihre Eier vorwiegend in die obere Bodenschicht (bis 30 cm Tiefe) der Maisfelder ab. Etwa 3 bis 5 Prozent der Eier werden vermutlich auch in andere Kulturen abgelegt. Ein sehr geringer Teil (0,21 Prozent) der Eier durchläuft eine zweijährige Winterruhe, d. h. die Larven schlüpfen erst im Frühjahr des übernächsten Jahres.

Die erwachsenen Käfer ernähren sich von den Narbenfäden der sich entwickelnden Kolben, von Maispollen und Maisblättern. Ist die Maisblüte abgeschlossen, wechseln die Käfer zunehmend auf andere, grüne oder vor allem blühende Kulturpflanzen oder Unkräuter um meist Pollen zu fressen. Kürbisgewächse mit einem hohen Bitterstoffgehalt sind besonders attraktiv.

Regulierungsstrategien

Befall kann durch Lockstofffallen mit Sexualpheromonen oder Blütenextraktenfestgestellt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Direkt aufeinanderfolgenden Maisanbau vermeiden, da die Schädlinge durch ihren Entwicklungszyklus auf zweijährigen Anbau angewiesen sind. Bei bestehendem Befall sollte der Anbauabstand auf drei Jahre ausgedehnt werden um auch Befall durch die wenigen zweijährig ruhenden Eier zu vermeiden.

Direkte Bekämpfung

  • Derzeit sind keine Pflanzenschutzmittel im ökologischen Landbau zugelassen. Im Falle eines Auftretens können Regulierungsmöglichkeiten und Sondergenehmigungen zum Beispiel für Pflanzenschutzmittel auf Basis von Pyrethrum bei dem zuständigen Pflanzenschutzamt erfragt werden.

Weblinks

Julius Kühn Institut: Themenhomepage zum Westlichen Maiswurzelbohrer.

Nachrichtenportal Proplanta: Themenseite zum Westlichen Maiswurzelbohrer

Letzte Aktualisierung 20.10.2010

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