Sprenkelkrankheit der Gerste (Ramularia collo-cygni)

Sprenkelkrankheit der Gerste, Ramularia-Blattflecken

Ramularia collo-cygni (Sutton & Waller), Abteilung Schlauchpilze

Schadbildbeschreibung

Ramularia-Blattflecken treten ab der Blüte, zuerst an der Wintergerste und wenig später an der Sommergerste, bis zur Reife örtlich stark auf. Auf den Blättern bilden sich zahlreiche punktförmige dunkelbraune bis braunschwarze Blattflecken. Die ein bis fünf Millimeter großen Nekrosen (Sprenkel) werden durch die Blattadern begrenzt und sind gelb umrandet.

Die Krankheit verbreitet sich besonders bei warmem und sonnigem Wetter und die Symptome sind auf Pflanzenteilen die der Sonne ausgesetzt sind verstärkt. Im Verlauf der Krankheit kommt es zum Vergilben vom Blattrand nach innen und zum Absterben der betroffenen Pflanzenteile. An der Blattunterseite bilden sich kleine weiße Tupfen (Konidienträger), die mit der Lupe erkennbar sind. Später zeigen auch Stängel und Grannen der Gerstenpflanzen Symptome.

Schadwirkung

Die Sprenkelkrankheit schädigt vor Allem Gerste, befällt aber auch Weizen, Hafer, Roggen und Triticale sowie viele Wildgräser (Quecke, Windhalm und andere). Das vorzeitige Absterben der Blätter und Grannen kann zu mitunter erheblichen Ertragseinbußen führen. Bei intensivem Befall können zudem Körner betroffen sein. Das Ramularia-Auftreten ist stark witterungs- und jahresabhängig. Besonders anfällig sind ältere Gerstenpflanzen.

Biologie der Pilzkrankheit

Ideale Überwinterungsbedingungen findet der Pilz auf den älteren, absterbenden Blättern der Gerste. Darüber hinaus kann er an anderen Getreidearten, Gräsern und Mais auftreten. Ausfallgetreide oder durch Spätsommerinfektion betroffene frühe Aussaaten bieten ebenfalls Überdauerungsmöglichkeiten und Ursachen für eine Neu-Infektion. In diesem Fall tritt eine sichtbare und schädigende Ausbreitung des Erregers an der Gerste erst zwischen Ende Mai bis August des Folgejahres auf.

Die Sporen werden durch Wassertropfen und Wind verbreitet. Der Temperaturverlauf und die Sonneneinstrahlung beeinflussen die Geschwindigkeit der Symptomausbildung. Bei Temperaturen von 18 bis 22 Grad und intensiver Sonneneinstrahlung findet eine beschleunigte Nekrosenbildung statt, da das Licht die Pilzgifte aktiviert. Kühles Wetter mit geringer Sonneneinstrahlung kann den Prozess verlangsamen.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Felder in etwas isolierter Lage bekommen deutlich weniger Sporen über die Luft ab als die Felder in Gebieten mit hoher Wintergerstendichte. Der Befall erfolgt in solchen Fällen deutlich verzögert mit geringeren Auswirkungen auf den Ertrag.
  • Pflanzenbauliche Maßnahmen wie das Beseitigen von Ernterückständen, Auflaufgetreide- und Unkraut
  • Verwendung von gesundem Saatgut
  • Später Anbau

Direkte Bekämpfung

Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Landbau derzeit nicht möglich.

Letzte Aktualisierung 26.07.2010

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