Raubwanze Xylocoris flavipes

Raubwanze Xylocoris flavipes

Beschreibung der Raubwanze

Die 2‚Äí3 Millimeter langen dunkelbraunen Raubwanzen Xylocoris flavipes (Reutter), auch als Lagerpirat bezeichnet, haben langen F√ľhlern und lange stechende und saugende Mundwerkzeuge. Die Fl√ľgel reichen bei manchen Individuen bis zum Hinterleibsende und sind bei anderen stark verk√ľrzt. Die Jungstadien, Nymphen, √§hneln den ausgewachsenen Wanzen bis auf ihre gelbliche bis rosige F√§rbung.

Biologie und Verhalten als N√ľtzling

X. flavipes ist eine weltweit verbreitete räuberische Wanze, die ein breites Spektrum an vorratsschädlichen Käfern, Motten sowie Milben und Staubläusen angreift. Sie scheiden Duftstoffe aus um ihre Beutetiere zu verwirren. Mit ihren Mundwerkzeugen injizieren sie dann ein tödliches Gift und saugen die Beute aus. Durch diese Technik sind die kleinen Raubwanzen in der Lage, Insekten zu erbeuten die deutlich größer sind als sie selbst. Allerdings bieten größere Schädlinge auch mehr Nahrung so dass die Wanzen insgesamt weniger Insekten erbeuten um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Außerdem bevorzugen sie Larven, insbesondere junge Entwicklungsstadien, als Beute saugen auch Eier aus.

Einsatzmöglichkeiten im Biologischen Vorratsschutz

Bekämpfte Vorratsschädlinge

Die Raubwanze ist besonders wirkungsvoll in der Kontrolle von kleinen Sch√§dlingen die sich frei im Lagergut bewegen, insbesondere gut zug√§nglich abgelegte Eier und fr√ľhe Larvenstadien die weniger durch verh√§rtete oder behaarte Haut gesch√ľtzt sind. Die in der Regel wesentlich gr√∂√üeren ausgewachsenen K√§fer werden seltener angegriffen, zum Beispiel bei ungen√ľgend anderen verf√ľgbaren Beutetieren oder w√§hrend der Paarung. Folgende Beutetiere geh√∂ren zum Nahrungsspektrum:

Von den sich versteckt entwickelnden Arten werden bevorzugt solche Entwicklungsstadien angegriffen die sich zeitweise außerhalb der Samen befinden:

  • Speisebohnenk√§fer (legt Eier lose ins Vorratsgut, auch frisch geschl√ľpfte Larven sind bis zur Einbohrung in den Samen gut erreichbar)
  • Getreidemotte (Eier und Eilarven vor der Einbohrung in den Samen)

Sich vollst√§ndig verborgen entwickelnde Arten werden in nur geringerer Rate unterdr√ľckt:

  • Samenk√§fer der Gattung Callosobruchus(sie heften ihre Eier mit einem Sekret an den Samen an, das zu einer sch√ľtzenden H√ľlle aush√§rtet. Auch die Eilarven bohren sich direkt in den Samen, und sind somit nur schwer als Beute zu erreichen.)
  • Bohrk√§fer (Getreidekapuziner, Gro√üer Kornbohrer)

Einsatzbedingungen

  • Sie sind in der Lage in Getreidesch√ľttungen, aber auch Korn-Mehl Gemische und Haferflocken, einige Zentimeter tief einzudringen
  • Vorbeugender Einsatz zur S√§uberung leerger√§umter Lager von Resten von Eiern und Larven
  • Kann vier Tage lang hungern
  • Kann auch parasitische Wespen angreifen, ist eher nicht kombinierbar mit anderen N√ľtzlingen

Innerhalb von 48 Stunden kann eine einzelne Raubwanze verschiedene Arten unterschiedlich stark vermindern:

  • Plattk√§fer: 17 Larven
  • D√∂rrobstmotte: 41 Eier und 15 Larven
  • Getreidekapuziner: 22 Eier und 12 Larven
  • Speisebohnenk√§fer: 80 Larven oder 30 Eier oder 3 Adulte
  • Callosobruchus: 1‚Äí3 Adulte
  • Reismehlk√§fer: Befallsminderung bei jungen Larven fast vollst√§ndig, bei √Ąlteren um 30‚Äí60 %
  • Schneller Einsatz gegen Speisebohnenk√§fer brachte fast vollst√§ndige Kontrolle der Nachkommenschaft (bei 2‚Äí4 Wanzen auf 100 Gramm Leguminosen mit 10 Speisebohnenk√§fern). Die Wirksamkeit gegen die sich vollst√§ndig versteckt entwickelnden Callosobruchus-Arten betrug unter gleichen Bedingungen nur 50 %.

Letzte Aktualisierung 13.09.2016

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